„Auch wenn wir in der Region weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote im Vergleich der hessischen Agenturbezirke haben (Hessendurchschnitt: 5,7 Prozent), ist die aktuelle Entwicklung kein Grund zur Freude“, sagt Katharina Henkel, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda: „Sieht man sich das Vorjahr an, sieht man eine Verschlechterung – auch bei uns in der Region.“ So stieg die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung binnen eines Jahres um 517 Personen (+21,7 Prozent) an. Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit in den Landkreisen Fulda und Hersfeld-Rotenburg sind zum Ende des Monats 2904 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Jobcenter der Landkreise verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Rückgang um 0,4 Prozent auf 4858 Arbeitslose. Am stärksten vom Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betroffen, ist die Personengruppe der jungen Menschen zwischen 20 und 25 Jahren. „Hier könnte sich ein schwächelnder Arbeitsmarkt zeigen. In unsicheren Zeiten werden eher Menschen mit geringerer Berufserfahrung entlassen. Das sind häufig jüngere Menschen“, so die Geschäftsführerin.
Der Bedarf an Arbeits- und Fachkräften ist weiterhin hoch. Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen insgesamt 2184 Stellen zur Vermittlung vor. Angestiegen ist ebenfalls die Dauer bis eine Stelle besetzt werden kann. Die Anforderungen passen nicht immer zum Angebot. Die Agentur für Arbeit setzt mit der Arbeitsmarktberatung dagegen und zeigt Besetzungsalternativen auf. „Der Markt erfordert neue Strategien, um auch weiterhin den Bedarf an Arbeits- und Fachkräften decken zu können“, so Henkel.
Die Unternehmen in der Region nutzen zunehmend das Instrument der Kurzarbeit zur Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen. Im Agenturbezirk haben im November 2024 insgesamt 35 Betriebe, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe, Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen.
Entwicklung im Landkreis Fulda
Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im Mai auf nahezu unverändertem Niveau geblieben. Die Zahl der Arbeitslosen liegt um zehn höher als im April bei 4954. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 3,8 Prozent (Vorjahr: 3,6 Prozent). Die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung stieg binnen eines Jahres um 331 Personen (+20,7 Prozent) an. Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit in Fulda sind zum Ende des Monats 1933 Menschen arbeitslos gemeldet. Das Jobcenter des Landkreises verzeichnete im gleichen Zeitraum lediglich ein Plus von drei Personen, bzw. 0,1 Prozent auf 3021. Der Bedarf an Arbeits- und vor allem Fachkräften ist weiterhin hoch. Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur Fulda liegen insgesamt 1373 Stellen zur Vermittlung vor. Berufliche Möglichkeiten bieten sich in vielen Bereichen – im Gesundheits- und Pflegesektor wie in der öffentlichen Verwaltung, im Groß- und Einzelhandel sowie in der Zeitarbeit. Vielfältige Beschäftigungsansätze bietet auch das Handwerk. Im Landkreis Fulda haben seit Januar 86 Betriebe für 1392 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Im November 2024 haben 31 Betriebe für 1425 Mitarbeiter Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, vor allem im verarbeitenden Gewerbe.
Die Entwicklung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg
Die Arbeitslosigkeit in Waldhessen ist im Mai auf nahezu unverändertem Niveau geblieben. Die Zahl der Arbeitslosen liegt um acht niedriger als im April bei 2808. Die Arbeitslosenquote beträgt weiterhin 4,3 Prozent (Vorjahr: 4,0 Prozent). Die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung stieg binnen eines Jahres um 186 Personen (+23,7 Prozent) an. Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit in Hersfeld-Rotenburg sind zum Ende des Monats 971 Menschen arbeitslos gemeldet. Das Jobcenter des Landkreises Hersfeld-Rotenburg verzeichnete im gleichen Zeitraum einen Rückgang um 1,2 Prozent auf 1837. Dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur liegen insgesamt 811 Stellen zur Vermittlung vor. Berufliche Möglichkeiten bieten sich in vielen Bereichen, im Gesundheits- und Pflegesektor, im Einzelhandel wie im Tiefbau. Vielfältige Beschäftigungsansätze bietet auch das Handwerk. Die Unternehmen in der Region Hersfeld-Rotenburg nutzen das Instrument der Kurzarbeit zur Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen so gut wie nicht. Im November 2024 haben weniger als drei Betriebe Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen.
