Fußball 28.05.2025

Gruppenliga – Fernduell um den Aufstieg – Gollin: „Augen zu und durch“

Osthessen (jah) – Es ist soweit: Der letzte Spieltag in der Fußball-Gruppenliga steht am Mittwochabend (19 Uhr) an, alle Mannschaften sind nochmal im Einsatz – und so gut wie alle Entscheidungen stehen noch aus. Fest steht lediglich, dass Bebra, Kerzell und Horas im nächsten Jahr in der Kreisoberliga starten müssen. Im Tabellenkeller streiten sich Neuenstein, Lütter und Ehrenberg um den letzten Nichtabstiegsplatz. Ein Verein aus diesem Trio bleibt drin, einer relegiert, einer muss runter. Im Fernduell um den direkten Verbandsligaaufstieg duellieren sich Johannesberg und Hofbieber, die SGJ hat hier die komfortablere Ausgangsposition.

Archivfoto: Manfred Völler.

Die Ausgangslage hat sich nach den Ergebnissen vom Wochenende kaum verändert, lediglich der FV Horas hat sich aus dem Rennen um den Klassenerhalt verabschiedet. Neuenstein und Ehrenberg trennten sich im direkten Duell Unentschieden, ebenso wie die TSG Lütter von die FSG Bebra. Die Elf von Rolf Gollin führte bereits mit 3:1 und kurz vor Schluss mit 4:3, die seit Wochen abgestiegenen Gastgeber kamen in der Nachspielzeit aber doch noch zum Ausgleich – sehr zum Ärger von Gollin: „Das ist ein Jammer, aber komplett selbst verschuldet. Das darf nicht passieren.“ Damit sei die Partie aber auch abgehakt, der volle Fokus liege jetzt auf dem alles entscheidenden Mittwoch. „Der Kopf geht nicht runter, wir versuchen im Training den Fokus ein bisschen auf die Regeneration zu legen. Und dann werden wir alles geben, volles Engagement und voller Einsatz. In jedem Fall schauen wir nur auf uns und dann gucken wir, was dabei herausgekommen ist. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen“, so Gollin Selbst in der Hand hat die TSG den direkten Klassenerhalt nicht mehr, was bei einem Sieg in Bebra der Fall gewesen wäre. Denn: Den direkten Vergleich mit den davor platzierten Neuensteinern hat Lütter nach dem spektakulären 7:1 am ersten Spieltag für sich entschieden, würde bei Punktgleichheit also vor der Spielgemeinschaft landen. Zwei Punkte Rückstand hat Gollins Team auf Neuenstein, muss also in jedem Fall gegen den ESV Hönebach gewinnen, um noch eine Chance auf den direkten Klassenerhalt zu haben. Gewinnt Neuenstein in dem Fall nicht zeitgleich im blauen Eck bei der SG Freiensteinau, wäre Lütter gerettet. Personell kann Gollin mehr oder weniger aus dem Vollen schöpfen, Mario Schlott und Kevin Muth plagen sich jedoch beispielsweise mit kleineren Blessuren herum. „Aber da beißt jetzt jeder auf die Zähne, wir haben eben nur einen kleinen Kader. Es gibt kaum Regenerationszeit, nur Augen zu und durch“, gab Gollin abschließend die Marschroute für sein Team vor.

Von der TSG Lütter ist übrigens auch das Schicksal der SG Ehrenberg abhängig: Die Rhöner rangieren zwei Punkte hinter der TSG auf dem ersten direkten Abstiegsplatz, können maximal noch die Relegation erreichen. Dazu muss die Elf von Jens Keim zuhause gegen die SG Schlüchtern gewinnen und ist parallel auf eine Lütterer Niederlage gegen Hönebach angewiesen, da Gollins Mannschaft auch hier den direkten Vergleich auf ihrer Seite hat. Auf solche Gedankenspiele wird in Wüstensachsen und Seiferts aber bewusst verzichtet: „Wir schauen nur auf uns. Wir wollen die Saison gut abschließen und nach dem Spiel nochmal ein bisschen zusammensitzen, deswegen wollen wir natürlich gewinnen. Aber alles andere ist nicht beeinflussbar“, verdeutlicht Keim: „Da ist es auch egal, gegen wen es geht. Wir wollen an unsere zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen, denn die hat gestimmt. Was auf anderen Sportplätzen passiert, ist erstmal irrelevant.“

Etwas weniger spannend geht es seit Sonntag an der Tabellenspitze zu, nachdem Oberzell/Züntersbach und die SG Schlüchtern erklärt haben, auf einen möglichen Verbandsligaaufstieg zu verzichten. Die Entscheidung fällt also im Fernduell zwischen Johannesberg und dem SV Hofbieber, die das Aufstiegsrecht auch beide wahrnehmen würden. Der direkte Vergleich spricht für die SGJ, bei zwei Punkten Vorsprung reicht dem Team von Meik Voll also ein Unentschieden bei der Reserve der SG Bad Soden. Hofbieber muss zeitgleich zuhause gegen Bebra gewinnen. „Das wird kein Selbstläufer, Bebra hat sich in letzter Zeit auch etwas stabilisiert“, weiß SVH-Trainer Sebastian Vollmar: „Wir sind trotzdem entspannt, haben es sowieso nicht selbst in der Hand. Wir wollen das Bestmögliche rausholen und dazu gehört erstmal, das letzte Heimspiel erfolgreich zu gestalten.“ Aufgrund des Verzichts der SGOZ und Schlüchtern haben beide aber mindestens die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation sicher. Meister kann Oberzell/Züntersbach aber unabhängig vom Aufstieg trotzdem werden, die Sinntaler grüßen nach wie vor von Platz eins und benötigen dazu lediglich ein Unentschieden im Heimspiel gegen den TSV Künzell. „Ich war schon etwas überrascht von der Nachricht“, sagt Vollmar zu dem Verzicht der beiden Teams aus dem Main-Kinzig-Kreis: „Für uns ist das natürlich glücklich, letztlich aber nicht zu beeinflussen. Die Konstellation ist jetzt, wie sie ist“, so der Hofbieberer Coach abschließend.

 

Gruppenliga

Mittwoch

19 Uhr

Horas – Elters/Eckweisbach/Schwarzbach

Bad Soden II – Johannesberg

Großenlüder – Kerzell

Oberzell/Züntersbach – Künzell (in Oberzell)

Ehrenberg – Schlüchtern (in Wüstensachsen)

Freiensteinau – Neuenstein

Lütter – Hönebach

Hofbieber – Bebra