Heiße Saisonphase verspricht puren Abstiegskampf
Die Saison für Bachrain ist gelaufen. Nachdem seit einigen Spieltagen der Klassenerhalt in der KOL Mitte eingetütet werden konnte, hoffen die Funktionäre, dass die durchwachsene Spielzeit ein Ende nimmt. Trotz allem war das vergangene Auswärtsspiel in Müs nicht zu akzeptieren. Der Schock nach dem 0:13-Debakel sitzt noch tief. „Man hat gemerkt, dass die Luft raus ist“, beschreibt Trainer Natnael Weldetnsae. Die Gründe für den Ausrutscher waren für ihn klar. Neben Verletzungspech bei gleich vier wichtigen Stammspielern haderte der Coach mit der Einstellung seines Teams. „Das war schon sehr schmerzhaft. Der Kader wird sich nicht ändern, aber der Wille und die Mentalität müssen sich schon ändern“, beschwört er sein Team. Erneut muss Weldetnsae auf Spieler aus dem B-Liga-Team zurückgreifen. So standen gegen Müs sogar drei in der Startelf. „Die Jungs haben gemerkt, dass die eine oder andere Führungskraft gefehlt hat“. Doch gegen Bimbach, das noch um den Klassenerhalt kämpft, soll sein Team ein anderes Gesicht zeigen. „Wir müssen es wiedergutmachen. Wenn du 90 Minuten mit Willen durchspielst, dann kassierst du keine 13 Tore“, weiß der Coach.
Wenige Kilometer weiter erwartet die Zuschauer Abstiegskampf pur: In Dipperz geht es für Reulbach/Brand und Trainer Cyrus Saradj gegen die heimische FSG. „Ich denke, dass es für beide ein wichtiges Spiel sein wird“, ist sich der Gäste-Coach sicher. Mit einem Sieg gegen den direkten Tabellennachbarn (beide Teams haben 25 Punkte) wäre das Team von Saradj nahezu gerettet – mit Schützenhilfe von Bachrain sogar sicher. Gleiches gilt auch für den Gastgeber. Dabei wünscht sich Saradj, dass der Klassenerhalt so früh wie möglich unter Dach und Fach ist. Individuelle Fehler und eine schlechte Chancenverwertung schleppte Reulbach/Brand aber bisher durch die ganze Runde. Mit 43 erzielten und 63 kassierten Treffern hat das Team von Saradj im unteren Tabellenfeld aber noch das beste Torverhältnis, auch wenn es hätte besser aussehen können. „Es gab kaum Spiele, wo wir absolut schlechter waren als der Gegner“, so der Coach, der die 3:4-Niederlage gegen Bachrain von vor zwei Wochen als Beispiel nennt. Trotz Chancenplus und einer Halbzeitführung reichte es nicht für Punkte. In Dipperz soll es anders laufen. „Das Team, das weniger Fehler macht, zieht das Spiel“, so Saradj, der den Vorteil bei seinen Jungs sehe. Der Druck, punkten zu müssen, liege eher bei den Gastgebern. „Den direkten Vergleich gegen Bimbach haben wir gewonnen“. Das Hinspiel in Reulbach endete 2:2. Und Dipperz/Dirlos könnte mit einer Niederlage nochmal richtig reinrutschen: Am letzten Spieltag trifft die FSG sogar noch auf Bimbach.
Ebenfalls spannend ist das Spiel der SG Sickels gegen Müs: Nach der langen Feier der SGS ließ der Meister zuletzt gegen Reulbach/Brand (2:2) was liegen. Ein Grund zur Hoffnung für die Gäste aus Müs, die nach dem 13:0 gegen Bachrain voller Selbstvertrauen zum Meister fahren. Punkte sind Pflicht für den SVM, wenn der Verfolger auch in den restlichen Spielen an FT Fulda im Kampf um den Relegationsplatz dranbleiben will. FT spielt wiederum am Samstag zuhause gegen Hilders/Simmershausen und kann vorlegen.
Meisterfeier oder Abstiegsdrama?
