Süd-Teams kämpfen um die Spitze
Bei Andreas Drews und seiner SG Schlüchtern verlief die erste Halbserie positiv: Auch durch den Punktabzug von Oberzell/Züntersbach winkt die SGS; nun punktgleich; von der Tabellenspitze. Für Drews aber eine Momentaufnahme: „Klar wird man darauf angesprochen, für mich ist aber Oberzell der Tabellenführer“, so der SGS-Trainer, der ohne Druck in die Restrunde geht. „Wir gehen es relativ gelassen an und schauen, was am Ende passiert. Wir nehmen es, wie es kommt“, erläutert Drews. Die Vorbereitung in Schlüchtern verlief weitgehend zufriedenstellend, was die Ergebnisse anging. Das größere Ziel war es jedoch, allen Spielern genügend Spielzeit zu geben und wieder in die Abläufe reinzukommen. „Wir sind keine großen Experimente gefahren. Ich bin aber sehr zufrieden“, so Drews.
Mit Blick auf den Auftakt in Hönebach erwartet der SGS-Coach ein ähnlichen Verlauf wie im Hinspiel. Dabei setzte sich Schlüchtern in der Nachspielzeit noch 1:0 durch. Die SGS und der ESV sind die defensivstärksten Teams in der Liga. Während Hönebach nur 15 Mal hinter sich greifen musste, kassierte Schlüchtern innerhalb von 17 Partien gerade einmal zehn Gegentore. Auch in den direkten Duellen gab es nie Spektakel. „Wer das erste Tor schießt, der gewinnt das Spiel“, ist sich Drews am Sonntag sicher. Personell musste die SGS während der Vorbereitung ein Wermutstropfen hinnehmen: Noah Berkel verletzte sich beim Testspiel gegen Wächtersbach an den Bändern und fällt voraussichtlich die restliche Saison aus. „Er kam erst aus einer längeren Verletzung und hatte Probleme“, bedauert der Coach den Ausfall. Ebenfalls weiterhin fehlen wird Lars Jordan. „Er ist noch nicht rechtzeitig fit geworden“.
Heißer Derby-Tanz am Sauerbrunnen
Ein Derby-Klassiker wird zum Abstiegsduell: Im Prestige-Duell zwischen Lütter und Kerzell geht es für beide Teams am Sonntag um viel. Kerzell mit Trainer Florian Günther, der in dieser Woche verlängert hat, würde mit einem Dreier mit der TSG gleichziehen. Die Vorbereitung stimmt Günther jedenfalls positiv. Eine hohe Trainingsbeteiligung, viel Schweiß und positive Testspiele stellen den Coach zufrieden. Es hat richtig Spaß gemacht mit den Jungs zu arbeiten. Jeder ist sich der Lage bewusst, es gab keine Ausreden“, so Günther: „Wir haben viel im taktischen Bereich gemacht und gewisse Systeme für uns ausprobiert“, so der Trainer weiter, der gerade den letzten Test gegen Löschenrod (4:0) hervorhebt. „Das war sehr ansprechend und stimmt mich für den Auftakt positiv“. Die Ziele in Kerzell sind nach wie vor dieselben. „Wir haben für den Klassenerhalt gearbeitet. Dafür sind sehr viele Schweißtropfen das Gesicht runter gelaufen“, so Günther. Gerade die Erfahrung im Abstiegskampfe aus den vergangenen Jahren soll für die Helvetia ein großer Vorteil werden. Derbys schreiben jedoch ihre eigenen Geschichten. Günther freut sich, mit dem Klassiker in die Restrunde zu starten und muss als Trainer eher weniger große Motivationsreden halten. „Es werden viel Emotionen und Leidenschaft drin sein. Auch wenn im Spiel Pfeffer dabei sein muss, ist es ebenfalls wichtig das es nachher vergessen ist“, appelliert er. Die Vorbereitung war lang, das erste Spiel ist daher immer etwas besonders. „Wir müssen Lütters Stärken eindämmen. Wir gehen positiv in das Spiel und wollen mit einem guten Ergebnis die Runde starten“, so Günther, dem durchaus bewusst ist, „dass die Tagesform entscheiden wird“. Personell könne der Coach aus dem Vollen schöpfen. „Von der Grippewelle sind wir weitgehend verschon geblieben. Ich bin überzeugt davon, dass wir gut aufgestellt sind“. Die TSG Lütter will natürlich ebenfalls gut starten, hier geht Coach Rolf Gollin bekanntermaßen in seine letzte Halbserie als Trainer.
