Handball 30.03.2025

Frauen-Oberliga – TVH sorgt sich um Holzapfel – „Unter aller Würde“

Oberzwehren (pf) – Der Meister musste die Jagd der perfekten Saison in der Frauen-Oberliga Nord am Samstag beenden und den ersten Punktverlust verbuchen. Die Handballerinnen des TV Hersfeld spielten nämlich nach der Titelparty beim Tabellenzweiten HSG Zwehren/Kassel 30:30 (16:14) – hatten allerdings ganz andere Gründe, sich aufzuregen.

Sabine Teichmann (links) und ihr Team mussten sich in Kassel gegen alles und jeden wehren. Foto: Christine Görlich

Weder ein Kater nach den Meister-Feierlichkeiten, noch ein hochüberlegener Gegner bremste den TVH am Samstag aus. Hersfelds Trainerin Sabine Teichmann wollte sich die Freude nach dem erreichten Ziel nicht nehmen lassen, merkte aber an, „dass wir hier nicht hätten gewinnen können“. Sie spielte auf die Schiedsrichterleistung an, die sie sonst gar nicht bewerten mag. „Aber heute war das wirklich sehr arrogant, ein Schiedsrichter von Dittershausen, der es auf uns angelegt hatte“.

Teichmann habe bei Anfeuerungsrufen oder Klatschen Strafen erhalten, sollte sich hinter die Bank stellen, wo in der engen Halle bei Zwehren/Kassel gar kein Platz sei. Doch am meisten regte sich der TVH über eine Szene auf, bei der sich Greta Holzapfel womöglich schwer verletzte. Sie blieb im Kreis liegen, die Hersfelder forderten eine Unterbrechung und bekamen die Antwort: „So schnell stirbt man nicht“. Teichmann fand klare Worte: „Sowas ist unter aller Würde. Greta hatte vorher schon Probleme mit dem Sprunggelenk, kam unglücklich auf und hat sich vielleicht die Bänder gerissen. Sie steht mitten im Abitur. Wir wünschen ihr natürlich alles Gute“.

Sportlich wehrte sich der Meister nach Kräften, musste etliche Zwei-Minuten-Strafen verkraften – und war dennoch beim Tabellenzweiten meist vorne. 12:8 (22.) stand es in der ersten Halbzeit, zur Pause waren es immer noch zwei Tore Vorsprung, ehe das Team aus Nordhessen das Spiel im zweiten Durchgang nach und nach drehte. Mit 29:30 lag Hersfeld hinten, anderthalb Minuten vor dem Ende gelang Marie Dorst dann der Ausgleich. Zum Schluss hätte Nike Höhmann sogar den Siegtreffer erzielen können, kam aber nicht mehr rechtzeitig zum Abschluss aufs leere Tor vor der Schlusssirene. „Wir sind weiter ungeschlagen und Meister“, freute sich das Hersfelder Team zurecht, auch diesmal ohne Sieg.

Hersfeld: Manteufel, L. Raguse, Teichmann (7/1), Berg (4), Holzapfel (3), Höhmann, Petermann (5), Hugo (1), Herrmann (1), Braun (4), Suppes (1), Dorst (4/2), Eimer.