Schon beim Sektempfang vor dem offiziellen Programm gab es für Adam zahleiche Hände zu schütteln. „Die Wertschätzung, die ich gerade in persönlichen Gesprächen erfahren habe, macht mich schon stolz“, sagte er: „Ich bin erfreut, wenn ich sehe, wer alles eingeladen worden und gekommen ist.“ Als alle ihre Plätze an den runden Tischen eingenommen hatten, eröffnete Stolz, der als Moderator kurzfristig für den erkrankten langjährigen ehemaligen Neuhofer Kämmerer Alfred Schiffhauer eingesprungen war, das Programm. „Eine Ära geht in Neuhof zu Ende, eine Legende geht von Bord“, sagte der Bürgermeister und fügte an Adam gewandt an: „Du hast die Gemeinde geprägt und den Menschen Gutes getan.“ Später blickte Stolz in seiner Laudatio auf den Lebenslauf von Adam, der sich schon neben seinem Berufsleben stark und seit Renteneintritt noch vielfältiger ehrenamtlich engagiert.
Nach einer Lehre zum Bankkaufmann hatte Adam 1974 beim damaligen Bundesgrenzschutz (heute Bundespolizei) angefangen und war dort bis zum Eintritt in den Ruhestand 2017 geblieben. Lange Jahre pendelte er deshalb zum Frankfurter Flughafen. Dies hielt ihn aber nicht davon ab, sich an seinem Wohnort einzubringen. 1997 wurde er Gemeindevertreter, 2001 Erster Beigeordneter und damit stellvertretender Bürgermeister. Seit 1994 Mitglied in der CDU war er 24 Jahre Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands und auch in verschiedenen Funktionen 20 Jahre Mitglied des CDU-Kreisvorstands. Er spielte Badminton, war Abteilungsleiter und Vorstandsmitglied beim SV Neuhof, ist Sportplatzbeauftrager der Gemeinde, war acht Jahre lang Sprecher des Arbeitskreises „Zukunft gestalten“, Mitgründer von Projekten und Vereinen wie dem Bürgerbus, „Leben & Arbeiten in Neuhof“, „Hand in Hand“ und „Neuhof hilft sich“, er übernahm die Funktion des Flüchtlingskoordinators in der Gemeinde, singt seit Jahrzehnten im Polizeichor und seit einigen Jahren zusätzlich auch in der Chorvereinigung Cäcilia Neuhof – Stolz‘ Liste der Ämter und Funktionen, die Adam in seinem Leben schon inne hatte, war lange. Insbesondere seit seiner Pensionierung habe Adam quasi Vollzeit für die Gemeinde gearbeitet. „Aus meiner Sicht warst du der beste Erste Beigeordnete des Landkreises Fulda“, lobte Stolz seinen ehemaligen Stellvertreter, der zu einem Freund geworden sei: „Wenn er etwas gemacht hat, hat er es richtig gemacht.“ Der 69-Jährige sei ein guter Kommunikator, der Menschen für etwas begeistern könne, ein Vorbild. Angetrieben von seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, viel Leidenschaft und Herzblut sowie seinem Glauben habe Adam nie an sich gedacht, sondern immer an die anderen. Deshalb richtete Stolz auch einen großen Dank an Franz Josef Adams Ehefrau Erika.
„Franz Josef Adam war fast 25 Jahre Erster Beigeordneter der Gemeinde Neuhof – das an sich ist heute schon was ganz Besonderes“, würdigte auch Landrat Bernd Woide das Wirken der Person, die an diesem Abend im Mittelpunkt stand: „Er das das nicht für sich gemacht, er hat das für Sie alle, für uns alle gemacht.“ Besonders sei auch, wie Adam sein Amt in einer Gemeinde mit vielen Herausforderungen ausgeübt habe. „Er hatte immer eine Meinung, er war immer im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Sein Wort hatte und hat nicht nur Gewicht, es hat auch zur Problemlösung beigetragen“, führte Woide aus: „Danke für einen Dienst, der heute alles andere als selbstverständlich ist.“ Auch weitere Redner gratulierten Adam, wie zum Beispiel der Vorsitzende der Gemeindevertretung Jürgen Jordan und die Fraktionsvorsitzenden. „Du hast mit deinem ehrenamtlichen Wirken in Neuhof tiefe Spuren hinterlassen“, sagte Jordan und zählte verschiedene Projekte auf: „Auch in der Gemeindevertretung hatte dein Wort Gewicht.“ Beim anschließenden Essen konnte sich ausgetauscht und zurückgeblickt werden. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Chorgemeinschaft Cäcilia. Zahlreiche Geschenke gab es natürlich auch, unter anderem gleich zweimal Gutscheine für einen Rundflug auf der Wasserkuppe.
