„Wolfgang Hamberger hat in einzigartiger Weise Spuren hinterlassen“, stellte Wingenfeld fest. Er berichtete von Hambergers erstem Besuch in Fulda in 1949, bei dem dieser eine Rede des damaligen Oberbürgermeisters Cuno Raabe gehört habe, „Fulda zu verinnerlichen“. Diesen Appell habe Hamberger verinnerlicht und sich 28 Jahre als OB in den Dienst der Stadt gestellt. In seinem Amt habe er vieles erreicht: „Bisweilen musste er lange um Errungenschaften kämpfen, die uns aus heutiger Sicht richtig und gar selbstverständlich erscheinen.“ Als wichtige politische Projekte nannte der aktuelle Rathauschef unter anderem die Schaffung eines ICE-Knotenpunkts in Fulda, den Einsatz für eine menschengerechte Stadtplanung und für das Klinikum Fulda, sowie die Arbeit für mehr Nachhaltigkeit. „Ohne seine Familie wäre das nicht denkbar gewesen“, führte Wingenfeld weiter aus und ergänzte: „Wolfgang Hamberger strahlte mit seinem Wirken weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus.“ Auch nach seiner Amtszeit habe der nun Verstorbene die Gemeinschaft mitgestaltet, sei es durch sein Engagement für den Fuldaer Geschichtsverein oder das Point Alpha Museum. Nicht zuletzt habe Hamberger vor allem Kunst, Kultur und Musik immer wieder gefördert. Dazu zählte der Oberbürgermeister ebenfalls die Foaset, welche sein Amtsvorgänger als Schirmherr und Büttenredner gerne begleitet habe. „Wir werden Wolfgang Hamberger schmerzlich vermissen“, sagte der Rathauschef abschließend. Alois Hofmann sprach für den Freundeskreis Fulda-Leitmeritz ebenfalls über die Verdienste Hambergers.
Bischof em. Heinz Josef Algermissen und Stadtpfarrer Stefan Buß hielten die feierliche Messe. Buß erinnerte in der Predigt an die persönlichen Eigenschaften, welche Hamberger als Mensch ausgemacht hatten. Er verwies beispielsweise an seine Jugenderfahrungen der NS-Zeit und des zweiten Weltkriegs sowie einen Bombenangriff auf Mainz, den Hamberger überlebt hatte. In seinem Wirken habe der langjährige Oberbürgermeister viele Weichen gestellt und gleichzeitig immer Zeit für die Familie gefunden. Der Stadtpfarrer berichtete, dass Hamberger als Vater eher zugewandt gewesen sei und in der Erziehung die Ansicht vertrat: „Kinder müssen sich entfalten.“ So habe er ihnen beispielsweise die Liebe zum Lesen mitgegeben: „Es gab nichts an Literatur, was er nicht gelesen hat.“ Buß beschrieb Hamberger als einen Menschen, der respektvoll mit allen umgegangen sei, ob Würdenträger oder Pförtner. Der Stadtpfarrer erzählte zudem von kleinen Ritualen, mit denen der Ehrenbürger Fuldas die Erinnerung an seine Frau nach ihrem Tod aufrechterhalten habe, oder von seiner Neigung für Süßes: „Er hat Anis-Plätzchen geliebt.“ Buß hob nicht zuletzt den starken katholischen Glauben Hambergers hervor und wünschte sich, dass Gott ihn freundlich in seine Wohnung einkehren lasse. Algermissen ging ebenfalls auf die „Fundierung im Glauben“ des ehemaligen Oberbürgermeisters ein.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Gesellschaft und Weggefährten aus dem Leben Hambergers sowie der Fuldaer Zeitgeschichte tummeteln sich im Dom, um Abschied vom Ex-Oberbürgermeister zu nehmen. Am Nachmittag fand die Beisetzung auf dem Zentralfriedhof statt. Die Fuldaerinnen und Fuldaer nehmen Abschied von einem bedeutenden Menschen, Politiker, Wegbereiter und Demokraten.