Freiensteinau mit anspruchsvollem Programm
Ebenfalls zufrieden mit der Wintervorbereitung ist Freiensteinaus Trainer Alexander Balz. „Wir haben früh angefangen und viel im Athletikbereich gemacht. Auch das Trainingslager war sehr gut“, so Balz. Die Testspielergebnisse konnten sich ebenfalls sehen lassen, nach intensiven Wochen zeigt sich Balz bis auf die Pleite gegen Ligakonkurrent Schlüchtern zufrieden mit den Leistungen. „Wir haben 14 bis 15 Jungs, die auf einem guten Niveau sind“. Nach dem ersten Halbjahr im Blauen Eck überwinterte Balz mit seiner SGF im Tabellenmittelfeld. „Mit der Platzierung sind wir nicht ganz zufrieden. Wir haben zu viel liegen gelassen, gerade gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte“, resümiert der Coach. Daher möchte er in der Restrunde mit dem Team ein anderes Gesicht zeigen und aktiver die Spiele gestalten. „Wir wollen noch aktiver und dominanter spielen und uns mehr Torchancen kreieren“, erläutert Balz. In den Testspielen habe dies jedenfalls gut funktioniert. Bestätigen kann die SGF dies am Sonntag (15 Uhr) zuhause: Da gastiert zum Auftakt die SG Johannesberg. Das Hinspiel konnte Freiensteinau für sich entscheiden. Für Balz komme das Auftaktprogramm gelegen. Nach Johannesberg reist die SGF zur SG EES. „Es ist gut, gegen anspruchsvolle Gegner zu spielen. Es ist ein Vorteil, da wir von Anfang an richtig Gas geben müssen“, so Balz, der sich sicher ist: „Das Auftaktprogramm hat uns in der Vorbereitung angestachelt, den einen oder anderen Prozentpunkt mehr rauszuholen“. Personell sehe es auch gut aus. Sebastian Sill und Noah Günther kehrten zurück und ziehen bereits voll mit. Günther kam bisher auf zwei Spiele in der laufenden Spielzeit, Sill ist bislang noch ohne Einsatzminuten. Auch Neuzugang Marc Kneifl (Seemental) ist für Sonntag einsatzbereit. Voraussichtlich die gesamte Restrunde ausfallen wird Routinier Stefan Stramm, der wieder mit seiner alten Verletzung zu kämpfen hat.
Gaul vor kniffliger Startelf-Aufgabe
Der TSV Künzell war unter der Woche nochmal im Testspiel beim Verbandsligisten aus Flieden erfolgreich und ist bereit für die Restrunde: Am Sonntag geht es zur FSG Bebra, die tief im Keller feststeckt und jeden Punkt braucht. Künzells Trainer Marco Gaul warnt aber: „Die Vorbereitung gab uns ein gutes Gefühl, trotzdem gilt es erst am Sonntag: Da müssen wir liefern und unsere Hausaufgaben machen, sonst bringt es uns alles nichts“. Ungeschlagen blieben die Künzeller in der Vorbereitung und machten es dem Coach schwer: „ich muss eine Startelf auswählen, das ist aber ein Luxusproblem. Die Jungs haben es sich alle erarbeitet“.
Die Rhön brennt
Heckenhoch her geht es bestimmt auch beim Rhöner Derby am Sonntag, wenn die SG Ehrenberg auf die SG EES trifft. Das Sportgelände in Seiferts macht sich für eine tolle Kulisse bereit. Dazu sind noch der SV Hofbieber gegen Neuenstein und Großenlüder gegen Bad Soden II sowie Oberzell/Züntersbach gegen das Kellerkind aus Horas im Einsatz.
Gruppenliga
Sonntag
15 Uhr
Ehrenberg – Elters/Eckweisbach/Schwarzbach (in Wüstensachsen)
Freiensteinau – Johannesberg
Lütter – Kerzell
Bebra – Künzell
Hönebach – Schlüchtern
Hofbieber – Neuenstein
Großenlüder – Bad Soden II
Oberzell/Züntersbach – Horas (in Oberzell)
