Fußball 18.05.2025

Frauen-Hessenliga – Pilgerzeller Freude nach Derbysieg im Blauen Eck

Freiensteinau/Lütter (pf) – Für die SG Freiensteinau gab es keinen versöhnlichen Abschluss in der Frauenfußball-Hessenliga, für den TSV Pilgerzell schon: Die Gäste gewannen das Derby im Blauen Eck mit 5:0 (4:0) und sicherten damit den Klassenerhalt. Dennoch ließ sich die SGF die Stimmung nicht verderben. Die TSG Lütter trennte sich in einem guten Hessenliga-Duell mit 1:1 (1:1) von BG Marburg.

Archivfotos: Manfred Völler, Christine Görlich

SG Freiensteinau – TSV Pilgerzell 0:5 (0:4)

„Das ist natürlich mega schade, weil wir auch heute wieder voll drin waren – bis auf 15 Minuten, in denen wir einen Blackout hatten“, sagte Freiensteinaus Trainer Daniel Schöppner, für dessen Team der Abstieg bereits feststand. Allerdings hatte sich die SGF deutlich mehr vorgenommen, während Pilgerzell sich freuen durfte: Trainer Moritz Reith, der von drei Absteigern ausgeht, sagte: „Das war ein sehr, sehr wichtiger Sieg. Wir haben etwas gebraucht, um reinzukommen. Freiensteinau hatte anfangs sogar mehr vom Spiel. Aber mit dem 1:0 und spätestens dem zweiten Tor war es dann völlig verdient“.

Innerhalb kurzer Zeit stellte Pilgerzell auf 4:0 und hatte die Entscheidung damit schon vor der Pause herbeigeführt. Schöppner bedauerte: „Wir waren 20 Minuten mehr als auf Augenhöhe, dann fällt mit dem ersten Abwehrfehler das 0:1. Wir mussten uns erstmal schütteln“. Das gelang erst in der Halbzeitpause so richtig, im zweiten Durchgang war die SGF dann wieder besser drin. „Aber es war dann kein schönes Spiel mehr für die Zuschauer“, so Schöppner, der trotz des Ergebnisses mit seiner Mannschaft feiern wollte: „Wir hätten es gerne anders gehabt, aber die Stimmung kriegen wir schon wieder hingebogen und lassen uns das heute nicht nehmen. Wir sind nur kurz enttäuscht, aber das haben sich die Mädels jetzt verdient, dass wir den Saisonabschluss gebührend feiern. Wir haben das Jahr Hessenliga geschafft, haben viel miteinander gesprochen, und in ein par Monaten können wir stolz darauf blicken und haben einiges gelernt“. Verabschiedet wurden bei der SGF Christina Reichenauer, Florence Wagner und Ina Müller, während der Verein in den nächsten Tagen über Schöppners Zukunft informieren will. Kommende Woche stünde das Spiel beim TSV Jahn Calden II an, der bekanntlich zurückgezogen hat. Damit ist Freiensteinau in der Sommerpause, denn auch das witterungsbedingt abgebrochene Spiel gegen Wiesbaden wird wohl nicht nachgeholt, im Gegenteil: „Jetzt wurden wir noch zu einer Stellungnahme aufgefordert, weil wir uns unsportlich verhalten hätten“, haderte Schöppner. Der TSV Pilgerzell hingegen fordert zum Abschluss kommende Woche zuhause den KSV Hessen Kassel.

Freiensteinau: Amrhein; Müller, Fritz, Fehl, Reutzel, Jöckel, Reichenauer, Baus, Wagner, Heid, Weitzel (Lotz, Schäfer, Korn).

Pilgerzell: Herbert; Rumpf, L. Groß, McGilvray, Leonangeli, Steinert, Schad, Schlott, Krug, Lüdtke, Hartwig (Worch, Bühner).

Tore: 0:1 Tabea Leonangeli (19.), 0:2 Paulina Rumpf (24.), 0:3 Tabea Leonangeli (27.), 0:4 Xenia Lüdtke (31.), 0:5 Xenia Lüdtke (79.)

Zuschauer: 130

 

TSG Lütter – SF/BG Marburg 1:1 (1:1)

Nach einigen Auftritten, bei denen die TSG selbst nicht zufrieden mit der Leistung war, geht es wieder in die richtige Richtung, urteilte Trainer Sebastian Groß, der im Rahmen des letzten Heimspiels der Saison verabschiedet wurde. Im Duell zweier Top-Fünf-Teams gab es ein leistungsgerechtes 1:1 gegen Blau-Gelb Marburg. „Das war auch ein verdientes Ergebnis“, sagte Groß, ehe die Mannschaft sich gemeinsam aufmachte, um in der Stadt noch etwas zu feiern. „Wir haben noch ein Spiel, aber können die Saison schon langsam ausklingen lassen. Das heute war ein gutes Spiel, alle haben an einem Strang gezogen“. Veronika Hahn brachte die TSG früh in Führung, überhaupt setzte Lütter Nadelstiche mit guten Umschaltmomente, auch das Tor entstand nach Balleroberung und mit schnellem Konterspiel. Aber auch Marburg bekam seine Möglichkeiten und wurde besser – das 1:1 nach etwas mehr als einer halben Stunde hatte sich allmählich angedeutet. „Danach hatten wir Chancen aufs zweite Tor, der Gegner aber auch. In der zweiten Halbzeit haben sich beide dann relativ neutralisiert“, berichtete Groß, der ebenso wie Sebastian Höhl bei der zweiten Mannschaft verabschiedet wurde, von einer ereignisarmen zweiten Hälfte am Sauerbrunnen. Die zweite Mannschaft spielte wiederum vorher gar nicht – Gegner Hungen sagte in der Gruppenliga ab.

Lütter: Schaab; Beck, Bahr, Reith, Hahn, Grosser, Schöppner, Schlott, Pankow, Faulstich, Pompetzki (Lorenz, Schrimpf, Halbleib).

Tore: 1:0 Veronika Hahn (4.), 1:1 Nathalie Erbes (33.)

Zuschauer: 50