Es war kein hochklassiges Spiel, was die rund 100 Zuschauer am Wittiggrund sahen, dafür an Dramatik jedoch kaum zu überbieten. Es lief bereits die Nachspielzeit, als Moritz Caspar auf der rechten Seite noch einmal zur Ecke bereitstand. Der Ball flog hoch in die Mitte, Niklas Hansel setzte sich gegen seine Gegenspieler durch und bugsierte den Ball irgendwie ins Tor. Vogelsberg verteidigt die Tabellenführung, Thalau muss den Spitzenreiter auf vier Punkte davonziehen lassen, hat aber zumindest noch ein Spiel in der Hinterhand. „Es war ein Murmeltor, aus dem Gewühl heraus“, ärgerte sich Thalaus Trainer Uwe Bleuel: „Wir haben den Standard nicht gut verteidigt, auch wenn man einen Spieler wie Niklas sowieso nur sehr schwer verteidigen kann. Trotzdem war es eigentlich ein klassisches Remis-Spiel.“ Damit brachte es Bleuel gut auf den Punkt, denn keines der beiden Teams war über die gesamten 90 Minuten wirklich überlegen. Thalau gehörten die ersten 15 Minuten, woraus auch der Führungstreffer durch Anton Erb resultierte. In der Folge wurden die Gäste immer stärker, sodass sich auch der Ausgleich durch Lorenz Suhl mehr oder weniger abzeichnete. „Thalau gehörte zweifellos die Anfangsphase, die zweite Hälfte von Durchgang eins ging aber an uns“, befand auch Vogelsbergs Trainer Kevin Steudter: „Es war ein Spiel auf Augenhöhe und sicherlich kein Leckerbissen, was aber auch den Platzverhältnissen geschuldet war. Wir haben Moral bewiesen und alles reingehauen – das gleiche gilt aber auch für Thalau. Am Ende hatten wir das Quäntchen Glück auf unserer Seite, auch wenn der Sieg sicherlich nicht unverdient ist.“
Der zweite Durchgang verlief dann nahezu komplett ausgeglichen, viel spielte sich jedoch im Mittelfeld ab: Torraumszenen waren Mangelware. Zwei Treffer konnten die Zuschauer aber immerhin dennoch bestaunen. Dominik Geist drehte das Spiel und brachte die Gäste zunächst nach einer schönen Einzelaktion in Führung, ehe Yannick Hohmann (74.) die Uhren wieder auf Null stellte. Bei seinem Aufsetzer aus der Distanz machte Vogelsbergs Schlussmann Pierre Raschke allerdings nicht die allerbeste Figur. Als dann eigentlich alles auf ein Unentschieden hindeutete, schlug schließlich doch noch die Stunde von Niklas Hansel. „Es ist unglücklich, aber es ist wie es ist. Spielerisch war Vogelsberg vielleicht auch einen Tick besser“, richtete Uwe Bleuel den Blick bereits wieder nach vorne. Und auch Steudter wagte einen Blick in die Zukunft: „Wir sind da vorne mit drei anderen Mannschaften und werden uns sicherlich noch gegenseitig die Punkte wegnehmen. Letztendlich wollen wir es bis zum Schluss spannend halten. Das war dafür auf jeden Fall ein gelungener Start.“
Thalau: Bektesi; Müller, Kutscherenko, Erb, Brehl, Fl. Storch, Weichlein, Fi. Storch, Bonsu, Löhmer, Hohmann – Wasserka; Hilfenhaus, Fries, Farnung, Aydogan, Fe. Storch.
Vogelsberg: Raschke; Geist, J. Günther, Ruhl, Bourscheidt, Narz, Szombierski, Caspar, Hansel, Gerch, F. Günther – Knöll, Balde, Lehmann, Wink.
Tore: 1:0 Anton Erb (7.), 1:1 Lorenz Ruhl (23.), 1:2 Dominik Geist (52.), 2:2 Yannick Hohmann (74.), 2:3 Niklas Hansel (90+1.)
Zuschauer: 100.
