Einfach aufs Rad steigen und direkt losfahren: Das soll mit dem neuen Bike-Sharing möglich werden. Die Handhabung ist ganz einfach: Mittels einer speziellen App (12Drive+) können Interessierte einfach den QR-Code an einer der sechs Station in Fulda sowie auf dem Wunschgefährt scannen und losdemmeln. Je nach genutzter Zeit wird dann ein Betrag abgebucht. „Pro halbe Stunde kostet es 1,50 Euro, pro Stunde logischerweise drei Euro“, erklärte Moritz Watzke, Geomatiker bei der Stadt Fulda: „Pro Tag werden aber maximal 19 Euro abgebucht. Das Rad kann bis zu drei Tage von einer Person in Anspruch genommen werden.“ Werde das Angebot häufiger genutzt, gebe es noch den sogenannten Vielfahrertarif, sagte er weiter: „Da zahlen die Kunden fünf Euro im Monat und bekommen pro Fahrt 50 Prozent auf die Fahrtkosten. Also 1,50 Euro pro Stunde.“ Die Stationen finden sich an vielfrequentierten Orten in der Barockstadt. Die Standorte sind: Hochschule Fulda, Klinikum Fulda, Löherstraße, Schulstraße (Universitätsplatz), Bahnhofsvorplatz und an der Esperantohalle. In Betrieb sind aber bisher nur fünf, denn an der Schulstraße sei noch die Abwasserverband zugange, berichtet Watzke: „Sie wird erst Ende des Jahres zur Verfügung stehen.“
OB Wingenfeld, der selbst viel mit dem Zweirad unterwegs ist, freute sich über das Projekt und, dass es nun endlich losginge. Das „Bike-Sharing“ wurde ins Leben gerufen, um zum einen dem Klimawandel entgegenzuwirken, aber auch den überbordenden Verkehr in der Barockstadt zu reduzieren, führte er aus: „Wir alle sind dazu aufgerufen, unsere Ressourcen nachhaltiger zu nutzen. Wenn es uns gelingt, Mobilität so zu gestalten, dass nicht jeder einzelne ein Auto benutzt, sondern wir ein gemeinsames Angebot für alle schaffen, haben wir viel erreicht.“ Mit dem Bike-Sharing sei die Stadt einen guten Schritt näher an dieses Ziel gekommen, lobte er weiter. Von dem Projekt ist aber nicht nur der Magistrat der Stadt Fulda überzeugt, sondern offenbar auch das hessische Umweltamt, denn dieses hätte das Bike-Sharing mit 70 Prozent subventioniert, stellte Wingenfeld heraus: „Dafür sind wir sehr dankbar.“ Insgesamt belaufen sich die Projektkosten auf zirka 355.000 Euro.
Die Idee ein Bike-Sharing anzubieten sei in der Stadt Fulda allerdings schon ein wenig älter, wie Stadtbaurat Schreiner erzählte. Bereits vor „sieben oder acht Jahren“ sei der Vorschlag in der Stadtverordnetenversammlung aufgekommen, erzählte er: „Damals waren wir in Deutschland aber noch nicht so weit. Der Markt hat das einfach nicht hergegeben. Es war alles zu teuer.“ Die Stadt sei schon kurz davor gewesen, die Idee fallenzulassen, aber vor zwei Jahren habe die CDU gemeinsam mit den Grünen eigens einen Antrag zur Wiederaufnahme des Projektes gestellt. „Da wussten wir dann, die Leute stehen hinter uns“, strahlte der Stadtbaurat: „Ich bin mir auch sicher, dass das Angebot in Fulda angenommen werden wird.“ Sollte es in den kommenden Jahren gut laufen, könne sich die Stadt vorstellen, das Angebot weiter auszubauen, meinte er abschließend.
Nach dem offiziellen Teil, nutzten der OB, der Stadtbaurat und Stephan Fehrenbach, Mobilitätsmanagement mit dem Schwerpunkt Sharing, Rad- und Fußverkehr, die Gelegenheit für eine Testfahrt.
