„Es sind bemerkenswerte Momentaufnahmen, die aus lokaler Perspektive das Geschehen nach dem Krieg aufzeigen wollen“, führte Heiler, der Leiter des Kulturamts und des Fuldaer Stadtarchivs ist, aus. In der Aufarbeitung der Nachkriegszeit werde sonst meist ein globaler oder ein nationaler Kontext dargestellt. Dieser unterscheide sich aber zuweilen von den Erfahrungen der Menschen auf regionaler Ebene, stellte er heraus: „Beispielsweise endete der Krieg in Fulda nicht am 8. Mai 1945, sondern schon am 2. April.“ Die Ausstellung beleuchtet noch bis zum 18. August Themen, wie beispielsweise die Trümmerreinigung nach dem Krieg, die Entnazifizierung durch die Amerikaner und viele mehr.
Im Zuge der Ausstellung sei auch ein umfassendes Rahmenprogramm für Privatbesucher und Schulklassen mit Vortragsveranstaltungen geplant, so Heiler. So werde beispielsweise auch Anja Listmann, Beauftragte für jüdisches Leben in Fulda, einen Vortrag über die sogenannten „Displaced People“ (zu Deutsch: „Verschobenen Menschen“) halten. Dabei handelt es sich um Menschen, meist Juden, die aus Fulda verschleppt oder vertrieben wurden, und nach dem Krieg kein Zuhause mehr hatten.
Zur Eröffnung waren zahlreiche Mitglieder der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung gekommen. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßte die Gäste. „Es freut mich, dass ihr so zahlreich erschienen seid. Mit all den Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung hier, sind wir ja fast beschlussfähig“, scherzte er einleitend. Er dankte Heiler für sein Engagement und die Möglichkeit, eine solche Ausstellung präsentieren zu können. Er stellte heraus, dass als Nachkommen des Nationalsozialismus der Stadt und den Bürgern zwei Aufgaben zufallen würden. Zum einen sei es an diesen, nie in Vergessenheit geraten zu lassen, was damals passiert sei, zum anderen müsse sich ein jeder auch dafür einsetzen, die Demokratie zu erhalten, so Wingenfeld: „Wir müssen uns alle die Frage stellen: ‚Was können wir tun, um unsere Demokratie zu erhalten?‘“ Dazu trage diese Ausstellung bei.
Die Sonderausstellung wird gemeinsam vom Kulturamt der Stadt Fulda und dem Vonderau Museum organisiert und ausgerichtet. Weitere Informationen zur Ausstellung finden Interessierte unter 8mai.fulda.de.
