Fußball 21.03.2025

Kreisoberligen – „Blutleer“ im Abstiegskampf – Vogelsberg will nachlegen

Osthessen (jk) – Knapp zwei Drittel der Saison sind in den drei Fußball-Kreisoberligen absolviert, die heiße Phase beginnt schon jetzt. In der Mitte-Staffel empfängt die SG Lüder-Schwarzatal am Sonntag (15 Uhr) den RSV Margretenhaun im Abstiegskampf. Zeitgleich reist die FSG Vogelsberg mit Trainer Fabian Lehmann im Süden zur SG Löschenrod – tabellarisch eine Pflichtaufgabe, Lehmann allerdings erwartet durchaus eine Herausforderung bei der SGL. Im Norden treffen zudem der SV Wölf und der SV Burghaun und Rot-Weiß-Duell aufeinander.

Die SG Lüder-Schwarzatal kämpft in der KOL Mitte um Erfahrungswerte. Fotos: Christine Görlich.

Vogelsberg und Thalau wollen im Kampf um die Süd-Spitze weiter punkten.

Der SV Burghaun – hier in schwarz – reist in die Ringberg-Arena nach Wölf. Foto: Pascal Fischer

 

Lüder-Schwarzatal auf der Jagd nach Erfahrungswerten

0:4 hieß es vergangenes Wochenende gegen den ebenfalls im Abstiegskampf befindlichen TSV Pilgerzell. SG Lüder-Schwarzatal-Trainer Sebastian Hüter war mit dem Auftreten seines Teams alles andere als zufrieden: „Blutleer und ohne Gegenwehr. So kann man in keiner Liga bestehen“, findet er deutliche Worte. Dies möchte er am Sonntag ändern: In Kleinlüder erwartet das Team von Hüter den RSV Margretenhaun, der ebenfalls mit zwei Niederlagen ins neue Jahr gestartet ist. „Mir ist wichtig, dass wir ein anderes Gesicht zeigen als gegen Pilgerzell“, so der Heimtrainer. Nach 20 Spielen konnte Lüder-Schwarzatal bislang nur einen Sieg und drei Remis verbuchen. Dazu stellt das Schlusslicht mit 19 Treffern und 66 Gegentoren die schlechteste Offensive und Defensive der Liga. „Für uns war nach dem Aufstieg letztes Jahr klar, dass es eine Saison Richtung Abstiegskampf werden wird“, so Hüter. Daher möchte der Aufsteiger die restlichen Spiele als Vorbereitung für die kommende Spielzeit nehmen – egal ob in der KOL, oder eine Liga tiefer. „Wir haben die Möglichkeit, alle in der Liga zu ärgern und Erfahrungswerte zu sammeln. Der Gegner steht eher unter Druck, gegen uns zu gewinnen“, sagt der Coach, der gegen Margretenhaun die Grundtugenden einfordert. „Die Plätze lassen keinen ästhetisch schönen Fußball zu. Wir wollen dem RSV keine einfachen Möglichkeiten geben, um Tore zu schießen. Sie müssen ein wenig dafür investieren“.

Ebenfalls interessant ist die Begegnung zwischen der SG Sickels und dem TSV Bachrain. Spitzenreiter Sickels verlor in der aktuellen Saison nur ein Spiel und das war ausgerechnet Anfang September am Geisküppel beim TSV. Damals hieß der Bachrainer Trainer noch Thomas Winter.

 

Kampf, Leidenschaft und Wille beim Süd-Spitzenreiter

Die FSG Vogelsberg belegt mit 46 Zählern derzeit die Tabellenspitze in der Süd-Staffel. Auch wenn Vogelsberg ein Spiel mehr als die Verfolger Rückers, Thalau und Huttengrund auf dem Buckel hat. Umso wichtiger ist für Spielertrainer Fabian Lehmann daher die Begegnung beim Tabellenvorletzten Löschenrod am Sonntag. Die vergangenen Spiele waren immer recht knapp. Auch wenn Vogelsberg im Hinspiel 2:0 gewinnen konnte, erinnert sich Lehmann ganz genau an die Begegnung. „Seitdem ich da bin, haben wir die Spiele nur knapp gewonnen. Unser Anspruch muss es trotzdem sein, die Punkte mitzunehmen“, so der Coach. Das Spektakel gegen Thalau vor zwei Wochen hat einen bleibenden Eindruck innerhalb der Mannschaft hinterlassen. Lehmann lobt dabei besonders den Einsatzwillen sowie die Einstellung seines Teams. Genau das erwartet der Trainer auch am Sonntag gegen Löschenrod. „In den 90 Minuten kommt es auf Leidenschaft, Kampf und Wille an. Wenn wir das abrufen, dann werden wir gewinnen“, strotzt Lehmann vor Selbstvertrauen. Nicht nur für den Moment wäre ein Dreier in Löschenrod wichtig für die FSG. Auch mit Blick auf das nächste Topspiel kommende Woche gegen Huttengrund könnte Vogelsberg den Vorsprung auf die Verfolger ausbauen. „Unser Ziel ist es, dass nächste Spiel als absolutes Highlightspiel zu absolvieren. Wir haben es noch selbst in der Hand“, erklärt Lehmann, der trotz des klaren Tabellenbildes vor den Hausherren warnt.

