Fußball 16.05.2025

Gruppenliga – Nächster „Hitchcock-Thriller“ - Mehr Spannung geht nicht

Osthessen (jah) – Drei Spieltage sind in der Fußball-Gruppenliga noch zu gehen, neun Punkte sind noch zu vergeben – und sowohl im Aufstiegskampf als auch im Tabellenkeller ist noch alles offen. An der Spitze sind Schlüchtern, Oberzell/Züntersbach und Johannesberg punktgleich. Und auch in der Abstiegszone geht es noch um alles. Ein Duell, in dem beide punkten müssen, gibt es am Sonntag (15 Uhr) zwischen der SGOZ und Neuenstein.

Foto: Manfred Völler.

Foto: Justin Klenner.

Die Konstellation an der Tabellenspitze könnte spannender nicht sein. Schlüchtern, Oberzell/Züntersbach und Johannesberg haben jeweils 51 Punkte, im Südschlager treffen die SGS und die Spielgemeinschaft aus dem Sinntal am vorletzten Spieltag zudem noch direkt aufeinander. Die SG Johannesberg um Trainer Meik Voll könnte so also der lachende Dritte werden, hat aber auch noch zwei schwere Auswärtsspiele in Eckweisbach und Bad Soden vor der Brust und ein Heimspiel gegen den Rückrunden-starken FV Horas. „Es hätte wohl kaum spannender sein können“, sagt daher auch Rodoljub Gajic, Trainer von Oberzell/Züntersbach: „Das gleicht einem Hitchcock-Thriller. Alle haben noch interessante Aufgaben vor der Brust, ich persönlich denke, dass sich das erst am letzten Spieltag entscheiden wird. Es ist absolut unklar, wohin das Pendel ausschlagen wird“, macht Gajic klar und betont, dass die Qualität der Teams in den letzten drei Spielen für ihn nicht das Ausschlaggebende sei: „Da geht es mehr um Tagesform, das nötige Spielglück und natürlich auch um den Kopf. Wer in den drei Spielen die Ruhe bewahren und sein Spiel durchziehen kann, wird am Ende oben stehen“, ist sich der Trainer sicher.

Auf Gajic und seine Mannschaft wartet am Sonntag (15 Uhr) eine unangenehme Aufgabe, wenn die SG Neuenstein in Züntersbach aufschlagen wird. „Ein unangenehmer Gegner, der alles reinhauen wird. Für sie geht es ja auch noch um was. Wir wollen aber zuhause gewinnen und den Dreier mitnehmen, um uns das Spiel gegen Schlüchtern danach auch wirklich zu verdienen.“ Der Trainer der Sinntaler erwartet dabei ein ähnliches Spiel wie beim 1:1 in Hönebach: „Sie spielen sehr zweikampfbetont, haben eine klare Philosophie und eine absolute defensive Wucht.“ Personell geht die SGOZ jedoch auf dem Zahnfleisch – das allerdings schon seit Wochen: „Julian Ankert und Nico Jäckel sind eigentlich schon das ganze Jahr über angeschlagen, quälen sich aber jedes Wochenende mit Tabletten durch.“ Aus der Hönebach-Partie kam mit Maurice Jäckel ein weiterer Angeschlagener hinzu. Alle drei werden aber gegen Neuenstein mit von der Partie sein. Fehlen werden die Langzeitverletzten Valentin Ankert und Lennox Kraft, beide fallen mit einem Kreuzbandriss aus. „Das sind zwei tragende Säulen, die bei einem ohnehin schon kleinen Kader dann eben fehlen“, bedauert Gajic, fügt aber dennoch an: „Die Jungs haben jetzt Lunte gerochen. Wir wollen diese Spielzeit jetzt auch krönen, damit hätte ja vorher niemand gerechnet. Und wenn nicht: Wir haben absolut nichts zu verlieren.“ Etwas gegen diese Krönung haben definitiv die Konkurrenten aus Schlüchtern und Johannesberg, die aber ebenfalls erstmal ihre Partien erfolgreich bestreiten müssen. Wie erwähnt reist die SGJ nach Eckweisbach zur Dreier-SG, Schlüchtern ist ebenfalls auswärts bei der angeschlagenen Teutonia aus Großenlüder gefordert.

Und als wäre die Situation an der Tabellenspitze nicht schon spannend genug, geht es auch weiter unten nach wie vor heckenhoch her. Mittendrin: Die SG Ehrenberg. Fünf Punkte Rückstand haben die Rhöner aktuell auf den – wahrscheinlichen – Relegationsplatz, stehen also vor einem wegweisenden Spiel, wenn am Sonntag der ESV Hönebach in Wüstensachen zu Gast ist (15 Uhr). „Das ist unsere letzte Chance“, weiß daher auch Trainer Jens Keim: „Wenn wir verlieren, sind wir weg. Es ist ein Must-Win-Spiel.“ Sein Team gehe dennoch mit Selbstvertrauen in die Partie, nicht zuletzt wegen zwei Siegen aus den vergangenen drei Begegnungen. „Das Selbstvertrauen ist da. Die Niederlage gegen Lütter ist analysiert, die Fehler werden wir nicht nochmal machen“, gibt sich Keim selbstbewusst und kann darüber hinaus personell auf dem Vollen schöpfen: „Diego Fromm kommt zurück und auch sonst sind alle mit an Bord.“ Sollte Keims Team das Heimspiel verlieren, könnte der Abstieg so gut wie feststehen: Hier kommt es auf die Ergebnisse der direkten Konkurrenz an. Lütter, aktuell auf dem Relegationsplatz, empfängt Hofbieber. Horas und Kerzell duellieren sich in einem Duell, wo der Verlierer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit der Kreisoberliga planen muss.

 

Gruppenliga

 

Sonntag

15 Uhr

Lütter – Hofbieber

Elters/Eckweisbach/Schwarzbach – Johannesberg (in Eckweisbach)

Bad Soden II – Künzell

Großenlüder – Schlüchtern

Oberzell/Züntersbach – Neuenstein (in Züntersbach)

Ehrenberg – Hönebach (in Wüstensachsen)

Freiensteinau – Bebra

15.30 Uhr

Kerzell – Horas