In zunächst zwei Bauabschnitten sind umfangreiche Arbeiten an den Gleisen und deren Zugangswegen geplant. Vom 18. März bis Mitte November dieses Jahres werden zunächst der Bahnsteig 1 auf 355 Meter Länge erweitert sowie dessen Höhe auf 76 Zentimeter über Schienenoberkante angehoben. Die Bahnsteige 36/37 sowie 38/39 werden außerdem um 55 Zentimeter erhöht und deren Zugangswege angepasst. Zusätzlich werden an den genannten Bahnsteigen neue Beleuchtungsanlagen und ein taktiles Wegeleitsystem installiert, um Menschen mit einer Sehbehinderung den Zugang zu erleichtern. Auch das Posttunneldach auf Bahnsteig 1 wird saniert und es werden neue Wetterschutzhäuser an den Bahnsteigen 36/37 und 38/39 angebracht.
In der zweiten Bauphase von Anfang 2027 bis voraussichtlich dem dritten Quartal 2028 sind dann die Mittelbahnsteige 3/4, 6/7 und 8/9 dran. Dort werden Aufzüge sowie ebenfalls ein taktiles Wegeleitsystem eingebaut. Außerdem werden die Rampenanlagen, Dächer und der Belag der Mittelbahnsteige erneuert.
Rund 35 Millionen Euro für das Projekt seien zwar viel Geld, erklärte Dr. Klaus Vornhusen, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für das Land Hessen, aber: „Es sind auch nötige Investitionen, um barrierefrei Einstiege zu haben.“ Mit der Sanierung soll in Zukunft das Zu- und Aussteigen für Menschen mit und ohne Behinderung erheblich erleichtert und der Fuldaer Bahnhof an die modernen Anforderungen angepasst werden, sagte er weiter.
Ines Fröhlich, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlicher Raum, sagte: „Wenn wir die Mobilitäts-Wende erreichen wollen, müssen wir auch gemeinsam ein attraktives Mobilitäts-Angebot schaffen. Es geht um Zubringerverkehr, es geht um Abbringerverkehr, es geht um die Frage der Attraktivität. Das schaffen wir nur gemeinsam.“ Das Land Hessen unterstützt das Bauprojekt mit 4,5 Millionen Euro.
Stefan Schwinn, Leiter des Regionalbereichs Mitte der DB InfraGo AG, Geschäftsbereich Personalbahnhöfe, lobte das bereits bestehende „exzellente Verkehrsangebot“ in Fulda, betonte aber auch, dass die Infrastruktur bereits in die Jahre gekommen sei. Gerade beim Thema Kapazität seien Defizite auszugleichen. „Wir müssen dieses System zukunftssicher machen“, fügte er an. Weiter hoffe er, dass nach den Umbauarbeiten an den Gleisen auch das Bahnhofsgebäude in einem weiteren Bauabschnitt saniert werden könne und versprach: „Wir werden die erste Chance, die sich uns bieten wird, auch nutzen, um das Gebäude zu sanieren.“ Er hoffe, dass das Sondervermögen des Bundes diese Maßnahmen möglich machen wird. „Stand heute bin ich zuversichtlich, dass wir das alles hier zu einem guten Ende bringen können“, meinte er abschließend.
Auch Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), beurteilte die geplanten Umbaumaßnahmen als positiv, mahnte aber dazu, auch weitere Bahnhöfe barrierefrei auszubauen. „Was bringt es mir, wenn ich barrierefrei einsteigen, aber drei Stationen später dann nicht mehr aussteigen kann“, führte er aus und ergänzte: „Wir müssen insgesamt mehr, weiter und verstärkt so viele Verkehrsstationen wie möglich modernisieren.“ Barrierefreiheit werde auf allen Strecken gebraucht, sagte Ringat weiter und forderte: „Wir müssen streckenweise ausbauen.“
Als Vertreter des Landkreises und der Stadt Fulda richteten auch Landrat Bernd Woide sowie Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld einige Dankesworte an die Anwesenden. OB Wingenfeld bezeichnete den Spatenstich als „historisches Ereignis“ für Fulda und die gesamte Region: „Ich glaube es kann keine Stadt in Deutschland so sehr bestätigen, was für einen Schub der Ausbau eines Bahnhofes bietet, wie Fulda.“ Landrat Woide stellte auch die große Bedeutung einer verbesserten Infrastruktur für die gesamte Region und den Landkreis heraus. „Das greift in das Leben jedes Einzelnen ein“, fügte er mit Blick auf die zahlreichen Pendler, Schüler und Reisenden, die täglich am Fuldaer Bahnhof aus- und umsteigen, an. „Ja, wir haben in Deutschland unsere Probleme, auch in der Infrastruktur. Wir sind aber auch in der Lage diese Aufgaben wahrzunehmen und zu bewältigen“, motivierte er abschließend.
