Es ist wie verhext: Nach dem grandiosen 3:2 gegen Saarbrücken waren die Play-offs für die Maberzeller zum Greifen nah, keine zwei Wochen später haben die Osthessen es plötzlich nicht mehr in der eigenen Hand: Wie schon in der Hinrunde verlor der TTC mit 1:3 gegen Grenzau, und den Unterschied beim Tabellenschlusslicht machte einmal mehr der Taiwanese Yi-Hsin Feng, vor dem Maberzells Präsident Stefan Frauenholz schon vorher gewarnt hatte. Er machte seine zwei Punkte gegen Fanbo Meng und Dimitrij Ovtcharov, den dritten Grenzauer Punkt holte Luka Mladenovic gegen Maberzells Chih-Yuan Chang, der eine 2:0-Satzführung herschenkte. Es passte ins Bild momentan.
Der Abend war zunächst mit einem langen Fünfsatz-Einzel gestartet, wobei Dimitrij Ovtcharov klasse auf die Vorwürfe der Arbeitsverweigerung vor einer Woche in Düsseldorf antwortete: Er brauchte zwar zwei Sätze Rückstand als Ansporn, dann drehte der Superstar aber auf und drehte das Duell gegen Samuel Walker mit 11:2, 11:3 und 11:4. „Das hat Dima im klasse gedreht und noch deutlich gewonnen“, lobte Frauenholz.
Fanbo Meng hatte gegen Grenzaus Ass Feng seine Chancen, vor allem im ersten Satz: Dort führte der Fuldaer mit 5:1, mit 7:3, mit 9:6, und gab den Satz noch mit 9:11 ab. Das gab einen kleinen Bruch im Spiel, in der Folge gelang dem Maberzeller Trainersohn vor 560 Zuschauern in der Hubtex-Arena nicht mehr viel.
Chuang, der für Kao ins TTC-Team rückte, sollte nach der Pause für die 2:1-Führung sorgen und lag schon mit 2:0 Sätzen vorne. Alles lief nach Plan, ehe bei Chuang nach 4:1 und 6:4 im dritten Satz plötzlich der Faden riss und Mladenovic das Kommando übernahm. Auch im vierten Satz hatte Chuang noch Möglichkeiten, stand bei 10:10, doch erneut ging der Durchgang an den Grenzauer, der das Einzel im fünften Satz zumachte. „Das war der Knackpunkt leider. Er hätte den dritten Satz gewinnen müssen“, haderte Frauenholz mit der vergebenen Chance.
So musste Ovtcharov die Maberzeller Pleite verhindern, und kam gut ins Match der an eins gesetzten: mit 11:4 fegte er Feng im ersten Satz von der Platte. Doch daran konnte er nicht anknüpfen, wie schon im vorherigen Einzel drehte der Taiwanese immer weiter auf und zwang „Dima“ in die Knie. Frauenholz machte keinen Vorwurf, vielmehr hatten die Osthessen letztlich aufs Doppel geschielt: Denn Grenzau hatte in dieser Saison öfters 2:3 verloren, „aber bis ins Doppel kamen wir heute leider nicht. Dort hätten wir gute Chancen gehabt“.
Damit rutschte der TTC Maberzell erstmals seit langer Zeit wieder aus den Top Vier und ist punkt- und sogar spielgleich mit Saarbrücken. Zwei Spieltage sind es noch, um die Verhältnisse wieder zu drehen: Maberzell empfängt Dortmund (18. März) und muss nach Mühlhausen (29. März), Saarbrücken hat mit Auswärtsspielen in Bergneustadt und Bad Königshofen tendenziell das schwerere Programm. „Wir haben uns noch lange nicht aufgegeben“, machte Frauenholz klar: Mit zwei deutlichen Siegen sollen die Bundesliga-Play-offs gebucht werden.
TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTC Grenzau 1:3
Dimitrij Ovtcharov – Samuel Walker 3:2 (6:11, 9:11, 11:2, 11:3, 11:4)
Fanbo Meng – Yi-Hsin Feng 0:3 (9:11, 8:11, 4:11)
Chih-Yuan Chuang – Luka Mladenovic 2:3 (11:9, 11:4, 7:11, 10:12, 8:11)
Dimitrij Ovtcharov – Yi-Hsin Feng 1:3 (11:4, 5:11, 2:11, 7:11)
Zuschauer: 560
