Ziemlich groß war das Interesse einiger Eltern an der Frage, wo die Kinder des Kindergartens in Margretenhaun während des Neubaus untergebracht werden. Ab Herbst dieses Jahres soll der bisherige abgerissen werden. In der Beschlussvorlage wurden drei Optionen genannt. Zweimal eine Containerlösung in Margretenhaun „Am Hofgut“ oder im Neubaugebiet „Hutweide“ im Kernort Petersberg Als dritte Lösung gäbe es die Nutzung des alten Kindergartengebäudes in Marbach, in welchem zur Zeit der Kindergarten Lehnerz übergangsweise untergebracht ist. Bevor über die verschiedenen Lösungen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen diskutiert werden konnte, beantragte Peter Zielinski (Grüne) den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen: „Bevor wir darüber abstimmen, soll die Verwaltung erst eine genaue Aufstellung der jeweiligen finanziellen Folgen vorlegen. Es fehlt auch eine Nutzwertanalyse aus Sicht der Verwaltung und der betroffenen Bürger und Eltern.“ Bürgermeisterin Claudia Brandes erklärte dazu, dass eine Wirtschaftlichkeitsanalyse den Gemeindevertretern vorliegen würde. Der Gemeindevorstand habe dazu auch eine, gegenüber dem Beschlussvorschlag, welcher die Lösung „Am Hofgut“ bevorzugte, abweichende Reihenfolge beschlossen, welche sie gerne vorstellen würde. Dazu kam es dann nicht. Mit den Stimmen der Grünen und der CDU wurde der Punkt von der Tagesordnung genommen. Das war der Grund für einen Großteil der Zuschauer, welche nur wegen diesem Punkt anwesend war, die Sitzung kurz nach Beginn wieder zu verlassen.
Über die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs wollte Michael Wahl (Linke) diskutieren und hatte dazu einen Antrag eingebracht. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Wolfgang Hintze (CDU), hatte den Punkt wieder von der Tagesordnung genommen, da für reine „laufende Verwaltung“ nur der Gemeindevorstand zuständig sei. Konkret ging es darum, dass dieser die Zeiten reduziert hatte. Wahl wollte mit dem Antrag erreichen, dass zusätzliche Öffnungszeiten samstags von 9 bis 15 Uhr festgelegt werden. Diese hatte der Gemeindevorstand zwischenzeitlich selbst wieder so festgelegt. Nachdem Hintze Wahl das Wort entzogen hatte, kommentierte Dr. Thomas Stegmann (FDP): „Ich stelle fest, dass der Vorsitzende die Hessische Gemeindeordnung nicht befolgt, indem er den Antrag nicht auf die Tagesordnung setzt. Ein eigenmächtiges Nichtbehandeln ist gelinde gesagt eine Unverschämtheit.“
Gegen die Stimmen der FDP und der Linken erhöhten die anderen Fraktionen die Aufwandsentschädigungen für ehrenamtlich tätige Kommunalpolitiker und auch, erstmals in einer Satzung, Wahlhelfer. In einem eigenen Antrag sprach sich die FDP gegen eine Erhöhung aus. Dazu Stegmann: „Grundsätzlich sind Gemeindevertreter freiwillig und ehrenamtlich tätig. Durch die Erhöhung entstehen zusätzliche Kosten von 20.000 Euro jährlich, keine kleine Summe. Einige wie zum Beispiel Fraktionsvorsitzende erhalten 24 Prozent mehr. Angesichts der aktuellen Mehrbelastung aller Bürger ist das nicht vertretbar.“ Für die Linke sprach sich Michael Wahl gegen eine pauschale Erhöhung aus und wünschte eine regelmäßige Anpassung an die Preissteigerungsrate. Tamara Pfaff (CDU) erklärte dazu, dass sein Vorschlag noch teurer würde.
Zisternen werden ab jetzt, vorerst befristet für ungefähr Jahr, in Petersberg mit 200 bis 500 Euro gefördert. Weitere 1000 Euro kann es dazugeben, wenn Technik zur Nutzung des Wassers als Brauchwasser installiert wird. Einen Ausländerbeirat wird Petersberg nicht installieren, beschlossen wurde stattdessen die Einrichtung einer Integrations-Kommission. Mit großer Mehrheit wurden Anträge der Linken und auch von Dr. Norbert Höhl (Bündnis C) abgelehnt, dass die Gemeinde Räume im ehemaligen Pfarrhaus Marbach anmieten soll.
Zur Information gab es den Jahresabschluss 2023, mit sehr viel besseren Zahlen als geplant. Anstelle eines geplanten Defizits von 886.100 Euro gibt es ein Überschuss von 2.578.983 Euro im ordentlichen Ergebnis. Entsprechend erhöhte sich auch die Bilanzsumme der Gemeinde um rund zwei Millionen Euro auf circa 114 Millionen. Bürgermeisterin Brandes informierte über die Öffnung des Freibads am 1. Mai und des Milseburgtunnels am 11. April. An beiden Terminen lohnt sich ein Kommen „doppelt“, es wird ein kleines Willkommensgeschenk geben.
Einen ganz besonderen Glückwunsch gab es an Winfried Schäfer für 40 Jahre in der Kommunalpolitik – davon 36 Jahre in der CDU und seit vier Jahren in der Bürgerliste. Schäfer war unter anderem 15 Jahre Ortsvorsteher in Steinau, 32 Jahre Gemeindevertreter und dort 24 Jahre Ausschussvorsitzender. Jetzt ist er seit vier Jahren Beigeordneter im Gemeindevorstand.
