Die Ausgangslage lässt sich einfach erklären. Wer sich im Topspiel durchsetzt, hat alles in der eigenen Hand und wird am Ende voraussichtlich die Nase vorn haben. Großentaft um Spielertrainer Patrick Lesser belegt aktuell Platz zwei, hat bei vier Punkten Rückstand aber noch ein Spiel in der Hinterhand. Beide Teams haben zusätzlich das gleiche Restprogramm, sowohl BW als auch Praforst treffen noch auf Schlusslicht FSG Jossatal II sowie den Vorletzten Nüsttal. Lessers Team bekommt es außerdem noch im Nachholspiel mit Hohe Luft II zu tun, aktuell Drittletzter. „Bei allem Respekt vor den Mannschaften – wir können schon davon ausgehen, dass beide Teams ihre restlichen Spiele gewinnen“, betont daher auch der Großentafter Trainer: „Der Sieger des Spiels wird das ziehen, da wird keiner mehr patzen. Und der psychologische Vorteil liegt bei uns“, spricht Lesser den Faktor an, dass die SG Praforst in der Hinrunde alle Spiele gewann, zwischenzeitlich elf Punkte Vorsprung hatte und bereits wie der sichere Meister aussah. Dann folgten jedoch drei unerwartete Niederlagen aus den vergangenen sechs Spielen.
„Uns war klar, dass es eigentlich nur noch um die Relegation gehen kann“, erklärt der BW-Coach: „Von daher haben wir gar keinen Druck. Für den Verein ist das ein super Spiel und wir werden das genießen. Wenn es nicht klappt, bin ich auch keinem böse. Personell kann Lesser dabei aus dem Vollen schöpfen, „abgesehen von ein paar kleineren Wehwehchen, die aber ja jede Mannschaft hat.“ Höchstens als Zaungäste am Sportplatz werden beim Topspiel die beiden Neuzugänge sein, die Großentaft vor ein paar Tagen präsentierte: Danu Bojii (FC Eichenzell) und Ivan Lovakovic (Hünfeld II) schließen sich im Sommer dem Verein und verstärken den ohnehin schon hochkarätig besetzten Kader nochmals: „Danu Bojii kenne ich schon seit Jahren, unsere Kinder gehen beispielsweise in denselben Kindergarten. Er wollte daher auch den zeitlichen Aufwand in der Verbandsliga nicht mehr betreiben. Das ist ein Spieler, der selbst auf Verbandsliga-Niveau Spiele entscheiden kann. Auf ihn kann sich die gesamte Liga freuen, ob A- oder Kreisoberliga“, gerät Lesser über den 28-Jährigen ins Schwärmen. Aber auch über den zweiten Neuzugang freut sich der Spielertrainer: „An Ivan war der Verein schon länger dran, er kennt viele unserer Spieler und wir sind froh, dass es jetzt geklappt hat.“
Auch die Gäste brennen auf das Topspiel - und hoffen auf ein ähnliches Fußballfest wie beim 3:2 im Hinspiel in Rückers. „Wir sind absolut heiß darauf, das erste Duell war schon ein richtig gutes Spiel mit vielen Zuschauern“, betont SGP-Trainer Steffen König. Auch mit nach Großentaft werden sicher viele Fans aus Sargenzell und Rückers reisen: „An Zuspruch hat es uns in den letzten Jahren nie gemangelt“, ist König froh. Die Euphorie sei immer noch groß im Team, auch wenn gegen Schenklengsfeld (1:2) und im Derby gegen Haselbach (1:2) wichtige Punkte liegen gelassen worden sind: „Wir haben jetzt drei Saisonniederlagen. In anderen Klassen wäre man wahrscheinlich immer noch weit vorne, aber hier gibt es eben eine zweite absolute Spitzenmannschaft. Aber solche Spiele kann man verlieren, das will ich gar nicht so an die große Glocke hängen“, so König. Warum auch? Seine SG Praforst hat es weiter in eigener Hand und kann Großentaft mit einem Sieg einen Dämpfer verpassen – und den direkten Vergleich entscheiden. Der gesamte Kader, bis auf den langzeitverletzten Fabian Schander, ist bei der SGP wohl ebenfalls an Bord, sodass einem Spitzenspiel nichts im Weg steht. Mit einem Sieg hätte Praforst sieben Punkte Vorsprung und bräuchte dann noch zwei Zähler für den Titel. Bei einer Niederlage – wie erwähnt – hat es der Verfolger dann in der Hand.
