Nach Gesprächen zwischen CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke hatten sich die Fraktionsvorsitzenden darauf geeinigt, um 15.15 Uhr einen zweiten Wahlgang zu beginnen. Bei diesem erreichte Merz die nötige Mehrheit im Bundestag und ist damit offiziell der neue Bundeskanzler in Deutschland.
Erstmeldung: Das hat es noch nie gegeben: Der Kanzlerkandidat ist im ersten Wahlgang um sechs Stimmen gescheitert. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner unterbrach vorerst die Sitzung. Insgesamt 334 Stimmen haben CDU und SPD, die beiden Koalitionsparteien gemeinsam. Das bedeutet, dass 18 Abgeordnete aus den eigenen Reihen nicht für Merz gestimmt haben. Der Bundestag hat nun im zweiten Wahlgang 14 Tage Zeit einen passenden Kandidaten ins Amt zu wählen.
Der neue Kanzler tritt mit der gewonnen Wahl die Nachfolge für Olaf Scholz (SPD) an. Die Ampelregierung war nach ihrem Scheitern Ende vergangenen Jahres noch als Übergangsregierung im Amt. Scholz wurde am Abend des 5. Mai eigentlich offiziell aus seinem Amt entlassen. Da bisher aber kein neuer Kanzler gewählt werden konnte, bleibt Scholz als Geschäftsführender Bundeskanzler vorerst im Amt, bis der Wahlgang erfolgreich war.
