Die Ermittlungen gerieten bereits am Samstag, 22. Februar, in Gang, nachdem die Polizei durch einen Hinweis über den Fund eines toten Säuglings in einem Wohnhaus in Heringen informiert worden war. Aufgrund weiterer umfangreicher Folgeermittlungen der Strafverfolgungsbehörden und einer gerichtsmedizinischen Untersuchung ergab sich schließlich der Verdacht eines Tötungsdelikts. Im Zusammenhang mit den polizeilichen Maßnahmen am Donnerstag kam es unter Beteiligung hessischer Spezialeinsatzkräfte gegen 19.45 Uhr in dem Wohnhaus in Heringen zur Festnahme von zwei Personen, die in einem persönlichen Verhältnis zueinander stehen – einer 34-jährigen Frau und einem 40-jährigen Mann. Inwieweit die beiden Personen mit dem Säugling in Verbindung stehen, ist derzeit noch nicht bekannt und Bestandteil der weiteren Ermittlungen.
Die 34-jährige Frau wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Fulda am Freitagnachmittag dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Bad Hersfeld vorgeführt. Dieser erließ antragsgemäß Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Totschlags. Die Frau wurde im Anschluss in eine hessische Justizvollzugsanstalt überstellt.
Der 40-jährige Mann wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen am Freitagmittag entlassen, da ein dringender Tatverdacht gegen diesen nicht zu begründen war.
Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Fulda und der Kriminalpolizei Bad Hersfeld zu den Umständen und Hintergründen der Tat dauern an. In diesem Zusammenhang haben Ermittler der Kriminalpolizei am Freitag aufgrund eines richterlichen Beschlusses das betreffende Anwesen zum Zwecke des Auffindens möglicher Beweismittel durchsucht. Polizei und Staatsanwaltschaft bitten um Verständnis, dass sie aufgrund des laufenden Ermittlungsverfahrens hierzu derzeit keine weiteren Angaben machen können.
Heringens Bürgermeister Daniel Iliev schreibt auf Facebook: „Ich habe erst jetzt aus der Zeitung erfahren, welch schlimme Tat in unserer Stadt geschehen ist. Ich bin schockiert und ringe um Worte. Dass ein Säugling auf solch grausame Weise sterben musste, macht mich zutiefst betroffen. Den Einsatzkräften möchte ich danken und meinen großen Respekt aussprechen.“ Er bittet zudem darum, auf Spekulationen zu verzichten.
