Lokales FD 13.03.2025

Kritik an zu viel Bürokratie – Hausarzt Dr. Caesar in Horas hört auf

Fulda (fp) – Eine weiterer Hausarzt in Fulda hört im Juni auf: Dr. Torsten Caesar geht nach 32 Dienstjahren als Allgemeinmediziner in Horas in Rente. Grund dafür seien steigende Anforderungen und Kosten durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen, berichtet der 68-Jährige. Seine Patienten können aufatmen, da er für Ersatz gesorgt hat.

Fotos: Natalia Lindt

Seit über drei Jahrzehnten fanden Patienten in Horas ihren Arzt in der Schlitzer Straße 87 vor. Direkt über einer Apotheke war die Praxis von Dr. Torsten Caesar untergebracht. Doch Mitte des Jahres wird sich dies nun ändern. „In letzter Zeit sind viele technische Innovationen im Gesundheitswesen dazugekommen, denen wir als Ärzte nachkommen müssen“, erklärt der Allgemeinmediziner. Darunter beispielsweise die elektronische Patientenakte, die seit diesem Jahr Pflicht für alle Ärzte in Deutschland ist. „Da fallen hohe Kosten und Personalanforderungen an“, führt Caesar aus: „Ich müsste nur dafür jemanden anstellen und das ist Quatsch.“ Deshalb hat er nun beschlossen, seine Praxis zu schließen.

Doch seine rund 1000 Patienten müssten nicht bangen, verspricht er: „Es gibt schon eine Nachfolgerin.“ Dr. Caesar habe sich darum gekümmert, dass alle Menschen, die er behandelt, von der neuen Ärztin übernommen werden müssen. „Das ist vertraglich festgelegt, das war meine Vorrausetzung“, betont er. Für seine Patienten sei der Laufweg in Zukunft nicht viel länger, führt er weiter an: „Die neue Praxis ist knapp 100 Meter von hier entfernt.“ Nämlich im Erdgeschoss des Seniorenwohnheims Hedwigstift, wo derzeit die Berufsausübungsgemeinschaft Horas (BAG Horas) untergebracht ist. Langfristig sollen alle Ärzte aus dem Fuldaer Stadtteil dort praktizieren, so Caesar: „Ich gebe aber allen Patienten ihre Akten in die Hand. Dann können sie auch zu einem anderen Arzt gehen, wenn sie möchten.“

Für den Mediziner selbst ist aber nun endgültig Schluss und er freue sich auf den wohlverdienten Ruhestand. „Ich mache keinen Strich mehr in der Medizin“, schwört der Arzt. Er wolle sich nun familiären und privaten Dingen zuwenden. „Hunde züchten könnte ich mir vorstellen“, lacht er abschließend.