Im Jahr 1635 hatte eine große Epidemie die Gemeinde Poppenhausen fest im Griff. Nachdem die damaligen Bewohner dieses Unglück im Jahr 1647 überstanden hatten, schworen sie jedes Jahr am Freitag nach Christi Himmelfahrt, einen Bittgang zum „Stein“ respektive zur dortigen Kapelle zu veranstalten. Gemeinsam halten die Bewohner der Rhöngemeinde an der Wasserkuppe jedes Jahr eine Eucharistiefeier an der Steinkapelle ab. Zuvor ziehen die Teilnehmer in einem großen Prozessionszug gemeinsam mit dem Musikverein Cäcilia Poppenhausen und der Kirchengemeinde singend zum Berg, um diesen dann in Stille zu besteigen. „Das ist ein sehr ernster Anlass. Da schweigen wir auf dem Weg nach oben“, sagte der Pfarrer zur Prozession. Bis heute sei diese Tradition nur ein einziges Mal ausgefallen, erklärte, der auch das Gelöbnis vor den Teilnehmern sprach: „Wegen Corona. Da konnten wir es nicht machen.“
Nach dem Gottesdienst werden von der Bäckerei Papperts eigens zu diesem Zweck gebackene „Hagelwecken“ verteilt. „Das sind Milchbrötchen mit Hagelzucker. So soll an den Hagel erinnert werden“, erläutert Schütz weiter.
Nach Corona seien die Teilnehmerzahlen bei der Prozession eingebrochen, hätten aber in den vergangenen Jahren wieder zugenommen, so Schütz. „Es werden jedes Jahr mehr. In diesem Jahr rechnen wir mit 250 Teilnehmern oben auf dem Stein“, freute er sich.
Auch Bürgermeister Manfred Helfrich, der selbst bei der Prozession anwesend war und kräftig mitgesungen hatte, lobte diese Entwicklung: „Ich finde es gut, dass der Glauben in der Region weiter hochgehalten wird.“ Damit auch alles reibungslos klappt, hätte der Musikverein bereits auf dem „Dolles Dorf“-Fest kräftig geübt, versicherte er stolz: „Da wurde dieser schöne Brauch schon einmal vorgezeichnet.“
