Lokales FD 14.03.2025

Millionenförderung für Kläranlage Löschenrod – Bescheid übergeben

Eichenzell (jk) – Größter Förderbescheid des Jahres – der hessische Staatssekretär für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, Michael Ruhl, überreichte dem Eichenzeller Bürgermeister Johannes Rothmund sowie Thomas Seban, Geschäftsführer Abwasserband „Oberes Fuldatal“, am Donnerstag im Eichenzeller Schlösschen einen Förderbescheid in Höhe von 1,04 Millionen Euro.

Bürgermeister Johannes Rothmund (zweiter von links) zusammen mit Michael Ruhl (Mitte) sowie Benjamin Reinhart, Sebastian Müller (rechts) sowie Ramona Ruppert, Leiterin Wasserbehörde Landkreis Fulda (links) bei der Übergabe. Foto: Justin Klenner

Damit werden die Hälfte der anstehenden Umbaukosten für die Zusammenführung der Kläranlage Weyhers an die ebenfalls frisch sanierte Kläranlage in Löschenrod übernommen. „Wir unterhalten viel Infrastruktur über, aber auch unter der Erde“, sagte der Bürgermeister in seiner Rede. In den kommenden Jahren erfolgt der Anschluss der Kläranlage Weyhers an die Kläranlage in Löschenrod. Nachdem die Anlage in Weyhers nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben einhalte und eine umfassende Ertüchtigung erforderlich gewesen wäre, entschied sich die Gemeinde die Anlage aufzugeben und den Bau eines neuen Verbindungssammler und Anschluss an das Kanalisationsnetz der Kläranlage Löschenrod. „Die Anlage in Weyhers ist nicht mehr funktionstüchtig“, hob Geschäftsführer des Abwasserverbandes nochmal die Wichtigkeit der Zusammenführung hervor. Zudem wäre die ursprüngliche Ausbaugröße von 12.000 Einwohner überstiegen worden. Diese steige mit den Umbaumaßnahmen auf 18.900. Um die in die Jahre gekommene Anlage in Weyhers vollständig an das Netz in Löschenrod anzuschließen, sind große Umbauarbeiten nötig. An der Kläranlage Löschenrod erfolgten bereits großflächige Umbaumaßnahmen, die bis zum August dieses Jahres abgeschlossen sein sollen. Dabei wurden unter anderem ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von 692 Kubikmeter, eine neue Fällmittelstation, ein Sandfanggebäude und einige weitere Gebäude und Becken errichtet. Die Baukosten beliefen sich dabei auf etwa 15 Millionen Euro.

In den Sommerferien dieses Jahres sollen die Baumaßnahmen für den Verbindungssammler sowie der Anschluss an das Kanalisationsnetz der Anlage in Löschenrod erfolgen. Der Verbindungssammler führt von der Gemeinde Lütter in einer Tiefe von eineinhalb bis sieben Metern und einer Länge von 1,68 Kilometer bis zur Anlage in Löschenrod. Die Kosten für die Umbaumaßnahme betragen rund 2,10 Millionen Euro, wovon das Land Hessen etwa 1,5 Millionen Euro fördert. Staatssekretär Ruhl freute sich einen Förderbescheid in der Größenordnung überreichen zu können. „Wir wollen unseren Beitrag für saubere Gewässer leisten und die Bürger im Fuldatal entlasten“, sagte Ruhl. Im Jahre 2026 sollen die Bauarbeiten beendet sein. Die hohe Investitionssumme von etwa 2,10 Millionen Euro für den Anschluss an das Kanalisationsnetz der Kläranlage Weyhers und den 15 Millionen Euro für den Umbau der Anlage in Löschenrod, mache sich auch im Geldbeutel der Bürger bemerkbar. So steige das Schmutzwasser von 2,83 Euro pro Kubikmeter auf 3,56 Euro pro Kubikmeter. Daraus ergebe sich die neue Grundgebühr von ehemals fünf aus nun 7,50 Euro pro Monat. Die Gebührenanpassung erfolgte bereits am ersten Januar. Landtagsabgeordneter Sebastian Müller sprach in seiner kurzen Rede über eine „Weichenstellung“ für die Zukunft. „Mich hat es überzeugt“, sagte er. Auch Bürgermeister Rothmund hob nochmal die Wichtigkeit der Baumaßnahme hervor. „Die Übergabe eines Förderbescheides für eine Kläranlage ist nicht unbedingt so sexy wie ein rotes Band bei einem Kindergarten durchzuschneiden. Aber es ist genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger“. Bei dem Termin war ebenfalls der Bürgermeister von Ebersburg, Bejamin Reinhart, vor Ort.      

Bescheidübergabe im Eichenzeller Schlösschen. Fotos: Justin Klenner