Fußball 19.03.2025

Jugendtrainer: Eine Sperre aufgehoben, eine noch in der Schwebe

Osthessen (pf) – Infolge des A-Jugend-Gruppenligaspiels Ende November 2024 zwischen der JSG Bergwinkel und Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach (1:3) in Fischborn kam es am vergangenen Freitag zur Sportgerichtsverhandlung in Fulda. Nach über zweieinhalb Stunden wurde Bergwinkel-Coach Sebastian Kling freigesprochen.

Symbolfoto: Görlich Media

Ursprünglich war Kling im Januar für sechs Monate gesperrt worden – infolge eines Berichts der Schiedsrichterin. Nach dem Widerspruch der JSG Distelrasen kam es nun zur Verhandlung, nach der Kling freigesprochen wurde – zumindest in diesem Fall.

Die Vorgeschichte hatte der Vorsitzende des Regionalsportgerichts, Hendrik Brönnecke, so: Kling war bereits vergangenen Herbst das erste Mal aufgefallen und habe sich mit einem Schiedsrichter beziehungsweise gegnerischen Trainer „behangen“, es folgte eine kleinere Strafe. Nun trat am 23. November ein Wiederholungsfall ein, weshalb die Sperre von sechs Monaten folgte. Doch wofür eigentlich? Einer der Bergwinkel-Spieler hatte die Rote Karte gesehen, weil er sich abfällig gegenüber der Schiedsrichterin geäußert haben soll. Kling habe nach Abpfiff der Unparteiischen vorgeschlagen, die Rote Karte auf ihn umzuschreiben, so hatte es die Schiedsrichterin schließlich in ihrem Bericht vermerkt.

Nach der langen Verhandlung vergangene Woche Freitag stellte sich das nun für die Sportgerichtsbarkeit als Irrtum heraus: Unter anderem war Leon Lauer als Zeuge geladen, der für das Gericht „glaubhaft“ aussagte. Er habe zwar nicht alles angeben können. Doch dass Kling den Satz gesagt habe, die Rote Karte solle auf ihn umgeschrieben werden, konnte nicht belegt werden. „Die Schiedsrichterin hatte den Eindruck, dass er seine Spieler schützen wolle“, so Brönnecke: „Wir glauben, dass das einfach ein Missverständnis war“. Vielmehr wollte Kling anmerken, dass für gewisse Äußerungen von der Trainerbank aus eher hätte Rot gezückt werden müssen, als für das verbale Vergehen seines Spielers. Die sechsmonatige Sperre mit Platzverbot wurde damit vom Gericht quasi zurückgezogen und Kling stattdessen „freigesprochen“, nachdem die Aktenlage bei der ursprünglichen Verurteilung „relativ eindeutig“ gewesen war, wie Brönnecke einräumte.

Was noch in der Schwebe ist, ist allerdings eine zweite Strafe gegen den Jugendtrainer: Während der ersten verhängten Sperre, die es nun nicht mehr gibt, hatte der Klassenleiter eine Aktivität von Kling im persönlichen „DFBnet-Zugang“ festgestellt. Er solle eine Aufstellung für ein Testspiel im Winter freigegeben haben. „Es gab einen dokumentierten Login. Ein Platzverbot zieht immer automatisch auch eine Trainersperre nach sich. Für den Einzelrichter gehört eine Aufstellung zu bearbeiten dazu“, erklärt Brönnecke. Dafür hatte Kling jetzt noch eine dreimonatige Sperre bekommen, die allerdings erst ab 21. Juni bis Mitte September gilt, rechtlich gesehen also dann beginnt, wenn die erste geendet hätte. Allerdings habe der Verein noch bis Freitag, 21. März, Zeit, auch dagegen Widerspruch zu äußern – dann würde es erneut zu einer Verhandlung kommen. Nach aktuellem Stand darf der Coach also bis Sommer seine Tätigkeit ausüben, um dann wieder drei Monate gesperrt zu sein.