Fußball 12.03.2025

Regionalliga – SGB wieder „brutal bestraft“ – Die Spitzenteams warten

Fulda (pf) – Quo vadis, SG Barockstadt Fulda-Lehnerz? Nach dem 0:3 im Fußball-Regionalliga-Derby gegen Kickers Offenbach war deutlich, dass die SGB aktuell deutlich weiter von der Liga-Spitzengruppe weg ist, als von der Gruppe der Teams, die um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Die nächsten Wochen haben es in sich, die Defensivarbeit muss sich verbessern, weiß auch Trainer Daniyel Cimen.

Clint Essers (schwarzes Trikot) und die SG Barockstadt wurden vom OFC um Onur Ünlücifci kalt erwischt. Foto: Christine Görlich

„Der Tabellenplatz hat da ein bisschen getäuscht“, hebt SGB-Coach Cimen mahnend den Zeigefinger. Immer noch ist die Barockstadt zwar Neunter, doch der erste Abstiegsplatz – im schlimmsten Fall bei fünf Absteigern – ist nur acht Punkte weg. Die drei sicheren Abstiegsränge sind elf Zähler entfernt. „Es war uns bewusst, dass wir noch Punktebrauchen“, so Cimen. Deshalb seien die Remis gegen Göppingen und in Steinbach Haiger im Nachhinein umso bitterer und tun nun „noch mehr“ weh.

Das 0:3 gegen Offenbach sei aus Fuldaer Sicht „zu hoch ausgefallen“, wenngleich es knallhart verdeutlichte, in welcher Situation sich beide Teams aktuell befinden: „Es hat sehr gut aufgezeigt, dass die eine Mannschaft gerade das Momentum auf ihrer Seite hat, und wir im Moment einfach nicht das nötige Spielglück haben“.

Die Möglichkeiten waren auch gegen die Kickers da – Antlitz kurz nach der Pause, Reinhard im Strafraum, das weggepfiffene Tor. „Dann kann so ein Spiel vielleicht nochmal kippen“, weiß Cimen, der aber auch auf die Gegentore schaut und zurecht hadert: „Ein Freistoß, eine Ecke, bei der wir nicht aufpassen, und das dritte Tor müssen wir etwas ausklammern, weil wir da schon extrem aufgemacht hatten“. So oder so stehen aber sechs Gegentore in den vergangenen zwei Spielen. „Wir müssen uns schleunigst gegen den Ball wieder verbessern, und mit Ball ist es einfach leider noch zu inkonstant“.

Stichwort Defensive: Dort bekam Aaron Frey den Vorzug vor Milian Habermehl, der seine Sache zuvor mit Grösch an der Seite gut gemacht habe. „In Steinbach war Aaron noch nicht bei 100 Prozent, aber jetzt war er fit und für mich auch klar, dass er in der Startelf steht“, erklärt Cimen.

Es gelte, im Training sowohl defensiv als auch offensiv weiter zu arbeiten. Der Coach weiß, „dass wir in allen Spielen ja nicht chancenlos waren und unsere Möglichkeiten hatten, in Steinbach sogar für vier oder fünf Tore. Aber wir schaffen es nicht, effektiv und konstant zu sein“. Defensiv wiederum muss die SGB einfache Gegentreffer abstellen, wie nach dem Eckball gegen Offenbach zum 0:2. „Das war ja nichts Weltbewegendes, wir verteidigen es nur nicht konsequent“, so Cimen, der findet, „dass wir im Moment auch echt brutal bestraft werden“. Einzig vor dem Nazarov-Freistoß muss der Fuldaer Trainer den Hut ziehen, und wiegelt Vorwürfe an Keeper Samuel Zapico ab: „Es standen mit Nazarov ein Rechtsfuß und mit Ünlücifci ein Linksfuß beim Ball, da muss er einen Schritt weiter in der Torwartecke stehen. Das ist völlig normal. Der Ball schlägt neben dem Pfosten ein, von der seitlichen Perspektive hat es vielleicht so gewirkt, dass er haltbar war, aber da gibt es sehr, sehr wenige Torhüter, die da vielleicht rankommen“, unterstreicht Cimen.

Defensiv zumindest wird die SG Barockstadt in den nächsten Wochen gefordert sein: Am Samstag geht es zum Tabellendritten FSV Frankfurt. Dann kommt mit Freiberg der Tabellenfünfte und Hoffenheim-Bezwinger vom Wochenende nach Fulda, ehe die Barockstädter selbst zur TSG Hoffenheim II müssen. „Wenn man das sieht, müssen wir davon ausgehen, dass wir viel in der Defensive arbeiten müssen. Aber das müssen wir generell und immer“, so Cimen.

Ein Titelkandidat nach dem anderen – immerhin gibt es eine positive Nachricht von Tim Korzuschek, der am Montag wieder eingestiegen ist und voll mittrainieren konnte.