Lokales FD 28.05.2025

Blauzungen-Epidemie belastet Landwirte – Tier-Impfung einzige Hilfe

Fulda (fp) – Die Blauzungenkrankheit (BTV) breitet sich im Landkreis Fulda wieder verstärkt aus und bedroht Nutztiere. 21 Fälle auf ebenso vielen Bauernhöfen wurden seit Jahresbeginn erfasst, darunter Kälber, die bereits im Mutterleib infiziert wurden. Die anhaltende Epidemie bereitet Landwirten in der Region große Sorgen. Eine gute Nachricht gibt es: Für Menschen besteht keinerlei Gefahr.

Symbolfoto: pixabay

Der Virus wird über Mückenstiche übertragen und endet für Schafe sowie Ziegen in der Regel tödlich. Kühe sind zwar ebenfalls betroffen, deren Krankheitsverlauf ist allerdings deutlich milder. Hohes Fieber, starke Gelenkschmerzen, Atemnot, Anorexie: Diese Symptome zeigen Tiere, die von der sogenannten Blauzungenkrankheit betroffen sind. „Die Tiere sondern sich von der Herde ab, bewegen sich wegen den starken Schmerzen irgendwann gar nicht mehr und lehnen dann auch Futter und Wasser ab“, erklärt Thomas Schneider, Pressesprecher des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld: „Daran sterben sie dann meistens auch. Bei Wiederkäuern hat die Nicht-Aufnahme von Nahrung oft starke Auswirkungen.“ Gerade Jungtiere seien besonders anfällig und hätten eine höhere Fatalitätsrate, sagt er weiter: „Es besteht zwar die Möglichkeit, dass die Tiere die Krankheit überleben, aber das dauert oft Monate und dann ist nicht sicher, ob sie sich wieder vollständig erholen.“ Gegen BTV gebe es kein direktes Heilmittel, lediglich eine prophylaktische Impfung könnte eine Ausbreitung einschränken, betont Schneider. Der Kreisbauernverband rate allen Landwirten mit Viehbetrieb eine Impfung durchzuführen, um die Tiere zu schützen. „Wenn die Bereitschaft der Betriebe zum Impfen da ist, denke ich, dass das Thema in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen wird“, fügt er an. Gerade für die Landwirte hätten die Krankheits- und Todesfälle gravierende finanzielle und auch emotionale Auswirkungen, erzählt er. So betreffe diese ja nicht nur die reine Zahl der Tiere, sondern könne weiterhin Einfluss auf die Nachzucht, den Ertrag und natürlich die Psyche der Tierbesitzer haben. „Viele haben ja lange mit den Schafen, Ziegen oder Rindern verbracht und diese auch liebgewonnen“, stellt er heraus: „Dazu kommt die stetige Unsicherheit: ‚Trifft es mich als Betrieb oder nicht?‘ Das ist schlimm für viele Landwirte.“

Im Gegensatz zu den Tieren, besteht für Menschen aber keinerlei Gefahr. „Der Erreger der Blauzungenkrankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar“, berichtet das Veterinäramt des Landkreises Fulda und entwarnt weiter: „Fleisch und Milch und daraus hergestellte Produkte können gefahrlos verzehrt werden.“ Im vergangenen Jahr wurden vom 1. Januar bis 31. Dezember im Landkreis Fulda in insgesamt 114 Beständen Ausbrüche von BTV festgestellt. Davon wurden 106 allein im Zeitraum von 1. September bis Ende des Jahres berichtet. Wie viele Todesfälle daraus resultiert sind, sei aber unklar, denn: „BTV-bedingte Todesfälle werden nicht automatisch erfasst“, räumt das Veterinäramt ein.

Es werde grundlegend empfohlen regelmäßig Blutproben auf BTV untersuchen zu lassen. „Die Symptome ähneln teilweise den Symptomen einer Infektion mit dem Virus der Maul- und Klauenseuche“, heißt es in einer Presseerklärung: „Im Landeslabor werden deshalb alle Proben, die auf die Blauzungenkrankheit untersucht werden sollen, automatisch auch auf MKS untersucht, so dass eine Infektion mit MKS ausgeschlossen werden kann.“ Zudem werde eine Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen gegen BTV 3 empfohlen, schreibt das Veterinäramt weiter: „Dafür wird eine Beihilfe von der Hessischen Tierseuchenkasse und dem Land Hessen gewährt.“ Zwei Euro pro Impfdosis für Schafe und Ziegen und drei Euro pro Impfdosis für Kühe steuern diese bei. Alle weiteren Kosten tragen die Landwirte selbst.

Weitere Informationen zur Impfung finden Betroffene und Interessierte auf der Seite des HTSK unter https://hessischetierseuchenkasse.de/artikel-4/ und weitere Informationen gibt es auch in einem online veröffentlichten Dokument des hessischen Landwirtschaftsamtes. https://landwirtschaft.hessen.de/sites/landwirtschaft.hessen.de/files/2025-05/rz_bf_hmuklv_broschuere_blauzungenkrankheit_din_a5_a02_rse.pdf.