Lokales FD 23.05.2025

Kinder aus Margretenhaun werden in Marbach betreut - Shuttleservice

Petersberg (sk) – Eine Lösung ist gefunden: Nach langer Diskussion einigten sich die Petersberger Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend darauf, dass die Kinder der Kita St. Margareta im alten Kindergarten Marbach untergebracht werden, solange in Margretenhaun gebaut wird. Zur Entlastung der Eltern soll ein Shuttleservice eingerichtet werden.

Foto: Stefan Krug.

Es war eine Entscheidung quasi in letzter Minute, um die Bürgermeisterin Claudia Brandes, auch aufgrund eines später wieder zurückgezogenen Antrags der Bürgerliste dringend gebeten hatte: „Wir brauchen heute dringend eine Entscheidung. In der nächsten Woche wollen wir den Bauantrag einreichen.“ Wie sie erläuterte, gebe es für verschiedene Varianten, die von der Verwaltung erarbeitet wurden, jeweils gute Argumente dafür und dagegen. Neben der Kita in Marbach waren das Containerlösungen in Margretenhaun oder Petersberg, wobei gleichzeitig auch die teilweise Nutzung von Räumlichkeiten in Dipperz angedacht war. Wie Brandes erläuterte sprachen sich sowohl der Ortsbeirat Margretenhaun, als auch die Eltern aus dem Kindergarten für Container im Ort aus. Sowohl die Kita-Leitung als auch die katholische Kirchengemeinde als Träger wünschten sich eine schnelle Lösung, damit es endlich mit dem Neubau losgehen kann. Dazu die Bürgermeisterin: „Aufgrund der ursprünglichen Planungen wäre die Kita schon fast fertig. Die damals vorgeschlagene Übergangslösung mit Containern im Schulhof sorgte für so viel Wirbel, dass der Neubau in Steinhaus vorgezogen wurde, anstatt zuerst in Margretenhaun zu bauen.“ Für die Nutzung des Gebäudes in Marbach, welches noch bis Ende dieses Sommers als Ausweichquartier der Kita Lehnerz genutzt wird, sprechen die geschätzt rund 400.000 Euro geringeren Kosten während der Bauzeit gegenüber den Containerlösungen.

Dem schloss sich am deutlichsten die CDU an, für die Christian Bug auch als betroffener Vater, sprach: „Es gibt wenige Möglichkeiten, wo wir mit einem Beschluss so viel Geld sparen können.“ Auch ihm sei bewusst, dass es nicht schön sei, wenn die Kinder soweit wegfahren müssten und es gerade für berufstätige Eltern auch eine logistische Herausforderung werden könnte. In einem Zusatzantrag seiner Fraktion wünschte er eine Präzisierung der Verwaltungsvorlage, welche einen Hol-und-Bring-Service mit zwei oder vier Fahrten täglich vorsah. Dieser solle auf alle Fälle jeweils zwei Fahrten vormittgas und nachmittags anbieten und für die Eltern kostenfrei sein.

Von ihm selbst wieder zurückgezogen wurde ein Antrag von Kai Völler (Bürgerliste), in welchem er eine Kostenbeteiligung der Gemeinden Dipperz und Hofbieber an der Übergangslösung wünschte. Bürgermeisterin Brandes hatte ihm erklärt, dass bei den Gemeinden keine Bereitschaft bestehe zu zahlen und es für diesen Wunsch auch keine rechtliche Möglichkeit gebe. Der Antrag würde nur dazu führen, dass sich der Bau weiter verzögern würde. Der Beschluss für Marbach war dann einstimmig und der CDU-Antrag wurde mit überwiegender Mehrheit bei Gegenstimmen der Bürgerliste und der Linken angenommen.

Dass Kindergärten teuer sind sahen die Gemeindevertreter in einem weiteren Beschluss. Gegenüber dem Haushaltsansatz 2024 hat sich der Zuschuss der Gemeinde an die Kirchengemeinden für die Betriebskosten erheblich erhöht von 1,47 Millionen Euro auf 1,88 Millionen. Hauptgrund dafür waren die gestiegenen Lohnkosten sowie Besonderheiten im Haushaltsrecht. Die einstimmige Zustimmung dazu war dann auch eher formeller Natur – die Kosten waren ja schon im vergangenen Jahr.

Gute Nachrichten hatte Claudia Brandes zum Kita-Neubau in Steinhaus. Dort seien alle Arbeiten ausgeschrieben: „Wir versuchen jetzt auf die Tube zu drücken, damit wir nicht noch einen kompletten Winter im Container haben.“

Gemeindevertretersitzung in Petersberg. Fotos: Stefan Krug.