Fußball 23.05.2025

Kreisoberligen – Spannung satt in der Mitte- und Südstaffel

Osthessen (jah) – In den Fußball-Kreisoberligen stehen auch zwei Spieltage vor Saisonende noch einige Entscheidungen aus: In der Mitte-Staffel beispielsweise kämpft die FSG Dipperz/Dirlos noch um den Klassenerhalt und trifft am Sonntag auf den SV Müs – der sich seinerseits noch Hoffnungen auf die Aufstiegsrelegation machen darf (Sonntag, 15 Uhr), dafür aber bereits am Freitag auf Schützenhilfe von der Reserve des Hünfelder SV hoffen muss. Und in der KOL Süd trifft der Erste auf den Dritten, wenn die FSG Vogelsberg bereits am Samstag die SG Rückers empfängt (Samstag, 17 Uhr).

Foto: Justin Klenner

Am spannendsten erscheint die Lage momentan im Süden: Weder Meister noch Relegationsteilnehmer stehen fest, mit der FSG Vogelsberg, dem FSV Thalau und der SG Rückers sind hier noch drei Teams in der Verlosung. Und Platz eins und drei treffen am Samstag im direkten Duell aufeinander, wenn Vogelsberg die SG Rückers zu Gast hat (17 Uhr). Die Ausgangslage ist klar, der künftige Klub von Barockstadt-Legende Patrick Schaaf hat alles in der eigenen Hand: Mit einem Sieg im Spitzenspiel erhöht die FSG den Druck auf Verfolger Thalau, der FSV ist wie alle anderen Vereine erst am Sonntag im Einsatz und hat aktuell drei Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter – allerdings den direkten Vergleich gewonnen und auch das deutlich bessere Torverhältnis. Sollte es Rückers also gelingen, Vogelsberg ein Bein zu stellen, wäre Thalau in der Pole Position in Sachen Meisterschaft – vorausgesetzt der FSV macht seine eigenen Hausaufgaben und gestaltet das Gastspiel bei der SG Gundhelm/Hutten erfolgreich. Der Tabellenführer aus Vogelsberg schaut jedoch nicht auf die anderen Plätze. „Ich persönlich glaube nicht, dass Rückers und Thalau aus den letzten beiden Spielen die volle Punktzahl holen. Allein weil Rückers ja jetzt gegen uns spielt“, schmunzelt FSG-Trainer Kevin Steudter, um allerdings direkt wieder ernst zu werden: „Wir haben es gegen Mittelkalbach versäumt, uns in eine noch bessere Ausgangsposition zu bringen. Wir haben gut gespielt, allerdings zu viele Chancen vergeben. Trotzdem haben wir es in der eigenen Hand. Wir schauen nur auf uns, damit sind wir in der Vergangenheit gut gefahren.“ Damit bring es Steudter auf den Punkt: Vogelsberg gewann 16 der letzten 17 Saisonspiele, die letzte Niederlage datiert gar aus dem September letzten Jahres. „Sie haben einen Riesenlauf“, muss auch SGR-Trainer Christian „Klinsi“ Müller anerkennen: „Vor allem entscheiden sie Spiele auch oft durch späte Tore, das erinnert ein bisschen an Leverkusen letztes Jahr.“ Müller und sein Team blicken dennoch mit Vorfreude auf das Duell: „Wir werden es angehen wie immer, Vogelsberg ist sicherlich der Favorit. Aber wir werden alles geben und dann schauen wir, für was es reicht“, so der scheidende Trainer der SGR: „Es wird auf jeden Fall ein geiles Spiel.“ Der Meinung ist auch Steudter: „Wir stecken voller Tatendrang und Selbstbewusstsein. Das Spiel erzeugt überregionales Interesse, wir erwarten eine gute Kulisse.“ Seine Mannschaft werde jedenfalls alles daran setzen, die gute Ausgangslage nun auch auszunutzen, allerdings betont Steudter auch: „In jeder anderen Liga wäre man mit so einer Serie, wie wir sie haben, längst durch. Und hier kämpft man wirklich bis zum Schluss. Das spricht auch einfach für die Liga und nicht zuletzt vor allem für die Konkurrenz aus Thalau und Rückers.“ Sollte sich die FSG gegen Rückers durchsetzen, wäre Vogelsberg bei einem Thalauer Patzer einen Tag später bereits durch. In Hutten werden Steudter und Team aller Voraussicht nach dennoch nicht aufschlagen, „denn in Engelrod ist bei uns Festkommers. Daher haben wir das Spiel auch auf Samstag gelegt. Abgesehen davon spielt Thalau ja nicht anders, ob wir nun vor Ort sind oder nicht.“

 

Nicht weniger interessant ist die Ausgangslage in der Mitte: FT Fulda und der SV Müs kämpfen noch um die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation, am anderen Ende der Tabelle werden die Spvgg. Bimbach und die FSG Dipperz/Dirlos den Relegationsplatz wohl unter sich ausmachen – Margretenhaun besitzt nur noch Außenseiterchancen. Brisant: Dipperz/Dirlos und der SV Müs treffen am Sonntag aufeinander – zumindest für Müs um Trainer Andre Wohnig könnte sich die Spannung dann aber bereits erledigt haben, denn: Konkurrent FT gastiert bereits am Freitagabend bei der Reserve des Hünfelder SV und hat den zweiten Platz im Falle eines Sieges sicher. „Wir haben darüber hinaus auch noch kein Team von oben geschlagen“, gibt sich Wohnig daher als Realist, wenngleich die Hoffnung auch beim SV Müs zuletzt stirbt: „Solange es eine Chance gibt, wollen wir sie nutzen.“ Daher konzentriert sich Wohnig mit seinem Team auf die eigene Aufgabe gegen Dipperz/Dirlos, wohlwissend, dass die Messe bis dahin gelesen sein könnte. „Wenn FT was liegen lässt, wollen wir da sein. Wir wissen, was auf uns zukommt“, erinnert Wohnig an das Hinspiel: „Wir haben zwar gewonnen, Dipperz hat uns aber bestimmt über 30 Minuten komplett dominiert. Das war eine Top-Leistung, deswegen habe ich auch nicht damit gerechnet, dass sie jetzt so weit unten stehen.“ Fehlen werden Wohnig im vorletzten Saisonspiel  Torhüter Nico Wagner (Knie), Joshua Hendler (studienbedingt) sowie Dennis Möller, der als Polizist beruflich beim DFB-Pokalfinale in Berlin im Einsatz ist. Ansonsten wäre für Freitag eigentlich nochmal ein Training angesetzt, Wohnig lässt aber offen, ob er wirklich trainieren lässt oder mit einigen Spielern aus der Mannschaft Zaungast beim FT-Gastspiel in Hünfeld sein wird.

In der KOL Nord sind dagegen so gut wie alle Entscheidungen bereits gefallen: Mit Niederaula/Kerspenhausen und der SG Dittlofrod/Körnbach stehen Meister und Relegationsteilnehmer bereits fest und auch im Tabellenkeller kann nicht mehr viel passieren. Cornberg/Rockensüß und Michelsrombach/Rudolphshan steigen ab, letztere sogar doppelt: Michelsrombach verzichtet auf einen Start in der A-Liga und wird in der kommenden Saison voraussichtlich in der B-Liga spielen. Lediglich der Drittletzte RW Burghaun könnte vom Relegationsplatz noch auf den ersten Nichtabstiegsplatz springen. Bei noch zwei ausstehenden Spielen und fünf Punkten Rückstand sind diese Chancen aber eher theoretischer Natur.