Zur gleichen Zeit erwartet Thalau den TSV Rothemann. Mit einem Sieg könnte der TSV einen Schritt in die Top Sechs machen, wartet aber noch auf einen Dreier nach der Winterpause. Die Hausherren hingegen könnten mit einem Sieg den Anschluss an die Tabellenspitze halten – der Zweite aus Rückers spielt bei der SG Grimmstadt.

 

Spielertrainer und spielender Co-Trainer machen den Unterschied

Für den SV Burghaun verläuft die aktuelle Saison alles andere als souverän. Derzeit belegt das Team von Martin Pachowski den elften Tabellenplatz und muss nun am Sonntag (15 Uhr) in Wölf ran. Rot-Weiß gegen Rot-Weiß heißt es – und besonders die beiden letzten Aufeinandertreffen hatten es in sich. In der Liga teilten beide ihre Punkte (2:2). Einen Monat später folgte im Herbst das Viertelfinalspiel im Kreispokal, welches erst im Elfmeterschießen mit 6:3 an Burghaun ging. „Wölf und wir haben eine Geschichte, die sich sehen lassen kann“, philosophiert Pachowski. Mit 50 Toren stellt Wölf die fünftbeste Offensive der Liga und muss sich nicht verstecken. Besonders vor dem Trainerteam um Marko Madzar (zehn Tore) und Marko Curic (18 Tore) warnt der Gäste-Trainer: „Sie haben zwei Ausnahmespieler in ihren Reihen, die zu gut für die Liga sind“. Gerade die beiden möchte Pachowski in Schach halten. „Es wird ein schweres Spiel für uns. Wir müssen unsere Chancen nutzen“, so der Trainer. Für RWB ist es nach dem 0:2 gegen Dittlofrod und dem 1:0 gegen Hohe Luft das erste Auswärtsspiel nach der Winterpause. Wölf hat mit Niederaula (1:1) und der SGDK (2:4) die Topteams schon hinter sich.

Ebenfalls spannend wird es in Lispenhausen. Spitzenreiter Niederaula/Kerspenhausen gastiert beim derzeitigen Tabellenzwölften und könnte mit einem Sieg den Vorsprung weiter ausbauen – Verfolger Dittlofrod empfängt das Schlusslicht aus Cornberg. Auch die FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen auf Platz drei lässt aber nicht locker und will bei der FSG Jossatal oben dranbleiben.

 

Kreisoberliga Mitte

 

Samstag

17.30 Uhr

FT Fulda – Pilgerzell

 

Sonntag

15 Uhr

Hünfelder SV II – Edelzell/Engelhelms

Reulbach/Brand – Petersberg (in Reulbach)

Müs – Marbach/Dietershan

Hilders/Simmershausen – Bimbach (in Simmershausen)

Sickels – Bachrain

Dipperz/Dirlos – Borussia Fulda (in Dipperz)

Lüder-Schwarzatal – Margretenhaun (in Kleinlüder)

 

 

Kreisoberliga Süd

 

Sonntag

15 Uhr

Thalau – Rothemann

Gundhelm/Hutten – Welkers (in Gundhelm)

Löschenrod – Vogelsberg

Huttengrund – Bellings/Hohenzell (in Eckardroth)

Schweben – Lauter

Rommerz – Hosenfeld

Grimmstadt – Rückers (in Steinau)

Weyhers – Mittelkalbach

 

 

Kreisoberliga Nord

 

Sonntag

15 Uhr

Weiterode – Haunetal

Friedewald/Ausbach – SV Steinbach II (in Ausbach)

Eiterfeld/Leimbach II – Gudegrund (in Leimbach)

Hohe Luft – Michelsrombach/Rudolphshan

Wölf – Burghaun

Dittlofrod/Körnbach – Cornberg/Rockensüß

Rotenburg/Lispenhausen – Niederaula/Kerspenhausen (in Lispenhausen)

16 Uhr

Jossatal – Kiebitzgrund/Rothenkirchen (in Niederjossa)