Lokales FD 12.03.2025

„Vom Regenwald in den Garten“ gewinnt Schaugartenwettbewerb

Eichenzell (aw) – Die Sommer werden immer heißer, die Winter milder, der Klimawandel schreitet voran und verändert die Pflanzenwelt. Um einen Blick in die Zukunft zu werfen und Möglichkeiten in Bezug auf den Gartenbau aufzuzeigen, haben sich Studierende der Landschaftsarchitektur im Rahmen des Schaugartenwettbewerbs für das Fürstliche Gartenfest intensiv mit dem Thema „Zukunft Garten 2.050“ auseinander gesetzt. Am Dienstag war die Preisverleihung, zu bewundern sein wird am Himmelfahrts-Wochenende der Schaugarten „Vom Regenwald in den Garten“.

Die Gewinner des Schaugartenwettbewerbs für das Fürstliche Gartenfest wurden auf Schloss Fasanerie gekürt. Foto: Anna Weißenberger.

Egal ob „Garten in Balance“, „Gärten verbinden – Ideen spiegeln“ oder „Welkom Oranje“ – die Themen für die Schaugärten der vergangenen Jahren hätten unterschiedlicher nicht sein können. In diesem Jahr feiert das Gartenfest 25. Geburtstag und will vom 29. Mai bis zum 1. Juni vor allem einen Blick in die Zukunft werfen. Mit der Aufgabenstellung „Zukunft Garten 2.050“ haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten über 30 Teams von Studierenden der Fachhochschule Erfurt, der Hochschule Geisenheim und der Hochschule Weihenstephan beschäftigt. Floria Landgräfin von Hessen begrüßte die Anwesenden und erklärte, worauf die Jury, die aus Ralf Habermann vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, Petra Hirsch von der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, Martin Staffler vom Magazin Gartenpraxis, Dr. Markus Miller, Museumsdirektor Schloss Fasanerie und Tina Groth-Müller von der Unternehmensgruppe Prinz von Hessen bestand, besonders geachtet habe: „Uns war wichtig, dass der Schaugarten, wie in den letzten Jahren auch, zum Besuchermagnet wird, der inspiriert und Freude ausstrahlt.“

Nach langer Beratung habe man sich dann für das Projekt „Vom Regenwald in den Garten“ von Vivien Keil und Jan Schilling entschieden. „Schon der Titel bietet Gründe für den Erfolg des Projekts. Es ist eine visuelle Provokation und die Studierenden haben mit den alten Autoreifen nicht nur einen Kontrast zum Schloss geschaffen, sondern auch die Verbindung zu dem lokalen Reifenhersteller gezogen, der in diesem Jahr seinen Standort schließen wird“, begründete Staffler die Entscheidung. Die Gewinnerin Keil, die gemeinsam mit Schilling an der Fachhochschule Erfurt Landschaftsarchitektur im dritten Semester studiert, verriet im Anschluss noch mehr über ihr Konzept: „Wir haben uns überlegt, wie man den Klimawandel auch positiv nutzen könnte. Da die Sommer hier immer heißer und die Winter immer milder werden, ist uns die Idee gekommen, dass man in 25 Jahren vielleicht Bananen- und Ananaspflanzen im eigenen Garten anbauen könnte.“ Um überhaupt ein Konzept ausarbeiten zu können, hätten sie sich die Fläche im vergangenen Jahr angeschaut und erste Ideen entwickelt. „Dadurch, dass wir erst im dritten Semester sind, ist das der erste Wettbewerb für uns und wir hätten niemals damit gerechnet, dass wir gewinnen werden“, freute sich Schlilling.

Wie in den vergangenen Jahren auch, gingen zwei weitere Projekte auch nicht leer aus. Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten zeichnete das Projekt „°Grad Wanderung“ von Lina Wagner aus und über den Preis der Herbert-Heise-Stiftung für Gartenkunst und Landschaftskultur durften sich Inesa Aprodu und Lino Massing mit ihrem Entwurf „Vereinte Gegensätze“ freuen.

Preisverleihung auf Schloss Fasanerie. Fotos: Anna Weißenberger.