Von Minusgraden ließen sich die Aktiven der FKG nicht abschrecken. Am Morgen des Rosenmontags sammelten sie sich gegenüber der Stadtwache, um diese zu erstürmen. Ein Banner machte deutlich, dass es an diesem Vormittag die „Camp-Wache“ war, das Motto dort: „Wir haben Konfetti im Schlafsack und die Foaset im Herzen“. Vom ersten Hindernis, der roten Fußgängerampel, ließen sie sich nicht abschrecken und auch die vordere Verteidigungslinie – mehrfach gespanntes rot-weißes Absperrband, hinter dem sich die Vertreter von Recht und Ordnung aufgestellt hatten – war schnell durchbrochen. „Zeig mal, was du kannst“, forderte Ramona Gärtner vom städtischen Ordnungsamt den Prinzen anschließend auf. In Anlehnung an den Beruf von Prinz Johannes Caravanicus LXXXII. (Johannes Günther) wartete eine Campingaufgabe: Zelt aufbauen und in den Schlafsack schmeißen. Mit Unterstützung seines Prinzenmariechens Natalie Müller setzte sich der Prinz gegen Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Polizeipräsident Michael Tegethoff durch, der OB monierte allerdings, dass die Narren ihm den Schlafsack geklaut hätten. Drinnen im Warmen räumte Wingenfeld dann ein: „Es war wieder ganz schön knapp.“ Er dankte allen, die bei der Verteidigung unterstützt hatten.
Etwas zwischen den Stühlen stehend ergriff Ex-Prinz Marco Abersfelder, von Beruf Polizist, das Wort und lobte die Prinzenmannschaft. „Mit Trommeln, Musik und großem Hurra, machen Sie die Stadtwache schnell klar.“ Auch ging er auf die Waffenverbotszone ein, die dazu führt, dass die Karnevalisten weder Säbel noch Kanone mitführen dürfen. Davon hätten sie sich aber nicht abhalten lassen. Der aktuelle Prinz freute sich über die erfolgreiche Eroberung und die Rückkehr zur Stadtwache, nachdem in den vergangenen Jahren das Stadtschloss gestürmt worden war: „Es ist schön, wieder hier zu sein.“ Er wünschte sich einen friedlichen und freundlichen Romo, bei dem die Polizei nichts zu tun hat. Im Anschluss bekam der Polizeipräsident alle wichtigen Orden verliehen. FKG-Präsident Oliver Weißenberger dankte den Institutionen der Gefahrenabwehr für ihren Einsatz beim Kinderumzug am Fastnachtssonntag, er habe sich zu jeder Zeit sicher gefühlt. Der Oberbürgermeister überreichte im Anschluss Camping-Kappen und einige Leckereien aus Fulda. Zudem kündigte er einen neuen Campingplatz an, der mit den passenden Kappen eröffnet werden dürfe. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam „Ich bin in Fulda verliebt“.