Rechnerisch ist der SV Schweben noch zu retten, auch wenn er die Karten nach dem 1:2 gegen Welkers ganz schlecht sind. Sieben Punkte fehlen zum Relegationsplatz – und am Sonntag wartet niemand Geringeres als der FSV Thalau, der selbst noch um den Aufstieg in die Gruppenliga mitspielt. „Die Tabellensituation ist brisant. Thalau ist der haushohe Favorit gegen uns“, sagt Schwebens Trainer Andreas Weigand. Trotz insgesamt 41 Punkten Unterschied und einem drohenden Abstieg sieht der Coach die restlichen Spiele gelassen. „Sie wollen den Relegationsplatz irgendwie verteidigen. Wir wollen uns am letzten Strohhalm festhalten“, so Weigand, der ein hartes Spiel erwartet. „Ich bin aber optimistisch“. In den vergangenen Spielen musste Schweben eine bittere Pille nach der anderen schlucken. Der letzte Sieg lege bereits viele Monate zurück: Am 29. September vergangenes Jahr konnte der SVS beim 2:1-Sieg gegen Grimmstadt ein letztes Mal jubeln. Weigand selbst wartet noch auf „seinen“ ersten Sieg, dem sei er sich bewusst. Dennoch sei die Stimmung innerhalb der Mannschaft gut. „Der nahende Abstieg in den Köpfen. Das hat aber eine gewisse Lockerheit freigesetzt“, so der Trainer. Der Verein habe sich bereits mit der A-Liga beschäftigt und freut sich darüber, dass die gesamte Mannschaft zusammenbleibt und von dem ein oder anderen Spieler ergänzt wird. „Die Jungs ziehen mit und kommen ins Training. Sie wollen das umsetzten, was wir uns vor den Spielen vornehmen“, zeigt sich Weigand begeistert.
Fakt ist: Sollte Schweben verlieren, ist der Abstieg fix. Geling aber eine Überraschung gegen Thalau, wird die FSG Vogelsberg hellhörig, die den Bus in Richtung Mittelkalbach schon vollgemacht hat: Der Spitzenreiter könnte, bei Erledigung der eigenen Hausaufgaben und Schützenhilfe, Meister werden.
Ebenso spannend ist es beim Duell Grimmstadt gegen Löschenrod: Der Zwölfte trifft auf den aktuellen Relegations-Teilnehmer. Die Hermania ist punktgleich mit Lauter, hat aber den direkten Vergleich verloren, und hat fünf Punkte Rückstand auf die SG Grimmstadt, die darüber liegt. Die SGG kann sich also mit einem Sieg retten, Löschenrod will an der SG Lauter vorbei, die parallel in Hosenfeld spielt.
Im Norden scheint alles klar
Im Norden sind die ersten beiden Tabellenplätze breites vergeben: Niederaula/Kerspenhausen feierte vergangene Woche den Aufstieg in die Gruppenliga, nachdem das Team zweimal Jahre in Folge denkbar knapp dran war. Ebenfalls in der oberen Tabellenhälfte etabliert hat sich die SG Dittlofrod/Körnbach. In diesem Jahr geht es für das Team von Jürgen Pomnitz in die lang ersehnte Relegation, nachdem zuletzt in Rudolpshan in letzter Minute gewonnen wurde. In der unteren Tabellenhälfte war die SG Michelsrombach/Rudolphshan mit jener Niederlage rechnerisch abgestiegen. Cornberg/Rockensüß hat acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und wäre der zweite fixe Absteiger, wenn die letzte Chance am Sonntag in Ausbach in die Hose geht. Acht Punkte Rückstand hat ebenso der SV Burghaun am Relegationsplatz auf das rettende Ufer, bei noch drei ausstehenden Spielen scheint also auch dieser Rang vergeben, nachdem RWB zuletzt gegen den direkten Konkurrenten Eiterfeld/Leimbach II 1:7 verlor. Die Burghauner können sich schon einmal auf eine wahrscheinliche Relegation unter anderen mit BW Großentaft aus der A-Liga Hünfeld/Hersfeld einstellen.
Kreisoberliga Mitte
Samstag
17.30 Uhr
FT Fulda – Hilders/Simmershausen
Sonntag
15 Uhr
Pilgerzell – Edelzell/Engelhelms
Margretenhaun – Petersberg
Borussia Fulda – Marbach/Dietershan
Bachrain – Bimbach
Sickels – Müs
Dipperz/Dirlos – Reulbach/Brand (in Dipperz)
Lüder-Schwarzatal – Hünfelder SV II (in Hainzell)
Kreisoberliga Süd
Sonntag
15 Uhr
Thalau – Schweben
Rothemann – Welkers
Mittelkalbach – Vogelsberg
Rückers – Bellings/Hohenzell
Hosenfeld – Lauter
Rommerz – Huttengrund
Grimmstadt – Löschenrod (in Kressenbach)
Weyhers – Gundhelm/Hutten
Kreisoberliga Nord
Sonntag
15 Uhr
Weiterode – Hohe Luft
Kiebitzgrund/Rothenkirchen – Haunetal (in Rothenkirchen)
Niederaula/Kerspenhausen – SV Steinbach II (in Niederaula)
Dittlofrod/Körnbach – Gudegrund
Burghaun – Michelsrombach/Rudolphshan
Wölf – Eiterfeld/Leimbach II
Friedewald/Ausbach – Cornberg/Rockensüß (in Ausbach)
16 Uhr
Jossatal – Rotenburg/Lispenhausen (in Niederjossa)
