Am 9. Mai 1955, exakt zehn Jahre nach der Kapitulation des Deutschen Reichs, fand die erste Nato-Ministerratstagung unter bundesdeutscher Beteiligung statt. Kurz danach wurde die DDR in die Warschauer Paktorganisation aufgenommen. Mit der Integration in die jeweiligen Verteidigungsbündnisse war die deutsche Teilung zementiert, wogegen sich im Westen eine starke Opposition geregt hatte. Der Vortrag zeigt, wie es zur Aufnahme beider deutscher Staaten in das jeweilige Paktsystem kam, welche Probleme das mit sich brachte und weshalb sich darin auch ein gehöriges Misstrauen gegenüber den beiden Staaten („doppelte Eindämmung“) manifestierte. Zugleich soll deutlich werden, dass deutsche Teilung nicht unabhängig vom weltpolitischen Großkonflikt USA-UdSSR („Kalter Krieg“) gesehen werden kann, der nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa teilte. Für die BRD wurde die Westbindung, auch wenn sie die Teilung vertiefte, im Endeffekt Katalysator einer neuen Ordnung, die auch über die Wiedervereinigung hinaus Bestand hatte.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Für Anmeldungen zum Akademieabend kontaktieren Interessierte bitte die E-Mail katholische.akademie@bistum-fulda.de.
