Ausschließlich Endspiele hatte der FV Horas in der Restrunde ausgerufen, um das Minimalziel Relegation noch zu erreichen. Der Start nach der Winterpause war mit den Siegen gegen Oberzell/Züntersbach und Ehrenberg verheißungsvoll, in Freiensteinau fehlte beim 1:5 zuletzt aber viel Qualität mit einigen Stammkräften am Platz. Echte Sechs-Punkte-Spiele, wenn nicht gar noch mehr, warten nun gegen Lütter und in Bebra, wobei der Fokus zunächst voll auf Sonntag liegt, wenn die TSG kommt: „Die Marschroute ist klar: Wir wollen und müssen gewinnen. Das steht außer Frage. Wir sind acht Punkte hinter Lütter und wollen bis auf fünf herankommen“, sagt FVH-Trainer Markus Keller.
Nach den Ausfällen in der Vorwoche hofft Keller auf einige Rückkehrer, die wieder genesen sind. Amir Remic wiederum ist noch nicht wieder da, ansonsten will Horas mit einer schlagkräftigen Truppe gegen eine ebenfalls angeschlagene TSG Big Points sammeln und nach dem letzten Strohhalm greifen. „Der Platz ist nicht in optimalem Zustand. Das wird ähnlich wie gegen Ehrenberg, ein Spiel mit viel Zweikampfhärte und langen Bällen. Spielerisch wird da wenig rumkommen“, so Keller. Doch das ist im Abstiegskampf, wo es um blanke Ergebnisse geht, auch gar nicht nötig. „Die Mannschaft, die es mehr will, wird es am Ende ziehen. Wir müssen – da gibt es nichts drumherum zu reden“.
Neben Horas und Lütter treffen im Tabellenkeller auch noch die SG EES und Bebra aufeinander – hier gilt quasi das gleiche: Bebras vielleicht letzte Chance ist auf der anderen Seite die Möglichkeit für die Rhöner, nach dem Sieg in Lütter noch einen draufzusetzen und sich mehr Luft zu verschaffen. Ehrenberg wiederum muss in Großenlüder etwas holen, während auch Neuenstein noch nicht ganz aus dem Schneider ist und in Kerzell ebenfalls auf einen Gegner trifft, der unter Druck steht.
Die Tannen sind bereit: Leckerbissen gegen Schlüchtern
Die unteren sieben Mannschaften sind also fast unter sich, die oberen neun haben sich etwas abgesetzt: Von Spitzenreiter Oberzell/Züntersbach bis zur SG Bad Soden II auf Platz neun sind es lediglich sieben Punkte, viel Bewegung deutet sich also am Wochenende an – unter anderem an den Tannen: Sowohl für den TSV Künzell als auch für die SG Schlüchtern lief der Re-Start etwas holprig: Künzell verlor in Bebra, siegte gegen Hönebach und lieferte zuletzt gegen das dritte Nord-Team Neuenstein ein 5:3-Spektakel. Die SG Schlüchtern holte lediglich zwei Punkte aus drei Spielen, ist aber weiterhin Tabellenzweiter. Von den Ergebnissen will sich Künzells Trainer Marco Gaul nicht blenden lassen: „Sie haben weiterhin eine absolut sattelfeste Defensive mit erst zwölf Gegentoren“ – das ist nach 20 Spielen eine Ansage. „Sie machen es halt clever, ihnen reicht auch mal ein Tor oder auch mal ein Unentschieden. Aber unabhängig der Form von beiden Mannschaften sind es immer enge Spiele gegen Schlüchtern“.
Der TSV spielte seit 2022 fünfmal gegen die SGS, viermal stand ein Remis, dreimal ein 1:1. Vor allem aber die Standard-Gegentore möchte Gaul abstellen, denn mit Schlüchtern kommt nicht nur ein Gegner mit konterstarken, sondern auch gefährlichen Spielern nach Ecken und Freistößen. Der weitere Matchplan stehe bereits, natürlich will Gaul nicht viel verraten – aber die SGS könnte sich auf einen harten Kampf einstellen.
Froh sind die Künzeller zum einen darüber, dass die Partie wieder am Rasen an den Tannen stattfinden kann. Zuletzt gab es Überlegungen, einige Arbeiten am Platz zu vollziehen. „Aber wir haben den Platz in die Reihe bekomme und können bis Sommer dort spielen“, atmet Gaul auf, dass auch er seine letzten Heimspiele dort absolvieren kann. Auf der anderen Seite ist der TSV aber auch glücklich über die beiden Siege zuletzt, die die Situation etwas angenehmer machten. Künzell steht nun im breiten Mittelfeld, muss nur noch „beiläufig“ nach unten schauen und hat nun sogar Kontakt nach oben: Ein Sieg gegen Schlüchtern, und der Tabellenzweite wäre plötzlich nur noch zwei Punkte entfernt. „Wir wollen die Saison auf einem möglichst angenehmen Platz abschließen“, so Gaul, der auf Lennart Pappert verzichten muss und noch um zwei Angeschlagene bangt.
Gruppenliga
Sonntag
15 Uhr
Oberzell/Züntersbach – Hofbieber (in Oberzell)
Großenlüder – Ehrenberg
Künzell – Schlüchtern
Kerzell – Neuenstein
Johannesberg – Hönebach
Elters/Eckweisbach/Schwarzbach – Bebra (in Eckweisbach)
15.30 Uhr
Bad Soden II – Freiensteinau
16 Uhr
Horas – Lütter
