„Ich hatte mir schon Chancen ausgerechnet, aber nicht, dass ich fast 60 Prozent bekomme“, sagte Hohnstein, der überrascht war und etwas sprachlos wirkte, als er nach den ersten Glückwünschen auf der Bühne am Mikrofon stand. Er habe auch keine Rede vorbereitet. Amtsantritt ist für ihn am 1. November. Am Montag geht es für ihn erstmal zurück in seinen bisherigen Job – er ist als Diplom Geograf als Leiter der Projektentwicklung bei einem Energieversorger in Frankfurt. Ganz anders war die Gemütslage bei Erb: „Das Ergebnis ist nicht zufriedenstellen. Ich bin einfach nur enttäuscht.“ Er hatte auch mit Blick auf die vielen Jahre, die er sich bereits in der Gemeinde engagiert und den intensiven Wahlkampf mit mehr Stimmen gerechnet. Erb hatte sein bestes Ergebnis mit 70 Prozent in Pfaffenrod, kam sonst aber nur in Brandlos und einem Briefwahlbezirk über die 50 Prozent. Hohnstein erzielte sein bestes Ergebnis in seinem Wohnort Hainzell mit 84,97 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,03 Prozent.
Viele Menschen waren ins Bürgerhaus gekommen, um das Eintreffen der Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen dort mitzuverfolgen. Nach etwa einer halben Stunde waren die Ergebnisse aus neun der zehn Wahlbezirke da und Hohnstein lag bereits deutlich vorne – es fehlte aber noch der mit 1201 Wahlberechtigten größte Wahlbezirk Hosenfeld. Etwa eine weitere halbe Stunde später trat Wahlleiterin Kerstin Mayer dann ans Mikrofon und verkündete das vorläufige amtliche Endergebnis. Es schlossen sich einige Redner an, die Hohnstein gratulierten, aber auch Erb für seine Kandidatur dankten. „Zu einer solchen Wahl anzutreten erfordert Mut und Anerkennung“, sagte Michaela Alt, Vorsitzende der Gemeindevertretung. Amtsinhaber Malolepszy meinte: „Es ist schon eine Überraschung für den ein oder anderen. Natürlich ist die Enttäuschung im CDU-Lager groß“ Er versprach Hohnstein eine ordentliche Übergabe und lud ihn ein: „Die Rathaustür steht offen.“
Für den Landkreis Fulda waren Landrat Bernd Woide und Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt zugegen. „Demokratie lebt von der Auswahl“, hob Woide hervor: „Es ist nicht selbstverständlich, dass Menschen nach vorne gehen.“ Auch einige von Hohnsteins künftigen Amtskollegen, zum Beispiel aus Flieden, Kalbach und Großenlüder, waren gekommen. Stellvertretend überreichte Neuhofs Bürgermeister Heiko Stolz, Vorsitzender der Bürgermeisterkreisversammlung ein Präsent. „Man konnte zumindest vermuten, heute Abend wird es spannend“, sagte Stolz, der die Stimmung in der Nachbargemeinde im Vorfeld etwas mitbekommen hatte: „Es war sogar so spannend, dass ich zwei Karten habe drucken lassen.“ Bevor sich vor Hohnstein eine Schlange von Gratulanten bildete sprachen auch noch Vertreter von CDU und FWG, den beiden einzigen Fraktionen in der Hosenfelder Gemeindevertretung.
