Lokales FD 27.05.2025

Gewaltaufruf bei Mahnwache in Fulda? – Verfahren wird geprüft

Fulda (as) – Fragliche Botschaft löst Ermittlungen aus: In Fulda war vor rund zwei Wochen eine junge Frau vor einer Spielhalle als Opfer einer Messer-Attacke verstorben. Bei einer Mahnwache vor der Stadtpfarrkirche vor einer Woche präsentierten Unbekannte während der Aktion ein Banner mit einem potenziellen Gewaltaufruf darauf. Die Feministische Initiative Fulda, welche die Mahnwache organisiert hat, distanziert sich von dem Banner und der Aussage. Die Staatsanwaltschaft Fulda prüft ein Verfahren.

Foto: Janosch Hensel

Auf dem besagten Banner war die Aufschrift „Unsere Trauer wird zur Wut – Dead Men Don’t Kill“ zu sehen. Franziska Kraus, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, bestätigt auf Nachfrage, dass ein Verfahren gegen Unbekannt geprüft werde. Konkret werde „wegen des Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gem. § 111 StGB“ ermittelt: „Da die Ermittlungen noch andauern, können derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden.“

„Wir distanzieren uns ausdrücklich von diesem Banner und den darauf vermittelten Inhalt“, erklärt Lena Limpert, Vorsitzende der Feministischen Initiative Fulda. Bei den beiden Personen, die das Banner hochhielten habe es sich um Unbekannte gehandelt, die weder etwas mit dem Verein noch mit der Veranstaltungsplanung zu tun hatten. Limpert berichtet weiter, dass das Organisationsteam den gesamten Inhalt der Aufschrift des Banners bedauerlicherweise zu spät registriert habe: „Wäre dies früher der Fall gewesen, wären die beiden darauf hingewiesen worden das Banner zu entfernen. Hätten sie dem nicht Folge geleistet, wären sie der Veranstaltung verwiesen worden.“ Bei künftigen Veranstaltungen werde gezielt eine Person im Organisationsteam damit beauftragt, Banner zu überprüfen und gegebenenfalls zu entfernen, so die Vorsitzende.

Limpert berichtet: „Feminismus bedeutet für uns, als Feministische Initiative Fulda e.V. sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht als gleichwertig und gleichberechtigt angesehen werden, so wie ein selbstbestimmtes sowie diskriminierungs- und gewaltfreies Leben führen können. Dies schließt für uns auch Männer ein.“ Die Initiative distanziere sich daher ausdrücklich von Gewalt und Gewaltaufrufen jeglicher Art. Ein Wandel hin zu einer gleichberechtigten, diskriminierungs- und gewaltfreien Gesellschaft sei nach Auffassung der Initiative nur durch Bildungs- und Aufklärungsarbeit erreichbar: „Es braucht das Sichtbarmachen und das Aufklären über patriarchale Gewalt. Nicht noch mehr Gewalt.“ Die Vorsitzende erläutert: „Es ist verständlich, dass angesichts des schier unbegreiflich hohen Ausmaßes an Gewalt gegen Frauen innerhalb unserer Gesellschaft Gewühle wie Wut und Ohnmacht aufkommen, Selbstjustiz kann hier aber nicht die Lösung sein.“