Lokales FD 21.03.2025

Leinenpflicht für Hunde in Künzell kommt: Debatte zu Wasserschäden

Künzell (fp) –Maßnahmen gegen freilaufende Hunde, eine Querungshilfe in Engelhelms und Wasserschäden in der Gemeinde: In zügiger Geschwindigkeit arbeiteten die anwesenden 32 Mitglieder der Gemeindevertretersitzung Künzell im Gemeindezentrum am Donnerstagabend die Tagesordnungspunkte auf der Liste ab.

Von links: Bürgermeister Timo Zentgraf, Thomas Knoll, neue stellvertretende Schiedsperson der Gemeinde, und Johannes Groß, Vorsitzender der Gemeindevertretung. Foto: Felix Pillat

Die Zeit verging im Gemeindezentrum in Künzell wie im Fluge. Nur wenige Themen gaben Anlass zu Redebeiträgen, geschweige denn zur Diskussion. Bei fast allen Anträgen wurde einstimmig zugestimmt. Außerdem wurde Thomas Knoll wurde mit 29 Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen als neue stellvertretende Schiedsperson der Gemeinde gewählt.

Die SPD-Fraktion hatte einen Antrag zu einer flächendeckenden Leinenpflicht für alle Hundehalter innerhalb der Ortsgrenzen gestellt. „Freilaufende Hunde sind eine potenzielle Gefahr“, argumentierte Dieter Lachnit, Fraktionsvorsitzender der SPD in Künzell, für die Maßnahme. Er betonte, dass es dabei nicht nur um potenzielle Bisse der Vierbeiner ginge, sondern auch um unerwünschtes Anspringen. Bisher seien Passanten in der Pflicht, sich vor Hunden zu schützen. Halter würden hingegen lediglich im Schadensfall zur Verantwortung gezogen, führte er aus.

Bürgermeister Timo Zentgraf (parteilos) sprach sich, sehr zur Überraschung seines Kollegen, für eine solche Maßnahme aus. „Sie kennen meine Angst vor Hunden nicht“, lachte der Rathauschef. Er fügte allerdings an, dass die Gemeinde bereits an der Ausführung einer Gefahrenabwehrverordnung arbeite, dass eine Leinenpflicht beinhalte. Diese soll noch in diesem Jahr fertiggestellt und der Gemeindevertretung vorgelegt werden.

Auch auf die in den vergangenen Wochen aufgetretenen Wasserschäden in vielen Institutionen der Gemeinde ging Zentgraf ein. „Eine Sperrung der Florenberghalle ist aufgrund eines Defektes an der Regenwassernutzungsanlage in Verbindung mit einer defekten Kanalleitung unumgänglich“, verlas er. Dort sei Wasser unter den Fußboden gelaufen, was eine Trocknung des Foyers sowie eines Teils der Halle nach sich gezogen hatte. „Wir hoffen, dass wir sie nach den Osterferien wieder benutzen können“, gab Zentgraf an. Er räumte aber ein, dass dies erst nach einer erfolgreichen Feststellung von Schimmelfreiheit der Fall sein werde: „Erst wenn auf null getestet ist, geben wir wieder frei.“

Eine weitere große Herausforderung stellen die Schäden in der Kindertagesstätte „Gänseblümchen“ dar. Dort müssten die Kinder aus allen vier Gruppen evakuiert werden. „Als Übergangslösung könnten die Kinder auf zwei Räume in der Kita ‚Zauberwald‘ und jeweils einen Raum in den Kitas ‚Zwergenland‘ und ‚Wolkenland‘ untergebracht werden“, schlug Zentgraf vor. Weitere Wasserschäden seien beim TSV Künzell und der Feuerwehr in Engelhelms verzeichnet worden, die aber bereits in Arbeit seien. „Bei der Feuerwehr in Engelhelms wurde ein Wasserschaden in den Sanitärräumen bereits behoben. Jetzt müssen Instandsetzungsarbeiten erfolgen“, so der Bürgermeister.

Engelhelms war immer wieder Gegenstand der Diskussion am Abend. Gleich zwei Anträge zu verkehrsbedingten Projekten wurden gestellt. Der erste stammte aus der CWE-Fraktion und befasste sich mit der Einrichtung von Querungshilfen an den Ortseinfahrten in Engelhelms und Pilgerzell im Zuge des Baus des Radwegs südlich der Kreisstraße K55 zwischen den beiden Ortsteilen. CWE-Fraktionsvorsitzender Thomas Grünkorn betonte: „Es geht nicht nur um die Gewährleistung einer sicheren Überquerung, sondern auch um Geschwindigkeitsreduzierung dort.“ Bürgermeister Zentgraf versicherte, dass die Planungsphase für den Radweg weit fortgeschritten sei und die geforderten Querungshilfen darin nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

Der zweite Antrag kam von der CDU-Fraktion. In diesem wurde darum gebeten, dass sich die Parksituation in der Schlossstraße respektive der Bronnzeller Straße angesehen werde. Dort würden immer wieder Fahrzeuge, besonders Sprinter-Pkws, wie Fraktionsvorsitzender Christoph Erb herausstellte, die Sicht versperren und so eine sichere Einfahrt in die Kreuzung erschweren oder gar verhindern. „Wir bitten darum, dass der Bürgermeister das prüft und schaut, was dort möglich ist“, sagte Erb weiter. Zentgraf äußerte Bedenken, da es durch den Wegfall von Parkplätzen zu einer „Verdrängung“ kommen könne, er sich „aber mit dem Ortsbeirat abstimmen, wo es Optimierungsbedarf gibt“, fügte der Rathauschef an.

Des Weiteren stimmten die Gemeindevertreter für die Abschaffung des Künzell-Abos, einer Jahresfahrkarte für die Strecke Künzell-Fulda, die nicht erfolgreich gewesen ist, für überplanmäßige Investitionsauszahlungen in Höhe von 150.000 Euro für die Instandhaltung der Kita „Gänseblümchen“ sowie für 25.000 Euro für die Beschaffung eines neuen Gerätewagens Logistik (GW-L 1) für die Freiwillige Feuerwehr Künzell-Bachrain.

Gemeindevertretung in Künzell. Fotos: Felix Pillat