Fußball 26.03.2025

Kreispokal Fulda – Suche nach dem Selbstvertrauen – Derby in Neuhof

Neuhof/Flieden (pf) – Viertelfinalzeit im Fußball-Kreispokal Fulda: Der SV Neuhof lädt am Mittwoch (19 Uhr) zum Derby gegen den SV Flieden. Aus dem Abstiegskampf im Verbandsliga-Alltag kommen beide allerdings mit unterschiedlichen Gefühlslagen: Ernüchterung beim SVN nach der Niederlage gegen Bronnzell, etwas Erleichterung zumindest beim SV Flieden um Eckball-Experte Sebastian Alles nach dem Sieg gegen Vellmar.

Foto: Ralph Görlich

Der Ligaalltag hat bei beiden Teams natürlich Priorität: Nach den Ergebnissen vom Wochenende liegt Neuhof drei Zähler hinter Flieden, beide befinden sich noch in der Abstiegszone und in akuter Gefahr. Die Gemütslage allerdings war im Königreich zuletzt besser: „Es war ein erster Schritt in die richtige Richtung“, sagt Sebastian Alles nach dem 2:0-Erfolg gegen Vellmar. „Es hat mich gefreut, dass die Jungs sich für den Aufwand belohnt haben, den wir betrieben haben“.

Alles war – schon wieder – herausgestochen mit einem direkt verwandelten Eckball. Da war doch was? Richtig: Gegen Aulatal im Oktober gab es ebenfalls ein 2:0, eine Ecke flog direkt rein, das zweite Tor erzielte wie auch diesmal Kollege Andre Vogt. „Dass die Bälle so kommen, ist schon geplant“, verrät der 32-Jährige: „Dann ist es natürlich eine glückliche Fügung, dass sie so auch hinten rein fliegen“, schmunzelt Alles, der natürlich vor allem froh über den mannschaftlichen Erfolg war: „Wir haben uns der Situation etwas angepasst und defensiver agiert. Was der Trainer vorgegeben hat, hat gut funktioniert. Wir hatten einen schweren Start mit starken Gegnern, die Vorbereitung war schon etwas holprig. Aber jetzt blicken wir optimistisch nach vorne und auf die nächsten Gegner, wo wir auf Augenhöhe sind und unsere Punkte holen wollen“, zeigt sich Alles weiter zuversichtlich, dass die Buchonia auch weiterhin auf Verbandsebene kickt. Das Pokal-Viertelfinale in Neuhof kommt dennoch nicht ganz ungelegen: „Beide Vereine kennen sich ja gut. Wir schauen aber auf uns und haben gesehen, dass es noch einige Dinge gibt, die wir verbessern können. Natürlich wollen wir aber gewinnen, zumal es ein Pflichtspiel ist“.

 

Bär: „Vielleicht lag es gar nicht am Platz“

Es klingt wie eine Schallplatte mit Sprung, gibt auch Neuhofs Trainer Alexander Bär zu: Die Analysen fielen in den vergangenen Wochen ähnlich aus, dreimal hieß es in der Liga 1:2. „Wir haben nach der Winterpause noch kein Spiel gewonnen, jetzt gegen Bronnzell wieder ein wichtiges verloren. Das ist natürlich keine schöne Situation“, so Bär, dem nicht angst und bange ist, dass der SVN aus der Verbandsliga absteigen könnte. Doch so ein Pokalspiel wie am Mittwoch sollte nun mal eine positivere Serie einleiten, erhofft sich der Coach: „Klar sind die Jungs verunsichert. Unsere Stürmer, oder unser Torwart“, so Bär nach der Pleite vom Sonntag: „Aber die Spieler sind auch nur Menschen. Die Mannschaft braucht wieder Selbstvertrauen. Man sollte Fehler trotzdem auch ansprechen, und wir haben die klare Aufgabe, die abzustellen“.

Bär erinnert sich an Derbys gegen Flieden mit hunderten von Zuschauern zurück, weiß, „dass beide schon bessere Zeiten erlebt haben“, die Brisanz soll dadurch aber nicht gänzlich verschwinden: „Es werden eben kleinere Brötchen gebacken, aber es bleibt ein Derby“. Dass es heiß her gehen kann, zeigte der Vergleich vor fast genau einem Jahr in Neuhof: Felix Hack sah Rot, weil er eine Fahne kaputtgetreten hatte. Die Bilanz spricht zumindest für den SVN, der seit dem Hessenliga-Duell im Herbst 2021 kein Spiel mehr gegen die Buchonia verlor. „Ein Kräftemessen auf Augenhöhe“, erwartet Bär auch diese Woche, übrigens zwischen zwei der schwächsten Offensivabteilungen der Verbandsliga mit je 30 Toren in 22 Spielen. Rotation könne es geben, so Bär, der aber klarstellt: „Alle Spieler sind in Neuhof, weil sie Verbandsliga spielen wollen. Wenn wir was verändern, heißt das nicht, dass wir ausscheiden wollen oder experimentieren“. Und der erste Pflichtspielsieg auf dem Kunstrasen lässt ebenso noch auf sich warten: „Wir haben in der Vergangenheit vieles auf den schlechten Platz im Stadion geschoben. Jetzt wäre es schön, wenn wir am neuen Kunstrasen auch mal gewinnen würden, damit es nicht heißt, dass es vielleicht doch nicht am Rasen lag“, schmunzelt Bär.

Der Halbfinalgegner steht übrigens schon: Der Sieger von Mittwochabend spielt bei der SG Johannesberg – im Fliedener Falle würde es also ein Wiedersehen mit Meik Voll geben.