„Es war von beiden Seiten Scheibenschießen“, berichtete Hünfelds Spielertrainer Felix Rehberg von einem klassischen Fehlerspiel, in dem der HSV „deutlich mehr kapitale Fehler“ gemacht habe und daher auch verdient verlor. Offensiv wie defensiv waren Schnitzer dabei, während Hersfeld diese vor allem in der zweiten Halbzeit konsequent zu bestrafen wusste. Entsprechend zufrieden war Gäste-Coach Dragos Negovan: Bis zur 45. Minute haben wir uns entscheidend abgesetzt. Man hat heute gemerkt, dass wir in der Breite wieder besser aufgestellt waren. Wir hatten sehr gute Lösungen im Angriff gegen die Hünfelder Abwehr-Formationen, das war der Schlüssel“.
Genau dort setzte HSV-Coach Rehberg auch an, denn er bemängelte wiederum, „dass wir zwar mehrere Abwehrsysteme versucht haben, aber keine hat gefruchtet. Wir waren einfach im Kopf nicht da, Hersfeld hat das sehr gut gemacht und die besser eingespielte Mannschaft hat am Ende gewonnen“.
Anfangs konnte es Hünfeld noch ausgeglichen gestalten und lag sogar die meiste Zeit der ersten Hälfte in Führung. Erst mit dem 12:12 nach gut 20 Minuten gelang Hersfeld der Ausgleich, dann begann das Spiel zu kippen, bis der TVH zur Pause sogar schon vorne lag. „Unser Anfang war nicht gut“, sagte Negovan – begründete aber, dass Fynn Reinhardt zunächst draußen saß, weil er kränklich angeschlagen war. Doch später kam er auf die Platte, mit Andreas Krause und seinen Mitspielern bildete er dann einen stabilen Mittelblock in der Abwehr, an dem sich der HSV die Zähne ausbiss.
Hersfeld spielte seinen Stiefel in der zweiten Halbzeit dann runter, Hünfeld fand kaum noch Mittel und geriet immer deutlicher ins Hintertreffen beim „Scheibenschießen“. Immerhin stimmte die Kulisse zum Derby: Auch aus der Festspielstadt kam laute und viel Unterstützung mit. 300 Zuschauer dürften es insgesamt gewesen sein.
Hünfeld: Matthiessen (6), Sauerbier, Schäfer, Rehberg (10), Bachus (7), Schott (5), Gute (1), Hyseni, Kaub (5), Zachow, Hohmann, Schramm, Becker, Krätzig.
Hersfeld: Kehl (4), Rübenstahl (6), Göbel, Spill (7), Hasselbach (2), Holzschuh (1), Petersen (8), Kürten, Wiegel (5/1), Schulz, Reinhardt (5), A. Krause, Teichmann (3), Voß.
Zuschauer: 300
