Gemeinsam mit der VHS Fulda veranstaltet die in Fulda eine Lesung mit Mirna Funk zu ihrem Buch „Von Juden lernen“. Die streitbare Journalistin und Autorin Mirna Funk setzt sich in diesem Buch mit der jüdischen Ideengeschichte auseinander und zeigt deren Relevanz für uns heute auf. Der Vortrag findet am Donnerstag, 13. März, um 19 Uhr, im Kanzlerpalais Unterm Hl. Kreuz statt.
Wenn es heute um jüdisches Leben geht, dreht sich die Diskussion meist um den Holocaust, Antisemitismus, arabisch-israelische Konflikte oder den 7. Oktober. Wir sprechen selten darüber, dass das Judentum die älteste monotheistische Religion mit einer jahrtausendealten Kultur ist.
Mirna Funk greift acht Theorien der jüdischen Ideengeschichte auf und zeigt ihre Relevanz für das Heute zum Beispiel „lashon hara“ (das Verbot der üblen Nachrede), „zedaka“ (Gebot zur Selbsthilfe) oder „tikkun olam“ (die Pflicht, die Welt zu verbessern). Damit eröffnet sie eine neue Perspektive auf politische Debatten und Streitkultur, die wohltuend und doch auch provokativ ist.
Eine Woche später am Donnerstag, 20. März, um 19 Uhr veranstaltet die „Gcjz“ gemeinsam mit der Katholischen Akademie einen Vortrag mit Christa Kirchbaum zum Thema „Antijudaismus bei Bach?“ Die Autorin taucht auf ganz andere Weise mit uns in Bachs Werk ein – und: es bleibt nicht beim Reden und Zuhören, die Teilnehmer setzen sich auch ganz praktisch mit Bachs Musik auseinander.
Mit Johann Sebastian Bachs Passionsmusiken sind wir vertraut, erklingen sie doch regelmäßig in Kirchen und Konzertsälen. Nur: Hören wir wirklich genau hin, wenn es heißt: „Die Juden aber schrien und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn!“ oder „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder?“ So sehr uns Bachs einzigartige Musik ergreift und erschüttert, verstärken Passagen wie diese antijüdische Narrative der christlichen Tradition. Teilte Bach den Antijudaismus seiner Zeitgenossen? Dieser und anderen Fragen gehen wir gemeinsam mit der Kirchenmusikerin Christa Kirschbaum nach. Wir hören aber nicht nur zu, wir singen auch selbst Choral-Verfremdungen mit – und bereichern und vertiefen an diesem Abend unser Bach-Bild.
