Quasi eine halbe Saison lang grüßte die SG Schlüchtern vom Platz an der Sonne, am vergangenen Spieltag verlor der Primus jedoch in Horas – mit dem eigentlichen SGS-Standardergebnis von 0:1 – und musste Nachbar Oberzell/Züntersbach ebenso vorbeiziehen lassen wie die SG Johannesberg. Und auch Hofbieber ist durch den Sieg im Blauen Eck bei der SG Freiensteinau wieder in die Spitzengruppe vorgestoßen. Am Sonntag kommt es nun zum direkten Duell zwischen dem SVH und Johannesberg unter der Leitung von Meik Voll – Zweiter gegen Vierter.
Die SGJ kommt mit dem Selbstvertrauen von fünf Siegen aus den vergangenen sechs Ligaspielen. „Es ist für uns dennoch ein Spiel wie jedes andere, und genauso gehen wir es auch an“, verdeutlicht Voll: „Unsere Saisonziele sind ja bekannt, wir wollten einfach besser abschneiden als letztes Jahr. Von daher verspüren wir überhaupt keinen Druck. Wir schauen von Spiel zu Spiel und nehmen am Ende der Saison mit, was sich anbietet.“
Aber auch Hofbieber muss sich nicht verstecken, immerhin verlor die Elf von Sebastian Vollmar in diesem Kalenderjahr noch kein einziges Ligaspiel – musste sich aber auch fünf Mal mit einem Unentschieden begnügen. „Eine spielstarke, eingespielte und homogene Truppe“, beschreibt Meik Voll den Gegner: „Sie sind der direkte Verfolger, die Tagesform wird wohl entscheidend sein. Es wird darum gehen, weniger Fehler zu machen. Aber in so einem Spiel ist auch ein Unentschieden durchaus realistisch, wenn beide das abrufen, wozu sie in der Lage sind.“ Personell hat Voll für das Topspiel noch einige Fragezeichen. Die Langzeitverletzten Tim Marquardt (Knie) und Roman Sammet (Schienbein) fallen weiterhin aus, Gent Bislimi weilt wegen eines Trauerfalls in der Heimat. „Dazu kommen zwei oder drei Abiturienten, die in den Vorbereitungen auf ihre Prüfungen stecken. Bestes Beispiel ist Patrick Post, der vor seinem Sportabi steht, da soll natürlich nichts riskiert werden. Er wird zwar für den absoluten Notfall auf der Bank sitzen, kommt aber nicht zum Einsatz.“, berichtet Voll. Ein bis zwei Spieler seien laut dem Coach darüber hinaus angeschlagen, Kirche Ristevski fehlt außerdem letztmals gesperrt.
Beim SVH ist die Stimmung ebenfalls gelöst, auch hier spricht Trainer Vollmar von „nullkommanull“ Druck: „Vor der Saison hätten wir diese Situation vier Spieltage vor Schluss natürlich sofort unterschrieben. Das ist eine tolle Sache für uns, wir freuen uns jetzt einfach auf dieses Spiel und hoffentlich viele Zuschauer, die uns unterstützen“. Vollmar wisse um die Stärken des Gegners, hebt heraus, „dass sie viel Qualität in der Offensive haben, und einige Qualitätsspieler für diese Liga“. Hofbieber hingegen komme über das Kollektiv, von dem Vollmar nur schwärmen kann in dieser Saison. Allerdings: Benjamin Ochs ist mit einer Zerrung höchst fraglich, Lukas Haas nach seiner Verletzung in der Vorwoche wohl auch keine Option und Elias Isert fehlt privat verhindert. „Trotzdem wollen wir möglichst eklig spielen und versuchen, was zu holen“, stellt Vollmar klar.
Doch nicht nur das Spitzenspiel dürfte die Zuschauer am Sonntag elektrisieren: Die Teams auf den Rängen eins bis sechs sind am Sonntag unter sich. So muss Tabellenführer Oberzell/Züntersbach beim Fünftplatzierten ESV Hönebach antreten, die SG Schlüchtern um Spielertrainer Andreas Drews empfängt Bad Soden II zum Süd-Derby. Und auch im Keller ist noch Spannung drin: Die SG Ehrenberg braucht im Kampf um den Klassenerhalt dringend Punkte und reist zum Tabellenletzten Bebra, die FSG hingegen könnte nach dem Spieltag als erster sicherer Absteiger aus der Gruppenliga feststehen.
Gruppenliga
Sonntag
15 Uhr
Kerzell – Elters/Eckweisbach/Schwarzbach
Hofbieber – Johannesberg
Lütter – Freiensteinau
Bebra – Ehrenberg
Hönebach – Oberzell/Züntersbach
Neuenstein – Großenlüder (in Mühlbach)
Schlüchtern – Bad Soden II
Künzell – Horas
