Lokales FD 28.03.2025

Neues Dreiergespann im Vorsitz der „BI Umwelt Neuhof“

Neuhof (pm/fp) – Die „BI Umwelt Neuhof“ lud am 20. März ihre Mitglieder zur jährlichen Hauptversammlung in das Gemeindezentrum ein. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die turnusmäßige Neuwahl der drei Vorsitzenden und des gesamten Vorstands. Ergebnis: Sabine Waschke zur neuen Vorsitzenden gewählt, Hubert Enders und Sven Hartmann bleiben im Amt.

Foto: BI UMWELT Neuhof

Bevor mit der Wahl begonnen wurde, nutzte die BI den Abend, um die zahlreich anwesenden Mitglieder umfassend über den aktuellen Stand am Runden Tisch zu informieren. Nach den Grußworten der Vorsitzenden Sven Hartmann, Marco Enders und Hubert Enders, blickten Dr. Karl- Ludwig Ruppel und Marco Enders in einer Präsentation zurück auf das vergangene Jahr und gaben ein Status-Update zu den Gesprächen am Runden Tisch. Sie gingen dabei insbesondere auf den von der BI gemeinsam mit der Gemeinde Neuhof entwickelten „Drei-Phasen-Plan“ für die Lösung des Haldenwasserproblems ein, der im September 2024 dem Runden Tisch vorgestellt wurde. Danach soll in einem Maßnahmenbündel eine technische Lösung zur Entsalzung der Haldenwässer als Sofortmaßnahme eingerichtet werden, im zweiten Schritt die Halde weitestgehend zurückgebaut und die Sickerwässer technisch wirksam unterbunden werden, sowie im dritten Schritt die Restfläche ökologisch renaturiert werden. Ruppel betonte den engen Schulterschluss der BI mit der Gemeinde Neuhof bei der Entwicklung dieses innovativen Maßnahmenbündels. Zugleich machte er deutlich, dass K+S nach wie vor nur eine Abdeckung im Sinn habe und sich mit allen Mitteln gegen jegliche innovative Lösung sträube. „Es handelt sich um einseitiges Denken eines strategisch festgelegten Unternehmens. Das macht die Arbeit am Runden Tisch so herausfordernd. Schließlich hat sich die hessische Landesregierung im Koalitionsvertrag dazu bekannt, innovative Konzepte für Neuhof aufzugreifen. Genau diesem Anspruch entspricht der Drei-Phasen-Plan“, so Ruppel. Aktuell arbeiten vier vom Runden Tisch eingesetzte Fachgruppen zusammen mit einer wissenschaftlichen Begleitung an den Themen Bestandsaufnahme der Halde, Entsalzung, Rückbau und Renaturierung bzw. Abdeckung.

Am 3. April findet die nächste Sitzung des Runden Tischs statt. Im Rückblick auf das vergangene Jahr zogen die Vertreter der BI allerdings eine ernüchternde Bilanz: K+S spiele auf Zeit, verweigere angeforderte Informationen und blockiere wo immer möglich die Entwicklung von Alternativen zu seinen Abdeckungsplänen, so die Vertreter der BI.

Bei der anschließenden Neuwahl des Vorstands, die satzungsgemäß nach zwei Jahren anstand, wurden alle Vorstandsmitglieder einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Nur bei den Vorsitzenden gab es eine Veränderung: Marco Enders, einer der bisherigen Vorsitzenden, stellte sich aus privaten Gründen nicht zur Wiederwahl, bleibt jedoch weiterhin Mitglied des Vorstands. An seine Stelle tritt Sabine Waschke, die einstimmig zur neuen Vorsitzenden der „BI Umwelt Neuhof“ gewählt wurde. Sie ist damit nun neben Hubert Enders und Sven Hartmann eine der drei Vorsitzenden der BI.

Bei seinen Abschiedsworten machte der scheidende Vorsitzende Marco Enders deutlich, dass mit Sabine Waschke eine Kandidatin an seine Stelle tritt, „die sich von Beginn an aktiv für die Menschen in Neuhof und gegen die Dickschichtpläne von K+S eingesetzt hat. Sabine Waschke stand immer an unserer Seite, und es ist ein Gewinn, wenn sie den Vorsitz der BI mit übernimmt.“ Auch Hubert Enders zeigte sich sichtlich erfreut. „Wir bekommen mit Sabine Waschke eine erfahrene Mitstreiterin an unsere Seite, die das Unternehmen K+S seit vielen Jahren kennt und weiß, dass wir einen schwierigen, anspruchsvollen und faktenbasierten Disput führen müssen. Mit Sabine Waschke an unserer Seite sind wir bestens aufgestellt.“

Dem schloss sich Sven Hartmann an: „Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Sabine Waschke und begrüßen sie herzlich als neue Vorsitzende unserer BI. Hier spreche ich für die BI und den gesamten Vorstand, den sie ganz sicher mit ihrem Knowhow ideal ergänzen wird.“ Sabine Waschke, die bis zum Ende der vergangenen Wahlperiode für die SPD als Abgeordnete im Hessischen Landtag tätig war, nahm die Wahl zur neuen Versitzenden an und freut sich auf das neue Amt: „Wir werden gemeinsam am Runden Tisch auftreten und in den Fachgruppen gemeinsam an einem Strang ziehen. Der Kaliberg und die Versalzungen müssen weiterhin im Fokus der BI bleiben. Wir dürfen nichts aus den Augen verliere und nichts unter den Tisch kehren, dies ist mir wichtig und dies habe ich an der BI in den vergangenen zwei Jahren zu schätzen gelernt.“

Die BI betonte in ihrer Jahreshauptversammlung einmal mehr, wie wichtig es für Neuhof sei, dass für die Halde eine ökologisch nachhaltige und konsensfähige Lösung gefunden werde. Weitere Informationen unter www.umwelt-neuhof.de.