Gerade erst ging das Jubiläumsjahr 50 Jahre Gesamtschule in Eiterfeld zu Ende, geht der Blick in Richtung Fertigstellung des Neubaus der LBS: „Das Jahr hat viel Kraft gekostet, aber ich habe es gut in Erinnerung“, sagt Schulleiter Frank Wrabletz. Bis zu den Sommerferien werden die aktuell rund 490 Schüler noch in der Container-ähnlichen Modulschule unterrichtet. Ende Juni müssen die naturwissenschaftlichen Bereiche geräumt sein, bis zum letzten Tag des Schuljahres muss jeder Schüler seine Kartons gepackt und die Klassenräume leer sein. „Es wird dann von einer Umzugsfirma alles in die neue Schule verbracht“, so Wrabletz. Ab Juli läuft dann der Rückbau der Modulschule.
Modulschule: „Gute Übergangslösung“
Zweieinhalb Jahre sind etwa vergangen, und die Schulleitung zieht eine positive Bilanz: „Es war eine Übergangslösung – aber eine gute. Es waren anfangs Befürchtungen da, aber es hat hervorragend geklappt. Die Module waren top ausgestattet: Man hätte jemandem die Augen verbinden und dort hineinführen können, und er hätte nicht gemerkt, dass er in einem Container steht“. Funktionale Räume sorgten für einen hochwertigen Schulalltag, die Wände hatten sogar den Vorteil, dass sie magnetisch waren: „Wir haben noch nie so viele Magnete bestellt“, schmunzelt der Schulleiter. Ach die Problematik, dass die einzelnen Module etwas klein und nicht hoch waren, wurde gelöst, indem für die größeren Klassen auch größere Räume vorab angefertigt worden sind. „Wir hatten sonst viele relativ kleine Klassen, das war also auch nicht so beengend“. Die Übergangslösung sei für den Landkreis nicht günstig gewesen, „aber sie war gut“, bekräftigt der Schulleiter, der auch von den Eltern kaum Negatives hörte.
„Wir freuen uns natürlich aber auf die neuen Räumlichkeiten“, blickt Wrabletz voraus: Nach den Sommerferien geht es endlich in die neue Schule, die Pläne lagen jahrelang bereit, der Abriss ging schnell voran. „Vom Baulärm hat hier keiner etwas mitbekommen“, sagt der Direktor. Es wurden Windrichtungen berücksichtigt, die Modulschule befindet sich ohnehin unterhalb, nur die Grundschule und das Verwaltungsgebäude wären etwas beeinträchtigt gewesen. Dazu wurde der Altbau zum größten Teil in faustgroße Stücke „zermalmt“.
Kaufhaus-Eingang, riesige Aula mit Bühne, Entlastung für Sportler
Im Neubau wird kaum etwas so sein, wie es einmal war: Statt Tafeln gibt es Active-Boards nicht nur in den Naturwissenschaften, sondern in jedem Klassenraum. Aktuell wird eine große Eingangstür eingebaut, doppelt verglast und mit automatischer Öffnung. „Da sind wir sehr gespannt drauf“. Es wird einen Windfang mit Gebläse dahinter geben, der Eingang erinnert an ein Kaufhaus. Ein neues Konzept wurde von der LBs entwickelt für die pädagogische Arbeit im modernen Komplex. „Das ist auf die räumlichen und baulichen Gegebenheiten ausgelegt. Dabei entstehen dann auch vielleicht noch ganz neue Ideen im Schulalltag“, freut sich Wrabletz auf das neue Schuljahr.
Ein weiteres Highlight wird außerdem die große Aula werden, die als Mehrzweckraum nutzbar ist: Zum einen als Pausenhalle für Regentage oder Aufenthaltsraum in der Mittagspause. Zum anderen aber auch als Event-Location: „Wir haben da großzügige Möglichkeiten. Vor allem für Theateraufführungen, Musicals und Konzerte. Es gibt eine komplett ausgestattete Bühne“, freut sich Wrabletz über die Anschaffung, „die sich der Landkreis ebenfalls einiges hat kosten lassen“. Der Vorteil: Die Turnhalle müsse für die Events nicht immer gesperrt werden, was die Sportler und umliegenden Vereine freut – und die weithin bekannten musikalischen Aufführungen der LBS-Schüler bekommen einen neuen, besonderen Rahmen. Außerdem gibt es eine große Süd-Fensterfront in der neuen Aula, ebenso Verschattungsmöglichkeiten, und das 46 Männer und Frauen starke Kollegium freut sich auch: „Vom Verwaltungsgebäude, das ja fertig ist, kann man den Blick runter in die Aula hinein schweifen lassen, auf die große Bühne. Das ist eine tolle Aussicht“, so Wrabletz.
Doch nach den Sommerferien, sprich ab Mitte August, ist die neue Lichtbergschule noch nicht ganz fertig: Die Gestaltung der Außenanlagen wird voraussichtlich noch bis ins Jahr 2026 andauern, wie der Landkreis als Schulträger mitteilt. Ein gemeinsamer Schulhof mit der Grundschule entsteht – nicht mehr durch eine rote Linie wie früher getrennt, sondern mit baulichen und anderen optischen Kniffen. Ein Schulgarten wird eingebaut, ebenso wie Freiflächen für Unterrichtsmöglichkeiten draußen. „Ein sehr schönes Konzept“, findet der Schulleiter: „Erst dann kann man sagen: Wir sind fertig. Aber natürlich ist der erste Schritt schon mal toll, im Sommer umzuziehen“.
Steigende Schülerzahlen
Beim Tag der offenen Tür im vergangenen Herbst wurde die Lichtbergschule von „großem Interesse“ überrannt, Eltern wie künftige Schüler informierten sich über den Alltag sowie die neue Schule. Aus dem Hünfelder Land reisten ebenfalls viele an. Wrabletz kann bereits sagen: „Es haben sich mehr angemeldet, als zu den vergangenen Schuljahren“. Die LBS wächst, das Maximum seien fünfzügige Jahrgänge, so der Schulleiter. Ab Sommer werden fünf fünfte Klassen erwartet, in der Hochrechnung könnte die neue Schule in einigen Jahren bis 750 Schüler aufnehmen, wovon die Schulleitung aber nicht ausgehe.
Für das Jahr 2025 stehen einige wichtige Termine der LBS ebenfalls schon fest: Das Jugendtheater „Lightsmilers“ am 24. und 25. April, das Jahreskonzert am 5. Juni, der Tag der offenen Tür am 28. November und das Weihnachtskonzert am 17. Dezember.
Mehr zum Bau unter: https://www.lichtbergschule.de/schule/neubau/planungen/
