Die Zuschauer am Kunstrasen am Auestadion sahen zwei relativ unterschiedliche Halbzeiten, die zweite gehörte zu großen Teilen den Gästen aus Osthessen. Neuhof nahm den Kampf an und kam immer besser ins Spiel. „Die zweite Halbzeit war viel besser, die Schlussphase hat uns gehört. So war eigentlich zumindest ein Punkt drin“, wusste auch Neuhofs Trainer Alexander Bär, dessen Team im zweiten Durchgang drei oder vier Großchancen liegenließ. Nikola Naumoski brach schließlich den Bann, aus kurzer Distanz traf er zum 1:2. Der SVN war dem Ausgleich auch in der Folge näher als Kassel der Vorentscheidung, gefährlich wurde es vor dem Tor von Kassels Keeper Theodor Bachmann jedoch nicht wirklich. Stattdessen erwies Torschütze Naumoski seiner Mannschaft einen Bärendienst und flog nur 14 Minuten nach seinem Treffer mit der Ampelkarte vom Platz. „Es ist ein klares Foulspiel, ob ich wirklich Gelb-Rot geben muss weiß ich nicht“, analysierte Bär die Situation: „Unabhängig davon war das aber einfach unnötig, mitten im eigenen Angriff vorbelastet so in den Zweikampf zu gehen. Generell haben wir uns auch bei den Gegentoren einfach dumm verhalten“, fand der Trainer deutliche Worte.
In der Tat halfen die Gäste bei der Entstehung der Kasseler Tore tatkräftig mit: Im ersten Durchgang, der zweifelsfrei den Junglöwen gehörte, fielen beide Tore begünstigt durch Fehler der Neuhofer. Schon beim 1:0 durch Ilias El Hammiri stellte der SVN das Verteidigen auf der rechten Abwehrseite komplett ein. „Und auch beim 0:2 geht es wieder über die rechte Seite, wir klären den Ball nicht und dann ist da eben ein Sebastian Schmeer, der die Qualität hat, solche Tore zu machen“, sagte Bär. Sein Gegenüber, Löwen-Trainer Christian Andrecht, analysierte das Spiel ähnlich: „In der zweiten Halbzeit waren wir zu lethargisch und machen es unnötigerweise spannend. Die Hektik wäre nicht nötig gewesen. Vor allem aufgrund der ersten Halbzeit ist das aber ein verdienter Sieg, wir hätten schon nach 30 Sekunden in Führung gehen können und müssen bis zur Pause eigentlich mindestens drei oder vier Tore machen“, so Andrecht, der dennoch zufrieden mit der Leistung seines Teams war. „Es war teilweise zerfahren und unstrukturiert, dafür haben wir es aber ordentlich gemacht.“
Hessen Kassel II: Bachmann; Schmeer (90+1. Schmeer), Schmacke, Hagemann (90. Eckhardt), El Hammiri (81. Pagna), Evljuskin, Michels, Schade, A. Prieto (67. Ljatifi), Nduka, E. Prieto (90+2. Di Giglio).
SV Neuhof: M. Silva; Sousa (90. Alves), Santos, Lopes, Coly, Naumoski, Orellana (46. Dutra), Nunes (64. Brehme), J. Silva (72. Teixeira), Amorim, Almeida (46. Silva).
Schiedsrichter: Maximilian Lotz (Bauerbach)
Tore: 1:0 Ilias El Hammiri (13.), 2:0 Sebastian Schmeer (40.), 2:1 Nikola Naumoski (74.)
Zuschauer: 250
Gelb-Rote Karte: Nikola Naumoski (Neuhof, 88.)
