Bad Sodens Trainer Lars Schmidt ist lange genug im Geschäft, hat viele Spitzenspiele absolviert und kann die Tabelle lesen. Vor dem Heimspiel gegen den Tabellenführer, der wohl nur noch von seinem Team oder Hessen Kassel II aufgehalten werden kann, weiß er: „Wenn wir gewinnen, wird es nochmal richtig spannend. Bei einem Unentschieden ist zumindest mit einer gewissen Fantasie noch was drin, bei einer Niederlage würde mir diese Fantasie fehlen“. Erstmal seien die Sprudelkicker froh über die Ausgangslage, die sie sich mit dem 4:0 in Flieden vor einer Woche erarbeitet hatten. Erwartungsgemäß ballerte aber auch CSC Kassel direkt los und kam mit einem 6:1 gegen Wabern aus der Winterpause.
Doppelpacker bei diesem Sieg war direkt Alban Meha, der vom KSV Hessen höherklassige Erfahrung mitbringt – und sich in die Reihe mit Kevin Nennhuber, Jon Mogge oder Marco Dawid einreiht. Der Kader des CSC ist gespickt mit Klasse, wenngleich Meha fürs Wochenende fraglich sein dürfte, weil er parallel ja noch Co-Trainer beim KSV Hessen Kassel ist.
Doch verstecken muss sich die SG Bad Soden gewiss nicht. Nachdem die Freude über den Auftaktsieg in Flieden „ausgekostet“ wurde und der Fokus nun voll und ganz dem Spitzenspiel gilt, wollen die Sodener vor heimischer Kulisse den Meisterkampf nochmal richtig anheizen. „Es wird ein Spiel, das ein bisschen Interesse wecken dürfte“, so Schmidt, der den Kunstrasen ankündigt, da der Rasenplatz in Bad Soden noch nicht bespielbar ist – ohnehin wurde bisher nur am Kunstrasen trainiert.
Das Hinspiel in Kassel endete 1:1, Soden führte lange, ehe Toni Lecke in letzter Minute ausgleichen konnte. Doch dieses oder vergangene Duelle haben dazu beigetragen, dass sich beide Teams mittlerweile sehr gut kennen, wie Schmidt sagt: „Sie haben im Winter noch Meha dazubekommen, den kenne ich noch von früher und weiß, was er fußballerisch kann“. Auf Seiten der Sprudelkicker gelte es noch, das eine oder andere zu klären: Einerseits die spielerische Ausrichtung, was Schmidt mit dem Mannschaftsrat bespricht. „Es geht um die Herangehensweise, vielleicht stellen wir ein bisschen um. Aber es kommt dann darauf an, ob beide mit offenem Visier spielen oder es ein taktisches Geplänkel wird. Das kann man nicht voraussagen“. Voraussagen kann Schmidt andererseits aber, dass einige Akteure am Spieltag nichts essen werden, zumindest vor Anpfiff. „Einige stecken im Ramadan, eine nicht unerhebliche Zahl von Spielern. Fokussiert sind sie alle, aber man spürt es an der Frische. Dem müssen wir Rechnung tragen“.
