Lokales FD 21.05.2025

Entscheidung über zahnmedizinisches Studienangebot in einem Jahr

Fulda (sk) – Die vom Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Fulda beschlossene Gründung eines Trägervereins durch nahm Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld zum Anlass über den Stand der Planungen zu informieren. Dem stimmten alle Fraktionen, auch wenn die SPD vorher grundsätzliche Bedenken bezüglich einer nichtstaatlichen Hochschule äußerte.

Von links: Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Hans-Dieter Alt und Petra Krack (Stadtverwaltung). Foto: Stefan Krug

Wie Wingenfeld erläuterte müsse der Trägerverein gegründet sein, um die Hochschule beantragen zu können. Dies sei zeitnah notwendig, damit der wissenschaftliche Beirat über eine Genehmigung entscheiden könne, mit welcher spätestens im Juni nächsten Jahres „hoffentlich erfolgversprechend“ entscheidet. Die genaue Ausgestaltung müsse dann danach durch die Stadtverordnetenversammlung beraten und beschlossen werden.

Ein Thema waren dann die zu erwartenden Studiengebühren. Jonathan Wulff (SPD) dazu: „Aus Sicht unserer Partei sehen wir nichtstaatliche Universitäten etwas kritisch.“ Es gebe sie nur, weil das Angebot an staatlichen Einrichtungen zu klein sei. Bei den zu erwartenden Studiengebühren meinte er: „Es muss auch in Fulda eine Möglichkeit geben, dort zu studieren für die, die es sich nicht leisten können.“ Wobei er durchaus anerkannte, dass es etwas Gutes sei, den „Bildungsstandort zu stärken“. Hans-Joachim Tritschler (SPD) war gleicher Meinung: „Im Vergleich zu der Hochschule in Brandenburg an der Havel ist mit 132.000 Euro für das Studium sowie weiteren 4.000 Materialkosten zu rechnen. Dafür gibt es keinen Numerus Clausus. Da ist sehr viel mehr wie an staatlichen Hochschulen zu investieren. Sie sollte aber für alle attraktiv sein.“

Oberbürgermeister Wingenfeld erläuterte zur Trägerschaft, dass es sich nicht um eine private, sondern eine kommunale Einrichtung handle, wobei er auf Brandenburg a. d. H. sowie eine dieses Jahr öffnende Hochschule in Erfurt verwies. Die Bundesländer seien nicht bereit weitere Studienplätze zu schaffen, womit es mittelfristig zu Versorgungsengpässen kommen könnte. Diese für Fulda abzumildern diene sowohl die einem Studienangebot angegliederte Klinik als auch die Möglichkeit, dass der eine oder andere Absolvent später hierbleibe.

Momentan sei es auch so, dass die meisten keine Zahnmedizin studieren könnten. Für das Studium sei entweder ein Notendurchschnitt im Abitur von 1,0 erforderlich oder jahrelange Wartezeiten. Viele Abituren mit besten Voraussetzungen gingen deshalb heute ins Ausland zum Studieren, was die Kosten der kommunalen Einrichtung relativieren würde: „Die Situation heute: Entweder 1,0 Abitur oder Ausland ist auch nicht gerecht.“ Dies bestätigte auch Hans-Dieter Alt (CDU), der darauf hinwies, dass es heute nicht mehr Studienplätze gebe wie vor der Wende bei mindestens 16 Millionen mehr Einwohnern in Deutschland.

An sich soll die neue Bildungseinrichtung für die Stadt „kostenneutral“ bleiben, wobei Wingenfeld „einen Zuschuss in einigen Jahren für zwar unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen“ hält. Stipendien für einige Studierende nannte er „eine Hausaufgabe, der wir uns stellen. Wir können ja auch einiges besser machen wie Brandenburg“. Wie diese zu finanzieren wären, muss die Stadtverordnetenversammlung zu gegebener Zeit  entscheiden. Wobei Ernst Sporer (Grüne) anmahnte „nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen“. Grundsätzlich würden sich die Planungen gut anhören und zu gegebener Zeit werde es dann noch „einige Diskussionen geben“.

Haupt- und Finanzausschuss Fulda. Fotos: Stefan Krug