Fußball 05.03.2025

Regionalliga – Cimen: „Als Verein gesund wachsen“ – Licht und Schatten

Fulda (pf) – Die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ist auf 90 Minuten gesehen noch ungeschlagen und sieglos zugleich im Jahr 2025: 1:1 im Pokalspiel in Haiger, 0:0 gegen Göppingen, und zuletzt 3:3, nach einer Achterbahnfahrt, wieder beim TSV Steinbach Haiger. Trainer Daniyel Cimen sieht sein Team in der Fußball-Regionalliga Südwest aber dennoch auf dem richtigen Weg und betont, sportlich wie strukturell nichts überstürzen zu wollen.

SGB-Trainer Daniyel Cimen. Foto: Christine Görlich

Das Faschingswochenende ist vorüber, der Frust über das späte 3:3 beim TSV etwas abgeschüttelt. „Ich weiß es nicht genau, aber kann mir schon vorstellen, dass wir die eine oder andere Faschingsnase in der Mannschaft haben“, schmunzelt SGB-Trainer Daniyel Cimen, der mit seinem Team am Samstagvormittag schon in die Aufarbeitung des Spiels ging und die Jungs danach verabschiedete. „Jetzt freue ich mich aber wieder, die Jungs im Training zu sehen“, so Cimen vor der Dienstags-Einheit. Dennoch sei es „doppelt und dreifach bitter“ gewesen, dass es nicht zum ersten Sieg nach der Winterpause reichte, weil nicht nur das 3:3 spät in der Nachspielzeit fiel, sondern auch noch nach Ansicht der Videobilder eine Abseitsstellung vorausging. „Aber so ist es im Fußball. Wichtig ist, dass wir unsere richtigen Lehren daraus ziehen“, betont Cimen und fügt deutlich an: „Ich will trotzdem nicht die gute Auswärtsleistung vergessen“.

Niklas Antlitz gelang sein erstes Barockstadt-Tor, Nils Fischer traf ebenso, und auch Milian Habermehl, dem gegen Göppingen ein Tor auf der Linie geklärt wurde, machte diesmal seinen Kopfballtreffer. Und Cimen sah, „dass wir mit Widerständen umgehen können“. Nicht nur gab es erneut ein ganz frühes Gegentor, sondern auch die Reaktion auf das 2:2 beeindruckten Cimen: „Da kann das Momentum kippen, aber die Jungs haben direkt reagiert und nicht den Eindruck gemacht, dass sie auf Unentschieden gehen wollten“.

Auf der anderen Seite schien die SGB das Spiel aber beim Stand von 2:1 im Griff zu haben, Steinbach Haiger brachte lange offensiv nichts zustande. „Aber wenn eine Mannschaft nur mit einem Tor zurückliegt, glaubt sie immer an sich“, nennt der Trainer einen großen Faktor im Bereich der Regionalliga, „wo es unheimlich viele 50:50-Spiele gibt. Entweder du musst diese Spiele halt killen, oder so konsequent verteidigen, oder so konsequent verteidigen, dass es auch so reicht. Auf der anderen Seite sind wir aber weiterhin unheimlich schwer zu schlagen“, ist auch Cimen hin- und hergerissen, der aber auf die Entwicklung schaut: Anfang September ist er als Barockstadt-Trainer vorgestellt und ins kalte Wasser geworfen worden, nun sind gerade einmal drei Pflichtspiele nach seiner ersten kompletten Vorbereitung mit dem Team vergangen: „Wenn man ins obere Regionalliga-Drittel möchte, muss man versuchen, in diesen ganzen Dingen besser zu werden. Aber ich bin ja nicht angetreten, um in ein paar Monaten alles hinzubekommen. Natürlich ist das eine Wunschvorstellung, aber wir haben uns auch eine gewisse Zeit genommen, in der wir uns entwickeln wollen. Wir müssen auch als Verein weiter wachsen, gesund wachsen. Da sind wir intern ganz klar. Da geht es noch um viel mehr“, spricht Cimen die schrittweise Professionalisierung an: „Trotzdem haben wir natürlich den Anspruch, das Maximale herauszuholen, und sind da denke ich auf einem guten Weg“. Einen richtigen Gradmesser bekommt die SGB nun kommendes Wochenende mit Kickers Offenbach.