Am Tag nach der Beerdigung von Dr. Wolfgang Hamberger wurde mit, so Stadtverbandsvorsitzender Dag Wehner, „großer Achtung und Dankbarkeit der großen Lebensleistung“ des ehemaligen Oberbürgermeisters gedacht. Geblickt wurde auch auf die anderthalb Wochen zurückliegende Bundestagswahl, bei der die CDU bei den Erststimmen im Kreis ein gutes Ergebnis erzielte. „Nur 32,1 Prozent bei den Zweitstimmenmachen macht schon sehr nachdenklich“, sagte Wehner: „Die Zeiten von absoluten Mehrheiten sind vielleicht vorbei – das war, bevor es eine andere Partei gab. Das AfD-Ergebnis von 22 Prozent, in manchen Wahllokalen über 50, ist besorgniserregend auch mit Blick auf die Kommunalwahlen.“ Nur mit gemeinsamer Anstrengung, hier erwähnte er besonders auch einige anwesende Neumitglieder, werde es gelingen, Fulda weiter so positiv zu gestalten.
Die Festrede eröffnete Wingenfeld mit einem kleinen Verweis darauf, was die CSU zum Poltischen Aschermittwoch sagen würde: „Er ist dazu da, denen in Berlin die Leviten zu lesen, damit es uns in Bayern gut geht.“ Man sei aber in Fulda und da gelten eher die Worte von Stadtpfarrer Stefan Buß, der zum Auftakt der Fastenzeit zu „Umkehr, Buße und Innerer Erneuerung“ aufgerufen hatte. Der diesjährige Termin sei dabei tatsächlich etwas Besonderes nach der Bundestagswahl mit der Erneuerung der Regierung und weil vor „80 Jahren die Amerikaner uns die Demokratie gebracht haben“. Zur Kommunalwahl in einem Jahr sagte Wingenfeld weiter: „Wir haben alle die Chance, die Demokratie und unsere Heimat zu gestalten.“ Es gelte dabei, nur Versprechen zu geben, die auch gehalten werden: „Viele Menschen, auch global, haben das Vertrauen in die bisherigen Parteien verloren.“ Sie zurückzugewinnen „wird nur gelingen, wenn wir Probleme anpacken, lösen und das umsetzen, was wir im Wahlkampf versprochen haben“, so der Oberbürgermeister.
Auch Wingenfeld blickte zurück auf die Bundestagswahl: „Ich war von dem Wahlergebnis insgesamt auch enttäuscht und hätte mir mehr gewünscht.“ Wobei er „fasziniert“ war vom „Dream-Team“ Alexander Günther, Oliver Weißenberger und Peter Bleuel, die mit ihrem Suppenangebot immer für eine „Riesentraube von Menschen“ rund um den CDU-Stand auf dem Uniplatz gesorgt hätten. Mit Friedrich Merz, einem überzeugten Europäer, werde jetzt der Richtige Bundeskanzler. „Wenn man sich die Herausforderungen anschaut, könnte man meinen ‚Wo bleibt das positive Denken?‘“, meinte Wingenfeld mit Blick auf die Themen Wohnungsbau, innere Sicherheit, Migration, Ärzteversorgung und Finanzierung staatlichen Leistungen, bei denen die bisherige Regierung wenig Lösungen geboten habe. Wenn die CDU Vertrauen bei den Menschen wolle, ginge das nicht nur mit Wahlkampfversprechen sondern mit der Lösung von Problemen.
Traditionell werden während des Politischen Aschermittwoch auch langjährige Mitglieder geehrt. Eine Urkunde und ein Präsent erhielten für 25 Jahre in der CDU: Alexander Günther, unter anderem auch „Stimmenkönig“ bei der letzten Kommunalwahl, Heiko Fillauer, Ortsvorsteher von Dietershan, Renate Stieber, sehr engagiert in der deutsch-amerikanischen Freundschaft, Reinhard Schwab, der sich in der Bildungspolitik engagierte, sowie Heiko Wingenfeld, Oberbürgermeister seit 2015 und in vielfältigster Weise bis auf Landesebene engagiert. Seit 40 Jahren in der Partei sind Ferdinand Sippel und Stefan Frauenholz, wobei dieser auch schon seit 1989 Stadtverordneter ist. Schon auf 50 Jahre blicken Karl-Josef Hahner, Vorsitzender der Seniorenunion, Edelgard Herr, Witwe des langjährigen MdB Norbert Herr und als Lehrerin engagiert in der Bildung, sowie Jürgen Reinhardt, bekannt als Vorsitzender des Rhönklubs, zurück. Sogar schon 60 Jahre dabei ist Elvira Bickert aus Haimbach.
