Die Vogelsbergregion wird seit über hundert Jahren von der Stadt Frankfurt zur Trinkwasserversorgung „angezapft“. Bürgermeister Adickes ließ bereits vor mehr als 100 Jahren in Birstein /Fischborn Feuchtwiesen aufkaufen, um Quellwasser über eine Stichleitung in die Metropole zu transportieren. Heute sind die Leitungen bedeutend größer und der gesamte Vogelsberg wird regelrecht ausgesaugt. Täglich verlässt eine Wassermenge von 6600 Tanklastern das Mittelgebirge Richtung Frankfurt und längst nicht mehr wird das klare Wasser nur als Trinkwasser benutzt, sondern zur Toilettenspülung, Rasen sprengen, Stadtreinigung und vieles mehr.
Über ein Drittel des Wasserverbrauchs der Stadt wird vom Vogelsberg gedeckt. Das hat zur Folge, dass die Gebirgsregion kontinuierlich trockenfällt. Unzählige Quellen und Bäche versiegen, Feuchtbiotope verschwinden und damit viele landschaftstypische Pflanzen- und Tierarten. Die Erträge der Land- und Forstwirtschaft gehen zurück und Gebäude werden durch schwankende Grundwasserpegel in Mitleidenschaft gezogen. Die Metropole habe es bis auf eine Ausnahme, nie für nötig empfunden, für diese horrenden Schädigungen gerade zu stehen. Auch das Land Hessen habe bei den großen Auseinandersetzungen um das Vogelsberger Grundwasser größtenteils auf Seiten der Verursacher gestanden. Referent Michael Muth aus Freiensteinau wird bei seinem Vortrag auf die Situation im südlichen Vogelsberg eingehen. Der dort pumpende Wasserverband Kinzig (WVK) hat im letzten Jahr einen neuen Förderbescheid des Landes Hessen erhalten, gegen den die Interessengemeinschaft zum Schutz des Wasserhaushalts im Vogelsberg kämpft, sowie die Gemeinde Birstein Klage eingereicht hat.
