Ein waghalsiger Vorwurf der Arbeitsverweigerung stand in der Vorwoche im Raum, nachdem Maberzells Superstar und Olympiamedaillengewinner Dimitrij Ovtcharov sein Einzel in Düsseldorf gegen Borgar Haug mit 0:3 verloren hatte. Vereinschef Stefan Frauenholz und der TTC hatten sich klar positioniert, und Frauenholz bekräftigt noch einmal: „Er ist voll fokussiert und will die Play-offs für uns sichern. Das war alles an den Haaren herbeigezogen. Er steht 18:4 in der Bundesliga“. In diesem Fall lag der TTC schon 0:2 in Düsseldorf hinten, Ovtcharov hatte Aufschläge aberkannt bekommen und sich dennoch aufgerafft. „Dann noch auf ihn draufzuhauen, war nicht schön, aber das soll jeder machen, wie er meint“, sagt Frauenholz trocken und vertraut seinem Schützling, ohne den die Maberzeller wohl kaum vom Play-off-Rennen reden könnten.
Am Samstag sollen Ovtcharov und Co. die heimischen Fans wieder begeistern: Im Heimspiel um 19 Uhr in der Hubtex-Arena gegen den TTC Zugbrücke Grenzau soll und muss ein Sieg her, denn noch sind die Fuldaer nicht durch. „Saarbrücken ist ja unzähmbar“, hat Frauenholz den Tabellenfünften aus dem Saarland noch auf der Rechnung: "Und wenn wir ganz sicher gehen wollen, müssen wir unsere letzten drei Spiele gewinnen".
Doch das Team aus dem Westerwald ist trotz der erst drei Saisonsiege kein Kanonenfutter: Zuletzt gab es mehrere knappe 2:3-Niederlagen der Grenzauer gegen Mühlhausen, Bad Königshofen oder Saarbrücken. Und mit dem Taiwanesen Yi-Hsin Feng hat das Schlusslicht ein Ass im Ärmel. Er steht 16:12 in dieser Saison. „Wenn er zwei Punkte macht, kann es für jeden eng werden“, so Frauenholz. Außerdem machten die Grenzauer im Winter Schlagzeilen während einer Phase, in der es personell ganz miserabel aussah, und ließen Nachwuchsspieler Marlon Börner gegen Ochsenhausens Weltstar Hugo Calderano auflaufen. Mit elf Jahren debütierte er in der TTBL.
Doch die Maberzeller wollen sich auf sich fokussieren und den nächsten Schritt zum Ziel machen: Mit Ovtcharov, aber ohne Kao: Der Taiwanese wird von Chih-Yuan Chuang ersetzt, entsprechend dürfte die Besetzung der Osthessen immer noch stark genug sein, um Grenzau die Punkte abzuringen. Restkarten gibt es noch, so Frauenholz: Etwa 50 sind noch zu haben (Stand Donnerstagnachmittag). Die Hubtex-Arena dürfte ansonsten wieder voll werden und will den TTC zum Sieg peitschen. Damit wäre auch eine offene Rechnung beglichen: Denn in der Hinrunde stolperten die Maberzeller mit 1:3 in Grenzau. Den einzigen Fuldaer Punkt holte übrigens Ovtcharov - gegen Feng.
