Dass beide, vor allem die SG Schlüchtern, auf Ordnung bedacht sind, ist kein Geheimnis. Allerdings kamen die Schlüchterner schwer aus den Startlöchern, spielten 1:1 in Hönebach und verloren 0:1 bei der SG Neuenstein. Der SV Hofbieber schaffte gar das Kunststück, dreimal binnen acht Tagen 1:1 zu spielen – und so stehen drei Punkte aus den Duellen mit Neuenstein, Ehrenberg und Großenlüder zu Buche.
Wird das Titelrennen also zu einem Schneckenrennen? Zumindest konnte Oberzell/Züntersbach wieder gewinnen und liegt vorne, und Freiensteinau preschte ebenfalls in die Verfolgergruppe vor. „Man sieht einfach, jeder Spieltag eng ist. Es ist in jedem Spiel in beide Richtungen alles möglich“, stellt Hofbiebers Coach Sebastian Vollmar fest: „Ich denke, dass das am Freitag auch so sein wird“.
Er war zumindest beim Remis in Großenlüder jüngst zufrieden mit den Ansätzen, sprach von einem „passablen“ Spiel, nun muss der SVH aber Schlüchterns Riegel knacken: Zwölf Gegentore in 19 Spielen sind weiterhin eine Ansage der SGS, die ihre Spiele sonst gerne 1:0 gewinnt – wie auch das Hinspiel. „Das war ein schönes Gruppenligaspiel, am Ende waren wir etwas glücklicher“, erinnert sich Schlüchterns Co-Trainer Raif Moaremoglu zurück. Coach Andreas Drews hatte in letzter Minute einen unaufmerksamen Moment der Hofbieberer eiskalt ausgenutzt. Doch eine Rechnung hat Schlüchtern noch von vor zweieinhalb Jahren offen: Dort gewann Hofbieber mit 1:0, ausgerechnet am Kalter-Markt-Freitag.
Doch bei der SGS steckt niemand den Kopf in den Sand: „Wir haben jetzt zwei Spiele nicht gewonnen und werden sehen, wie die Mannschaft reagiert. Aber wir sind diese Saison heimstark und machen uns jetzt auch keinen Kopf. Wir stehen weiterhin voll im Soll“, so Moaremoglu. Die Niederlage bei der SG Neuenstein sei ein „typisches 0:0-Spiel“ gewesen – die SGN habe aus null Chancen aber ein Tor gemacht. Und Schlüchtern aufgezeigt, wo es hapert: „Wir müssen zusehen, dass wir vorne irgendwie effektiver werden“, betont Moaremoglu. Bis auf Darko Lazarevski, der sich im Heimaturlaub befindet, hat Schlüchtern den Kader beisammen, Vollmar bangt wiederum noch um ein, zwei erkrankte Spieler. Der SVH-Coach blickt dem Abendspiel aber entspannt entgegen: „Wir haben da überhaupt keinen Druck. Wir können und wollen unangenehm sein, und im Idealfall was mitnehmen“. Nicht unmöglich zumindest, dass auch am Freitag ein 1:1 steht – oder das Spiel mit 1:0 auf eine der beiden Seiten kippt.
