Es ist ein echter Knaller, den die Maberzeller Verantwortlichen um Präsident Stefan Frauenholz am Mittwoch im Landhotel Trätzhof präsentierten: Jonathan Groth spielte schon zwischen 2012 und 2013 für die zweite Mannschaft des TTC, kehrte 2015 zurück und war drei Jahre lang unverzichtbar im Bundesliga-Team der Osthessen: Mit dem TTC Maberzell kam der Linkshänder dreimal in Folge ins Halbfinale und holte 2017 sogar die Vizemeisterschaft. 2018 verabschiedete sich Groth nach Russland, aktuell spielt er bei KS Dekorglass Dzialdowo in Polen und steht mit dem Verein dort in den Play-offs. Zur neuen Saison hatte er einen neuen Verein gesucht. „Ich kenne Fulda, Stefan brauchte nicht viel sagen“, berichtete Groth, dass die Entscheidung ihm nicht schwer gefallen sei. Er freue sich zu einer Mannschaft zurückzukommen, die wieder oben in der Bundesliga mitspiele und er ist heiß drauf, mit den Maberzellern in der kommenden Saison um den Titel zu spielen: „Saarbrücken und Düsseldorf haben vielleicht mehr Erfahrung, aber wir sind gut genug, um sie zu schlagen.“ Mit Blick auf seine neben ihm sitzenden künftigen Teamkollegen sagte Groth: „Ich freue mich mit Dima zu spielen und hoffe dass ich von ihm noch was lernen kann.“ Dabei steht der Däne in der Weltrangliste aktuell sogar drei Plätze vor Ovtcharov.
Mit drei Spielern aus den Top 25 der Welt auf Mission Meisterschaft
„Die Mannschaft ist mit unserem Neuzugang noch stärker geworden, sodass nächstes Jahr das Erreichen der Playoffs das eindeutige Ziel sein muss“, stellte Frauenholz klar und mehrfach fiel von verschiedenen Seiten an diesem Mittag das Wort Titel. „Wir können den Titel, den wir uns schon so lange wünschen, in Angriff nehmen“, sagte beispielsweise Mathis Wilhelm, Geschäftsstellenleiter des TTC, zum Abschluss seiner Vorstellung von Groth. Frauenholz erläuterte, dass sich bewusst dazu entschieden worden sei, einen weiteren Spritzenspieler ins Team zu holen, denn die durch die internationalen Turniere, an denen die Sportler teilnehmen müssen, um Weltranglistenpunkte zu holen, sei es mit nur drei Stammspielern kaum noch zu händeln, fast alle Bundesliga-Teams hätten mittlerweile auf fünf Stammspieler umgestellt. „Wir werden die Einsätze der Spieler so planen, dass bei jedem Spiel zwei von drei Spitzenspielern anwesend sind“, erklärte Frauenholz. Mit Groth (17), Ovtcharov (20) und Kao (24) hat der TTC nun drei Spieler aus den Top 25 der Welt im Kader. Dazu kommen Fanbo Meng, der noch nie für einen anderen Verein gespielt hat, und Filus, der in seine 13. Saison bei den Maberzellern geht.
Ovtcharov unterschreibt für zwei Jahre und kann sich noch mehr vorstellen
„Ich wurde in Fulda extrem herzlich aufgenommen“, sagte Ovtcharov. Egal was sei, der Verein stehe immer unterstützend zur Seite. „Das Zwischenmenschliche wird hier in Fulda ganz groß geschrieben“, lobte der 36-Jährige, das sei auch der Grund gewesen, warum er gleich für zwei Jahre unterschrieben habe und er fügte an: „Ich kann mir gut vorstellen, den Verein nicht mehr zu wechseln in meiner Karriere.“ Einen großen Dank richtete er auch an die Fans, die egal wo gespielt wird, eine große Unterstützung seien. Das Ziel für die kommenden Jahre benannte er ganz klar: Es sei ihm ein großes Anliegen, mit Maberzell den Titel zu holen. Das geht auch Filus so, der seit vielen Jahren eine Konstante im Fuldaer Team ist: „Ich muss so lange dabei bleiben, bis wir es geschafft haben“, scherzte er. Der 37-Jährige blickte aber nicht nur auf die kommende Spielzeit, sondern auch auf die aktuell noch laufende: „Ich hoffe, dass es für diese Saison noch nicht vorbei ist.“ Die Maberzeller haben es im letzten Rundenspiel noch selbst in der Hand, in die Play-offs einzuziehen.
Fanbo Meng hat mit seinen 24 Jahren noch für keinen anderen Verein gespielt und das soll auch erstmal so bleiben. „Fulda ist meine Heimat, mein Zuhause. Ich fühle mich hier sehr wohl und hoffe, hier noch sehr lange zu bleiben.“ Er freut sich schon sehr auf die nächste Saison und sagt: „Ich hoffe mit dem Verein die Meisterschaft oder den Pokal holen zu können.“ Mit der Mannschaft jetzt sei das möglich. Von Kao richtete Frauenholz Grüße aus. Der 20-Jährige saß nach dem Sieg gegen Dortmund am Vorabend schon wieder im Flugzeug in seine Heimat Taiwan, wird beim letzten Saisonspiel aber wieder dabei sein. Auch Trainer Qing Yu Meng blickt guter Dinge auf die neue Saison. „Dieses Jahr hatten wir ein paar Terminprobleme“, meinte er, für die kommende Spielzeit sei die Mannschaft jetzt aber sehr gut aufgestellt.
Umzug in frisch sanierte Halle noch vor möglichen Play-offs
Gute Nachrichten hatte Frauenholz auch noch für alle Fans des TTC. Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten in der eigentlichen Hubtex-Arena kann in Kürze der Umzug aus dem direkt angrenzenden Ausweichquartier starten. Zweiter Vorsitzender Alexander Günther erläuterte, dass ab kommender Woche die neuen Werbebanden angebracht, die Tribüne im Ausweichquartier ab und in der sanierten Halle wieder aufgebaut und der Spielboden verlegt werden sollen. Beim Erreichen der Play-offs, könnten dann also voraussichtlich schon 900 Zuschauer dabei sein – rund 300 mehr als bisher. Für den Saisonauftakt, der vermutlich Ende August sein wird, will der TTC – einen attraktiven Gegner vorausgesetzt – wieder versuchen, vor ganz großes Publikum in die Esperantohalle zu gehen.
