Tischtennis 30.03.2025

Bundesliga – Ausgeträumt: Maberzell verpasst Play-offs dramatisch

Mühlhausen (pf) – Die Saison hing am seidenen Faden – bis der Faden nach knapp dreieinhalb Stunden Drama am letzten Spieltag gerissen war: Der TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat das große Ziel, die Play-offs der Tischtennis-Bundesliga, verpasst. Ein 2:3 beim Post SV Mühlhausen am Samstag ließ alle Träume zerplatzen.

Dimitrij Ovtcharov holte seine beiden Punkte - gereicht hat es nicht: Der TTC Maberzell beendet seine Saison ohne Play-offs. Fotos: Christine Görlich

Cheng-Jui Kao erwischte einen unglücklichen Tag.

Der Auftrag für den TTC war klar: Mit einem Sieg wären die Play-offs fix gewesen, im ersten Jahr mit Dimitrij Ovtcharov war das das Minimalziel, nachdem die Osthessen im Pokal bereits ausgeschieden waren. Doch während Saarbrücken parallel seinen Job erfüllte und Bad Königshofen keine Schützenhilfe bot, musste Maberzell es selbst richten. Früh am Abend deutete sich ein Drama an, das hintenraus unvorstellbar verlief. Das Ende war kein Happy End, sondern eine ganz bittere Pille: Platz fünf.

„22 Spiele haben wir in der stärksten Liga der Welt gespielt, und am Ende wegen einem Doppel die Play-offs nicht erreicht. Das Doppel hätte kommen müssen, so ist es natürlich eine Enttäuschung, wenn du nach so einem Jahr rausfliegst“, bedauerte Maberzells Präsident Stefan Frauenholz, der in Mühlhausen von einer „unvorstellbaren“ Stimmung sprach und kaum seine eigenen Worte verstand, weil die Thüringer das ganze Wochenende durchfeiern wollten: „Es war der Abschied von Habesohn, die Halle war seit sechs Wochen ausverkauft. Alle wollten natürlich auch Ovtvharov sehen. Das war ein unglaublicher Hexenkessel hier“. Der Österreicher Habesohn wechselt nach fast einer Dekade in Thüringen nun zum TSV Bad Königshofen – vorher haute er aber noch mit Ovidiu Ionescu im Doppel die Osthessen raus.

Die Pflicht hatte Dimitrij Ovtcharov bei den Maberzellern erfüllt: Er schlug Habesohn in drei Sätzen und knackte anschließend auch Steffen Mengel in einem Fünfsatz-Drama. „Mengel hatte lange nicht mehr so einen super Tag, wie in früheren Zeiten“, staunte auch Frauenholz: „Aber auf Dima ist Verlass“. Zwischenzeitlich war es absolut atemberaubend, Ovtcharov hatte den dritten Satz nach mehreren abgewehrten Satzbällen mit 17:15 gewonnen und behielt am Ende die Nerven – sonst wäre es gar nicht erst zum Doppel gekommen.

Unglücklich verlief der Abend hingegen für Cheng-Jui Kao und Fanbo Meng: Kao war gegen Mengel ohne Chance und hatte sich gerade erst an die Kulisse gewöhnt, da war das Einzel in 23 Minuten auch schon wieder vorbei. Meng zog gegen Ionescu den Kürzeren und war im zweiten und dritten Satz zumindest gut dabei. Den dritten schenkte er allerdings nach 9:5-Führung her.

So ging es ins Doppel, auf das die Maberzeller gehofft hatten: Doch Kao und Meng waren im ersten Satz klar unterlegen. Im zweiten Satz wehrten sie vier Satzbälle ab, vergaben aber selbst zwei - und der Satz war weg. Im dritten Durchgang waren die Maberzeller obenauf, im vierten stand es dann 6:6. „Wenn wir den geholt hätten, wäre es von vorn losgegangen“, ärgerte sich Frauenholz. Nach drei Stunden und 15 Minuten hatten Habesohn und Ionescu dann aber genug, machten fünf Punkte in Folge zum 11:6 und konnten mit ihren Fans feiern. Für Maberzell war es der Super-GAU, der erstmal verarbeitet werden muss. Die Play-offs werden in diesem Jahr ohne die Osthessen, sondern mit Düsseldorf, Ochsenhausen, Bad Königshofen und Saarbrücken stattfinden.

Post SV Mühlhausen – TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell 3:2

Steffen Mengel – Cheng-Jui Kao 3:0 (11:4, 11:5, 11:7)

Daniel Habesohn – Dimitrij Ovtcharov 0:3 (7:11, 7:11, 11:13)

Ovidiu Ionescu – Fanbo Meng 3:0 (11:4, 11:9, 13:11)

Steffen Mengel – Dimitrij Ovtcharov 2:3 (5:11, 11:7, 15:17, 15:13, 8:11)

Habesohn/Ionescu – Kao/Meng 3:1 (11:5, 16:14, 9:11, 11:6)